Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger)

Rote Liste Bayern: Ausgestorben oder verschollen
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Rastvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Trauerseeschwalbe erstreckt sich von Südwesteuropa bis in die Mongolei; in weiten Teilen West- und Mitteuropas brütet die Art nur inselartig. -- In Bayern kommt Chlidonias n. niger (Linnaeus 1758) vor.

Im Fränkischen Weihergebiet zwischen Erlangen und Höchstadt an der Aisch brüteten im 19. Jh. Trauerseeschwalben regelmäßig, im Maximum wohl in über 100 Paaren. Ein letzter Brutnachweis stammt von 1936 von Weiherhammer südlich Weiden mit 4-5 Brutpaaren; auch 1937 könnte dort und im Süßenloher Weihergebiet bei Weiden noch ein Brutvorkommen bestanden haben. Brutbestand BY: erloschen.

Durchzugsmaximum: MAI und AUG/SEP in geringerer Zahl.

Fundortkarte

Trauerseeschwalbe (Chlidonias niger)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5632 Neustadt b.Coburg
5738 Rehau
5830 Pfarrweisach
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5934 Thurnau
6029 Knetzgau
6031 Bamberg Nord
6225 Würzburg Süd
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6238 Parkstein
6326 Ochsenfurt
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6338 Weiden i.d.OPf.
6430 Emskirchen
6527 Burgbernheim
6627 Rothenburg ob der Tauber
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6733 Allersberg
6739 Bruck i.d.OPf.
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6931 Weißenburg i.Bay.
7030 Wolferstadt
7037 Kelheim
7041 Münster
7235 Vohburg a.d.Donau
7341 Dingolfing Ost
7428 Dillingen a.d.Donau West
7431 Thierhaupten
7527 Günzburg
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7637 Erding
7731 Mering
7736 Ismaning
7831 Egling a.d.Paar
7832 Türkenfeld
7932 Utting am Ammersee
7942 Tittmoning
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8127 Bad Grönenbach
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8233 Iffeldorf
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8332 Unterammergau
8426 Oberstaufen
8433 Eschenlohe
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Art brütet in Niederungslandschaften an mehr oder weniger eutrophen Gewässern mit starker Schwimmblattzone, z.B. in langsam fließenden Gräben oder Altwässern, flachen Seen und künstlichen Teichen und Kleingewässern mit entsprechender Ufer- und Seichtwasservegetation. Nahrungsgebiete sind neben den Gewässern auch Feuchtwiesen, über denen nach Insekten gejagt wird. Auf dem Zug regelmäßig an Seen und größeren Flüssen, bei entsprechendem Nahrungsangebot auch längere Verweildauer.

Phänologie

Ehemaliger Brutvogel, regelmäßiger und gelegentlich zahlreicher (Frühjahrs-)Durchzügler, Langstreckenzieher.

Wanderungen: In Bayern regelmäßig auf dem Durchzug zwischen APR und SEP (OKT) mit Maxima im MAI und AUG.

Brut: Kolonienbrüter; Schwimmnest auf schwimmender oder submerser Vegetation, Schlammbänken oder Brutflößen, Eiablage im MAI, Nachgelege bis JUL -- Brutzeit: MAI bis JUL/AUG.

Tagesperiodik: Tagaktiv, Zug bei Tag und Nacht.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Lebensraumzerstörung durch Verlust oder Entwertung von Altwässern, flachen Seen, Teichen u.a. Feuchtgebieten durch Entwässerung, Grundwasserabsenkung etc.

Einschränkung der Brutmöglichkeiten auf fischereiwirtschaftlich genutzten Teichen durch Intensivnutzung und Entfernung der Wasserpflanzen.

Vernichtung der Verlandungsvegetation auf naturnahen Gewässern.

Störungen der Brutkolonien.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Wiedervernässung trockengelegter Gebiete, Aufstau von Drainagegräben, Anlage von Teichen.

Installieren von Brutflößen in geeigneten Gewässern.

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