Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Zippammer (Emberiza cia)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Zippammer erstreckt sich vom Mittelmeerraum und südlichen Mitteleuropa bis in Gebirge Zentralasiens. -- In Bayern brütet Emberiza c. cia (Linnaeus 1758).

Die Zippammer kommt in Bayern lokal in Unterfranken an strukturreichen und steilen, felsigen Hängen zwischen Weinbergen vor. Entlang des Mains zwischen Karlstadt und Veitshöchheim hat sich die Verbreitung seit der Erfassung von 1996-99 kaum geändert. Ein Vorkommen wurde 2008 bei Hammelburg an der fränkischen Saale gemeldet, scheint aber nicht regelmäßig besetzt zu sein. Im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen konnten 2009 und 2011 Brutnachweise an einem bisher unbekannten Brutplatz erbracht werden.

Eine Bestandszunahme in den 1990er Jahren wird zwar im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung diskutiert, doch können größere Bestandszahlen auch an einer umfassenderen Erhebung liegen. An den Steilhängen des Maintals zwischen Veitshöchheim und Karlstadt blieb der Bestand zwischen 2002 und 2009 vergleichbar.

Brutbestand BY: 20-30 Brutpaare.

Fundortkarte

Zippammer (Emberiza cia)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5820 Langenselbold
5825 Hammelburg
6024 Karlstadt
6025 Arnstein
6027 Grettstadt
6123 Marktheidenfeld
6125 Würzburg Nord
6221 Miltenberg
6223 Wertheim
6225 Würzburg Süd
6431 Herzogenaurach
6730 Windsbach
6827 Feuchtwangen West
6933 Thalmässing
8627 Einödsbach
8628 Hochvogel
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Art besiedelt in Unterfranken steile bis sehr steile, intensiv besonnte süd(ost)- bis west(nordwest)-exponierte Muschelkalk- und Buntsandsteinhänge, z.B. unbereinigte oder aufgelassene Weinberge, Trockenrasenhänge mit sehr lockerer bis dichter Bebuschung, nahezu vegetationsfreie bis vegetationsarme Gesteinschuttfluren, aufgelassene Steinbrüche und kahle, bisweilen senkrechte Felswände; meist liegt in den Revieren ein Mosaik dieser Habitatstrukturen vor. Trockenmauern erhöhen die Wärmespeicherung der Umgebung und bieten geeignete Nistmöglichkeiten. Einzelne höhere Strukturen wie Bäume, auch abgestorben, exponierte Felskanten und Felstürme sind als Singwarten für die Revierabgrenzung offenbar entscheidende Habitatrequisiten. Reviergrößen in Unterfranken liegen zwischen 3 und 10 ha.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, Durchzügler, Teil- und Kurzstreckenzieher.

Wanderungen: Heimzug im MRZ (FEB bis MAI), Wegzug ab OKT.

Brut: Nest in Nischen, am Boden und im Gebüsch, Hauptlegezeit ab Ende APR; 1-2(3) Jahresbruten. -- Brutzeit: APR bis JUN/JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Bestand der Zippammer ist in Bayern vom Erlöschen bedroht.

Als Gefährdung der Vorkommen sind vor allem folgende Faktoren ermittelt worden: Sukzessionen in den Habitaten durch Aufgabe extensiver Beweidung und ihre Beschleunigung durch Nährstoffeintrag, Flurbereinigung und intensive Nutzung von Weinbergen einschließlich Zunahme von Biozideinsatz sowie flächige Entbuschungsaktionen. Störungen der Brutplätze durch Erschließung, Bewirtschaftung und intensive Freizeitnutzung, z.B. in Steinbrüchen und auf viel begangenen Wanderrouten spielen ebenfalls eine Rolle.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung und Entwicklung der Habitatqualität durch sorgfältige Entbuschung und/oder Beweidung eutrophierter Teilflächen.

Förderung des extensiven Weinbaus und anderer extensiver Nutzungsformen sowie die Einschränkung von Störungen durch Wegegebote.

Sonstige Hinweise

Meldungen von Bruthinweisen und -nachweisen an die Vogelschutzwarte am LfU sind besonders erwünscht.

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