Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Kampfläufer (Calidris pugnax)

Rote Liste Bayern: Ausgestorben oder verschollen
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Rastvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Kampfläufers erstreckt sich von NW-Europa und dem nördlichen Mitteleuropa über die feuchte Taiga Osteuropas bis in die Tundren Ostsibiriens -- In Bayern brütet Philomachus pugnax (Linnaeus 1758).

In Bayern ist der Kampfläufer regelmäßiger Durchzügler. Auf dem Heimzug tritt er zwischen Ende FEB und Anfang JUN in vielen Jahren zahlenmäßig stark auf, mit Gipfel im APR. Die lange Dauer des Durchzugs kommt daher, dass anfangs hauptsächlich die Männchen ziehen, denen die Weibchen erst 1-2 Monate später folgen. Der Wegzug zwischen (JUL) AUG und OKT (mit Schwerpunkt SEP) ist im Binnenland deutlich schwächer ausgeprägt, wobei die Jungvögel in der Regel früher durchziehen als die Altvögel.

Wichtige Rastgebiete in Bayern sind ....

Durchzugsmaximum: Ende MRZ bis Anfang MAI

Fundortkarte

Kampfläufer (Calidris pugnax)

Nachweise ab 1990



Letzter Daten-Import erfolgte am 31.7.2018.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1990

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5630 Bad Rodach
5731 Coburg
5733 Kronach
5738 Rehau
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5931 Ebensfeld
6031 Bamberg Nord
6137 Kemnath
6227 Iphofen
6326 Ochsenfurt
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6428 Bad Windsheim
6528 Marktbergel
6539 Nabburg
6741 Cham West
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
7029 Oettingen i.Bay.
7040 Pfatter
7041 Münster
7129 Deiningen
7130 Wemding
7138 Langquaid
7235 Vohburg a.d.Donau
7243 Plattling
7331 Rain
7332 Burgheim Süd
7333 Karlshuld
7335 Geisenfeld
7438 Landshut West
7441 Frontenhausen
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7636 Freising Süd
7637 Erding
7645 Rotthalmünster
7736 Ismaning
7741 Mühldorf a.Inn
7744 Simbach a.Inn
7830 Schwabmünchen
8033 Tutzing
8035 Sauerlach
8043 Laufen
8141 Traunstein
8234 Penzberg
8238 Neubeuern
8329 Nesselwang Ost
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
Letzter Daten-Import erfolgte am 31.7.2018.

Lebensraum und Lebensweise

Die Brutgebiete liegen in ausgedehnten Feuchtgebieten und Mooren Nordeuropas und Nordrusslands. Als Rastgebiete nutzen Kampfläufer nahrungsreiche Flachwasserzonen und Schlammufer an Flüssen, Altwässern, Baggerseen und Kläranlagen. Geeignet sind auch überschwemmte Grünlandflächen in Gewässernähe, Verrieselungsflächen sowie mit Blänken durchsetztes Feuchtgrünland, seltener sogar feuchte Ackerflächen.

Phänologie

Gelegentlich zahlreicher (Frühjahrs-)Durchzügler, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Hauptdurchzug im APR, schwacher Durchzug im SEP. Heim- und Wegzug ziehen sich so in die Länge, dass von MRZ bis OKT bzw. nahezu ganzjährig Kampfläufer in Bayern zu beobachten sind. Die Zahl der beobachteten Individuen im Frühjahr ist deutlich höher als im Herbst.

Brut: Bodenbrüter, Eiablage Ende APR bis Ende MAI. -- Brutzeit: APR bis JUL.

Tagesperiodik: Tagaktiv.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Verlust oder Entwertung von nahrungsreichen Flachwasserzonen und Uferbereichen an Flüssen, Seen und Teichen (z.B. Uferverbau, Gewässerausbau, Bebauung). Verlust oder Entwertung von Feuchtgebieten und Überschwemmungsflächen in den Auenbereichen mittlerer und größerer Fließgewässer.

Veränderung des Wasserhaushaltes in Feuchtgebieten (v.a. Grundwasserabsenkung). Störungen an Rast- und Nahrungsflächen (v.a. Freizeitnutzung).

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung und Entwicklung von geeigneten Nahrungsflächen (v.a. Flachwasserzonen, Schlammufer, Feucht- und Nassgrünland, Überschwemmungsflächen).

Erhaltung und Entwicklung von dynamischen Auenbereichen und großflächigen Feuchtgebieten mit einer naturnahen Überflutungsdynamik (v. a. Rückbau von Uferbefestigungen, Schaffung von Retentionsflächen).

Verbesserung des Wasserhaushaltes zur Stabilisierung eines hohen Grundwasserstandes in Feuchtgebieten; ggf. Renaturierung und Wiedervernässung.

Anlage von Kleingewässern und Flachwassermulden.

Vermeidung von Störungen an Rast- und Nahrungsflächen (u. a. Lenkung der Freizeitnutzung im Uferbereich von Gewässern und in Feuchtgebieten).

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