Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis)

Rote Liste Bayern: Gefährdet
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Verbreitungsgebiet reicht südlich bis Slowenien, die Südkarpaten und in die Ukraine. Der Halsbandschnäpper brütet südlich des Trauerschnäpper-Areals und tritt mosaikartig mit diesem in Kontakt. -- In Bayern brütet Ficedula [hypoleuca] albicollis (Temminck 1815).

Der Halsbandschnäpper ist regional verbreitet. Das Brutareal hat sich im Vergleich zur letzten Kartierperiode von 1996-99 kaum verändert. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen entlang der Donau, unteren Iller, mittleren Isar, an der Isarmündung sowie im Nordwesten in weiten Teilen der Mainfränkischen Platten und im Spessart. Die höchsten Dichten werden vereinzelt an der Donau zwischen Ulm und Ingolstadt, an der Isarmündung sowie am Main rund um Schweinfurt und im Spessart erreicht.

Die aktuelle Bestandsschätzung bewegt sich im Bereich jener aus dem Zeitraum 1996-99. Die Erfassungen in einigen Vogelschutzgebieten Bayerns legen eine Unterschätzung der Bestände nahe.

Brutbestand BY: 1200-2200 Brutpaare.

Fundortkarte

Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5624 Bad Brückenau
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5630 Bad Rodach
5637 Hof
5724 Zeitlofs
5726 Bad Kissingen Nord
5727 Münnerstadt
5728 Oberlauringen
5729 Alsleben
5731 Coburg
5824 Gräfendorf
5825 Hammelburg
5826 Bad Kissingen Süd
5827 Maßbach
5828 Stadtlauringen
5829 Hofheim i.UFr.
5838 Selb
5923 Rieneck
5924 Gemünden a.Main
5925 Gauaschach
5926 Geldersheim
5927 Schweinfurt
5928 Obertheres
5931 Ebensfeld
6022 Rothenbuch
6023 Lohr a.Main
6026 Werneck
6027 Grettstadt
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6031 Bamberg Nord
6122 Bischbrunn
6124 Remlingen
6125 Würzburg Nord
6126 Dettelbach
6127 Volkach
6128 Ebrach
6129 Burgwindheim
6130 Burgebrach
6131 Bamberg Süd
6221 Miltenberg
6224 Helmstadt
6225 Würzburg Süd
6226 Kitzingen
6227 Iphofen
6228 Wiesentheid
6229 Schlüsselfeld
6237 Grafenwöhr
6326 Ochsenfurt
6327 Markt Einersheim
6328 Scheinfeld
6425 Röttingen
6426 Aub
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6429 Neustadt a.d.Aisch
6432 Erlangen Süd
6433 Lauf a.d.Pegnitz
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6627 Rothenburg ob der Tauber
6636 Kastl
6827 Feuchtwangen West
6930 Heidenheim
6933 Thalmässing
6934 Beilngries
6938 Regensburg
6939 Donaustauf
7039 Mintraching
7040 Pfatter
7042 Bogen
7129 Deiningen
7130 Wemding
7141 Straubing
7142 Straßkirchen
7143 Deggendorf
7230 Donauwörth
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7233 Neuburg a.d.Donau
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7243 Plattling
7328 Wittislingen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7331 Rain
7334 Reichertshofen
7340 Dingolfing West
7342 Landau a.d.Isar
7427 Sontheim a.d.Brenz
7428 Dillingen a.d.Donau West
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7437 Bruckberg
7438 Landshut West
7439 Landshut Ost
7526 Ulm Nordost
7527 Günzburg
7528 Burgau
7536 Freising Nord
7537 Moosburg a.d.Isar
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7631 Augsburg
7636 Freising Süd
7645 Rotthalmünster
7726 Illertissen
7735 Oberschleißheim
7736 Ismaning
7740 Ampfing
7741 Mühldorf a.Inn
7745 Rotthalmünster Süd
7834 München-Pasing
7835 München
7935 München-Solln
8136 Holzkirchen
8233 Iffeldorf
8343 Berchtesgaden West
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Schwerpunktlebensräume des Halsbandschnäppers sind Laubwälder und Laubmischwälder mit dominierender Eiche oder Buche. Halsbandschnäpper-Habitate in diesen Waldlebensräumen weisen keinen oder nur geringen Unterwuchs auf. Auch brütet die Art vorzugsweise in mehrschichtigen, unterwuchsreichen Auwäldern, insbesondere Hartholzauen. Streuobstbestände, Obstgärten, Feldgehölze oder Parkanlagen hingegen haben in Bayern nur untergeordnete Bedeutung.

Phänologie

Seltener bis spärlicher Brutvogel, Durchzügler, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug Mitte APR bis Ende MAI, bereits im JUL/AUG wird das Brutgebiet verlassen.

Brut: Höhlenbrüter, Nest ursprünglich in Baumhöhlen, heute bei uns meist in Nistkästen, Legebeginn Anfang/Mitte MAI. -- Brutzeit: MAI bis JUN/JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Halsbandschnäpper ist in Bayern eine Art der Vorwarnliste.

Eine Gefährdung entsteht durch Verlust höhlenreicher Laubaltholzbestände.

Mancherorts führt der nicht sachgemäße Umbau von Hartholzauewäldern in nicht standortsgerechte Fichtenbestände zum Verlust von Primärlebensräumen.

Als Gefährdungsursachen kommen ferner die allgemeine Situation als Langstreckenzieher mit Lebensraumveränderungen entlang des Zugweges und im Winterquartier und die Lage der bayerischen Vorkommen nahe der Nordwestecke des Artareals in Betracht.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Förderung strukturreicher Auewälder und höherer Biotopbaumanteile in reifen Laubbeständen.

Nistkastenangebote können bei lokalen Ansiedlungen in geeigneten Lebensräumen eine große Rolle spielen.

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