Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Kranich (Grus grus)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend, in Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:
423770
Foto: Miriam Hansbauer

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Kranichs erstreckt sich von Ostdeutschland und Skandinavien bis Ostsibirien. -- In Bayern brütet Grus grus (Linnaeus 1758).

Der Kranich ist in Bayern nach dem Erlöschen der Brutvorkommen im 19. Jahrhundert erstmals wieder lokal verbreitet. Nachweise von erfolgreichen Bruten stammen aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab.

Kraniche brüteten bis in die Zeit zwischen 1860 und 1880 in den Mooren nördlich von München, in den voralpinen Mooren (z.B. Murnauer Moos) noch bis Ende des 19. Jh.

Durch die Zunahme der Art in verschiedenen europäischen Ländern häufen sich auch in Bayern die Beobachtungen zur Brutzeit. Einzelne übersommernde Paare sind auf störungsfreie Gebiete angewiesen, um sich als Brutvögel etablieren zu können.

Seit etwa Mitte der 1990er Jahre haben sich die Bestände des Kranichs in Nord- und Ostdeutschland etwa verzehnfacht und das besiedelte Areal hat sich um rund 80 % ausgedehnt, wobei die Wiederbesiedelung Bayerns sowohl hiermit als auch mit einer Verlagerung der Verbreitungsgrenzen Mitteleuropas nach Südwesten in Zusammenhang steht. Eine weitere Zunahme der Bestände erscheint daher durchaus wahrscheinlich.

Brutbestand BY: 5-7 Brutpaare.

Fundortkarte

Kranich (Grus grus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5630 Bad Rodach
5731 Coburg
5732 Sonnefeld
5825 Hammelburg
5829 Hofheim i.UFr.
5831 Seßlach
5833 Burgkunstadt
5934 Thurnau
5938 Marktredwitz
5939 Waldsassen
6039 Mitterteich
6127 Volkach
6130 Burgebrach
6139 Falkenberg
6228 Wiesentheid
6231 Adelsdorf
6237 Grafenwöhr
6331 Röttenbach
6336 Vilseck
6337 Kaltenbrunn
6341 Frankenreuth
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6434 Hersbruck
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6530 Langenzenn
6531 Fürth
6639 Wackersdorf
6728 Herrieden
6739 Bruck i.d.OPf.
6741 Cham West
6830 Gunzenhausen
6931 Weißenburg i.Bay.
7041 Münster
7242 Wallersdorf
7333 Karlshuld
7335 Geisenfeld
7830 Schwabmünchen
8040 Eggstätt
8138 Rosenheim
8234 Penzberg
8238 Neubeuern
8334 Kochel a.See
8343 Berchtesgaden West
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

In den Hauptverbreitungsgebieten in Nord- und Osteuropa besiedelt die Art feuchte Nieder- und Hochmoore, Bruchwälder und Sümpfe. Auf dem Herbstdurchzug erscheinen Tiere aus Schweden, Polen und Ostdeutschland. Als Rastgebiete werden weiträumige, offene Moor- und Heidelandschaften sowie großräumige Bördelandschaften bevorzugt. Geeignete Nahrungsflächen sind abgeerntete Hackfruchtäcker, Mais- und Wintergetreidefelder sowie feuchtes Dauergrünland. Als Schlafplätze können störungsarme Flachwasserbereiche von Stillgewässern oder unzugängliche Feuchtgebiete in Sumpf- und Moorgebieten, aber auch Rieselfelder oder Sickerbecken aufgesucht werden.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel.

Wanderungen: Ankunft im Brutgebiet FEB/MRZ, Wegzug ab OKT; Durchzug MRZ/APR und OKT/NOV, vereinzelt auch in den Sommermonaten und im DEZ.

Brut: Bodenbrüter; Nest großer Bau aus Pflanzenmaterial der Umgebung an und im Wasser, Legebeginn Mitte MRZ bis Mitte APR. -- Brutzeit: MRZ bis AUG.

Tagesperiodik: Überwiegend tagaktiv.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Lebensraumzerstörung durch Entwässerung, Grundwasserabsenkung, Fließgewässerausbau, Feuchtwiesen- und Grünlandumbruch, Denaturierung von Mooren, Torfabbau, Aufforstungen, Straßenbau, Landerschließung und Industrialisierung.

Störungen (z.B. durch ein zu dichtes Wegenetz) bewirken geringeren Bruterfolg oder Brutaufgabe.

Direkte Verfolgung (Abschuss, Eiersammler); bei Westziehern inzwischen gering, in Südosteuropa und Afrika aber weiterhin.

Verluste an Freileitungen, Wildzäunen, Sendemasten, (Windkraftanlagen) etc.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhalt und Schutz von großräumig halboffenen Niedermooren, feuchten Senken und staunassen Bruchwäldern.

Wiedervernässung drainierter Moore, Bruchwälder etc.

Gebietsankauf und Schutzgebiets-Management.

Schutz vor Störungen durch Besucherlenkung und -information.

Sicherung von gefährlichen Masten und Freileitungen.

Ausschlussbereich von 1.000 m um bekannte Nistplätze bei Windenergienanlagen.

Ergänzende Informationen

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck 2007: Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke 2013: Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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