Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Zwergschnäpper (Ficedula parva)

Rote Liste Bayern: Stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: Arten der Vorwarnliste
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Zwergschnäppers erstreckt sich von den Alpen und vom östlichen Mitteleuropa östlich bis Zentralrussland. -- In Bayern brütet Ficedula [p.] parva (Bechstein 1794).

Der Zwergschnäpper ist in den Alpen und im Bayerischen Wald regional, in Nordbayern lokal verbreitet. Das Brutareal hat sich seit dem Erfassungszeitraum von 1996-99 verkleinert. Mit Ausnahme der Allgäuer Alpen existieren in allen Teilen der bayerischen Alpen Brutvorkommen. In den Alpen liegen die Reviere zwischen 820 m und 1.520 m ü.NN.

Vermeintliche Arealverluste im Berchtesgadener Land und Mangfallgebirge gehen vorwiegend auf Erfassungslücken zurück. Im Bayerischen Wald gab es im Vergleich zum letzten Kartierungszeitraum und entgegen dem landesweiten Trend sogar eine Zunahme besetzter Quadranten.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich unter jener aus der vorherigen Kartierperiode. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass Teile des bayerischen Verbreitungsschwerpunktes im Berchtesgadener Land nicht erfasst wurden. Es liegen keine Anhaltspunkte für gravierende Bestandsabnahmen vor, wenngleich sich neuerdings Negativtendenzen im Werdenfelser Land abzuzeichnen scheinen.

Brutbestand BY: 140-250 Brutpaare.

Fundortkarte

Zwergschnäpper (Ficedula parva)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5731 Coburg
5734 Wallenfels
5738 Rehau
5835 Stadtsteinach
5927 Schweinfurt
5934 Thurnau
6022 Rothenbuch
6128 Ebrach
6139 Falkenberg
6231 Adelsdorf
6328 Scheinfeld
6334 Betzenstein
6432 Erlangen Süd
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6640 Neunburg vorm Wald
6642 Waldmünchen
6743 Neukirchen b.Hl.Blut
6844 Lam
6845 Bayerisch Eisenstein
6944 Bodenmais
6945 Zwiesel
7046 Spiegelau
7047 Finsterau
7147 Freyung
7229 Bissingen
7245 Schöllnach
7246 Tittling
7247 Waldkirchen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7526 Ulm Nordost
7832 Türkenfeld
7932 Utting am Ammersee
7938 Steinhöring
8043 Laufen
8228 Wildpoldsried
8233 Iffeldorf
8238 Neubeuern
8239 Aschau i.Chiemgau
8240 Marquartstein
8241 Ruhpolding
8242 Inzell
8243 Bad Reichenhall
8331 Bad Bayersoien
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8335 Lenggries
8336 Rottach-Egern
8337 Josefsthal
8340 Reit im Winkl
8341 Seegatterl
8342 Schneizlreuth
8343 Berchtesgaden West
8427 Immenstadt i.Allgäu
8428 Hindelang
8429 Pfronten
8430 Füssen
8431 Linderhof
8432 Oberammergau
8433 Eschenlohe
8434 Vorderriß
8435 Fall
8443 Königssee
8444 Hoher Göll
8531 Zugspitze
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8627 Einödsbach
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Zwergschnäpper brüten in hochstämmigen Altbeständen naturnaher Laub- und Mischwälder, besonders an schattigen Stellen und in Bereichen hoher Luftfeuchtigkeit, z.B. in Schluchten, in der Nähe kleiner Fließgewässer oder an Seeufern. Auch Parks mit entsprechenden Baumgruppen werden besiedelt. Ob die Vorkommen streng an Buchenbestände gebunden sind, ergibt sich zumindest aus den vorliegenden Daten nicht eindeutig, wenn auch Buchen neben Bergahorn, Fichten und Tannen bei den Vorkommen in den Alpen und Mittelgebirgen in der Regel erwähnt werden. Wichtig scheint vor allem eine reiche vertikale Struktur mit ausreichend Raum im Kronenbereich für kurze Jagdflüge.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, Durchzügler, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug MAI, Wegzug JUL/AUG..

Brut: Höhlen- und Nischenbrüter, Nistplätze finden sich in Rindenspalten, ausgefaulten oder ausgebrochenen Nischen oder Halbhöhlen von Bäumen, gelegentlich auch mehr oder minder frei stehende Nester in Astgabeln, Legebeginn ab Anfang MAI bis Ende JUL. -- Brutzeit: APR/MAI bis AUG.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Zwergschnäpper ist in Bayern stark gefährdet.

Sein kleiner Bestand ist auf ein geografisch begrenztes Gebiet beschränkt, welches sich zudem am westlichen Rand seines Verbreitungsvorkommens befindet.

Verlust alter, biotopbaum- und (kronen-) totholzreicher Baumbestände mit großem Kleinhöhlenangebot. Besonderes Augenmerk ist auf Bestände zu legen, in denen traditionelle Brutvorkommen bekannt sind.

Auch Gefährdungen auf dem Zug und im Winterquartier sind nicht auszuschließen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhöhung des Flächenanteils biotopbaum- und totholzreicher Mischbestände (v.a. in Nachbarschaft zu bekannten Vorkommen).

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