Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Das ursprünglich weitgehend kosmopolitische Areal des Wanderfalken umfasst mit größeren Lücken ganz Europa. -- In Bayern brütet Falco p. peregrinus (Tunstall 1771).

Der Wanderfalke ist in Bayern zerstreut verbreitet. Das Brutareal hat sich seit den Jahren 1996-99 stark vergrößert. Klassische Schwerpunkte sind das unterfränkische Maintal, die Frankenalb und die Alpen. In den letzten Jahren werden vermehrt Bruten zwischen den Verbreitungszentren, v.a. auch auf Bauwerken registriert. Scheinbare Verbreitungslücken in den Chiemgauer oder Berchtesgadener Alpen sind eher Erfassungslücken in schwierigem Gelände. Die Lücken im Mangfallgebirge und in Teilen der Bayerischen Voralpen beruhen dagegen auf geringer Dichte optimaler Nistplätze.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich über jener von 1996-99 und belegt eine starke Bestandszunahme. Außerhalb der Alpen kann heute von über 150 Paaren ausgegangen werden. Insgesamt wird der bayerische Brutbestand vermutlich noch unterschätzt.

Brutbestand BY: 210-230 Brutpaare.

Fundortkarte

Wanderfalke (Falco peregrinus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5434 Leutenberg
5526 Bischofsheim a.d.Rhön
5527 Mellrichstadt
5624 Bad Brückenau
5625 Wildflecken
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5632 Neustadt b.Coburg
5637 Hof
5724 Zeitlofs
5727 Münnerstadt
5731 Coburg
5735 Schwarzenbach a.Wald
5825 Hammelburg
5826 Bad Kissingen Süd
5827 Maßbach
5832 Lichtenfels
5835 Stadtsteinach
5920 Alzenau i.UFr.
5921 Schöllkrippen
5922 Frammersbach
5923 Rieneck
5924 Gemünden a.Main
5926 Geldersheim
5927 Schweinfurt
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5932 Uetzing
5933 Weismain
5936 Bad Berneck i.Fichtelgeb.
5939 Waldsassen
6020 Aschaffenburg
6021 Haibach
6024 Karlstadt
6026 Werneck
6027 Grettstadt
6031 Bamberg Nord
6033 Hollfeld
6039 Mitterteich
6120 Obernburg a.Main
6122 Bischbrunn
6124 Remlingen
6125 Würzburg Nord
6126 Dettelbach
6131 Bamberg Süd
6132 Buttenheim
6133 Muggendorf
6134 Waischenfeld
6135 Creußen
6221 Miltenberg
6222 Stadtprozelten
6225 Würzburg Süd
6226 Kitzingen
6228 Wiesentheid
6229 Schlüsselfeld
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6232 Forchheim
6233 Ebermannstadt
6234 Pottenstein
6235 Pegnitz
6321 Amorbach
6326 Ochsenfurt
6331 Röttenbach
6332 Erlangen Nord
6333 Gräfenberg
6334 Betzenstein
6335 Auerbach i.d.OPf.
6338 Weiden i.d.OPf.
6421 Buchen (Odenwald)
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6434 Hersbruck
6435 Pommelsbrunn
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6530 Langenzenn
6531 Fürth
6532 Nürnberg
6536 Sulzbach-Rosenberg Süd
6537 Amberg
6626 Schrozberg-Ost
6628 Leutershausen
6629 Ansbach Nord
6632 Schwabach
6633 Feucht
6638 Schwandorf
6640 Neunburg vorm Wald
6726 Rot am See
6729 Ansbach Süd
6731 Abenberg
6732 Roth
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6736 Velburg
6738 Burglengenfeld
6739 Bruck i.d.OPf.
6743 Neukirchen b.Hl.Blut
6744 Rittsteig
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6836 Parsberg
6837 Kallmünz
6842 Miltach
6843 Kötzting
6844 Lam
6845 Bayerisch Eisenstein
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6932 Nennslingen
6933 Thalmässing
6934 Beilngries
6935 Dietfurt a.d.Altmühl
6936 Hemau
6937 Laaber
6938 Regensburg
6939 Donaustauf
6943 Viechtach
6944 Bodenmais
6945 Zwiesel
7031 Treuchtlingen
7032 Bieswang
7033 Titting
7034 Kipfenberg
7035 Schamhaupten
7036 Riedenburg
7037 Kelheim
7038 Bad Abbach
7042 Bogen
7043 Ruhmannsfelden
7045 Frauenau
7046 Spiegelau
7047 Finsterau
7128 Nördlingen
7130 Wemding
7131 Monheim
7132 Dollnstein
7134 Gaimersheim
7136 Neustadt a.d.Donau
7137 Abensberg
7143 Deggendorf
7146 Grafenau
7228 Neresheim-Ost
7230 Donauwörth
7232 Burgheim Nord
7233 Neuburg a.d.Donau
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7239 Mallersdorf
7242 Wallersdorf
7245 Schöllnach
7247 Waldkirchen
7328 Wittislingen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7331 Rain
7335 Geisenfeld
7339 Ergoldsbach
7342 Landau a.d.Isar
7344 Pleinting
7428 Dillingen a.d.Donau West
7431 Thierhaupten
7434 Hohenwart
7435 Pfaffenhofen a.d.Ilm
7437 Bruckberg
7438 Landshut West
7447 Obernzell
7526 Ulm Nordost
7530 Gablingen
7532 Aichach
7535 Allershausen
7536 Freising Nord
7539 Geisenhausen
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7631 Augsburg
7635 Haimhausen
7636 Freising Süd
7637 Erding
7645 Rotthalmünster
7731 Mering
7733 Maisach
7736 Ismaning
7740 Ampfing
7745 Rotthalmünster Süd
7829 Ettringen
7831 Egling a.d.Paar
7833 Fürstenfeldbruck
7834 München-Pasing
7835 München
7927 Amendingen
7928 Mindelheim
7935 München-Solln
8026 Aitrach
8027 Memmingen
8128 Obergünzburg
8132 Weilheim i.OB
8143 Freilassing
8236 Tegernsee
8237 Miesbach
8238 Neubeuern
8239 Aschau i.Chiemgau
8240 Marquartstein
8241 Ruhpolding
8242 Inzell
8243 Bad Reichenhall
8326 Isny im Allgäu Süd
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8331 Bad Bayersoien
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8335 Lenggries
8336 Rottach-Egern
8337 Josefsthal
8338 Bayrischzell
8339 Oberaudorf
8340 Reit im Winkl
8342 Schneizlreuth
8343 Berchtesgaden West
8344 Berchtesgaden Ost
8424 Lindau (Bodensee)
8426 Oberstaufen
8427 Immenstadt i.Allgäu
8428 Hindelang
8429 Pfronten
8430 Füssen
8431 Linderhof
8432 Oberammergau
8433 Eschenlohe
8434 Vorderriß
8435 Fall
8442 Hirschbichl
8443 Königssee
8444 Hoher Göll
8527 Oberstdorf
8528 Hinterstein
8531 Zugspitze
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8626 Hoher Ifen
8627 Einödsbach
8628 Hochvogel
8633 Mittenwald Süd
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Wanderfalken leben zur Brutzeit in strukturreichen Kulturlandschaften von Siedlungen bis in ausgedehnte Waldungen. Vor allem Flusstäler werden wegen natürlicher Brutplätze und gutem Nahrungsangebot besiedelt. Als Nistplatz werden in Bayern Bänder oder Nischen (im Alpenraum auch ehemalige Steinadler- oder Kolkrabennester) in Felswänden ab 30 m Höhe genutzt, bei Mangel aber auch kleine, nur wenige Meter hohe Felsen, etwa im Bayerischen Wald. Außerhalb der Alpen nehmen Bruten in Steinbrüchen - vor allem am Untermain - und an Bauwerken zu. Letztere machten 2000 36 % der außeralpinen Brutstandorte aus, Steinbrüche 13 %. An Kraftwerken, Industriebauten, Autobahnbrücken, Sendetürmen usw. werden erfolgreiche Bruten meist erst durch künstliche Bruthilfen möglich. Baumbruten sind in Bayern wenigstens in den letzten 20 Jahren nicht belegt.

Phänologie

Sehr seltener Brut- und Standvogel.

Wanderungen: Streuungswanderungen der Jungvögel.

Brut: Fels- und Nischenbrüter, Nistplätze s.o., Legebeginn Mitte MRZ bis Anfang APR, die Jungen werden im JUN flügge. Ab Ende JUL/Anfang AUG löst sich der Familienverband auf. -- Brutzeit: MRZ bis JUN/JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Wanderfalke ist in Bayern gefährdet. Der kleine Bestand ist von besonderen Hilfsmaßnahmen abhängig.

Die Bruten werden gefährdet durch:

Illegale Eier- und Jungvogelentnahme sowie Verfolgung und Vergiftung

Menschliche Störungen - etwa durch Sportkletterer

Zuwachsen der natürlicher Felsbrutplätze

Brutverluste durch Prädatoren (Uhu, Steinmarder, Fuchs).

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung und Pflege von offenen Felswänden, Felsbändern und Felskuppen mit Nischen und Überhängen (natürliche Felsen, Steinbrüche). Ggf. behutsames Freistellen von zuwachsenden Brutplätzen.

Lenkung der Kletternutzung in Brutwänden.

Bei Windenergienanlagen: Prüfbereich von 1.000 m um bekannte Neststandorte, innerhalb dessen zu prüfen ist, ob und in welchem Umfang die Zugriffsverbote nach § 44 Abs. 1 BNatschG erfüllt sind.

Sonstige Hinweise

Das LfU führt ein Artenhilfsprogramm für den Wanderfalken durch, wodurch auch befristete Sperrungen der Brutfelsen koordiniert werden.

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