Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Steinkauz (Athene noctua)

Rote Liste Bayern: Gefährdet
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Art erstreckt sich über Nordafrika, Kleinasien und Arabische Halbinsel, Mittel- und Südeuropa, von dort ostwärts durch Asien bis zum Pazifik. -- In Bayern brütet Athene n. noctua (Scopoli 1769).

Der Steinkauz ist in Bayern regional verbreitet. Neben der Region am Untermain hat sich dank eines erfolgreichen Nistkasten-programms ein neuer Schwerpunkt im Grabfeld (Lkr. NES) gebildet.

Neue Nachweise gibt es auch aus dem Steigerwald. Aufgegeben wurden aber Restvorkommen in Mittel- und Oberfranken und südlich der Donau. Zusammen mit den angrenzenden hessischen und baden-württembergischen Vorkommen bildet die unterfränkische Steinkauzpopulation (nach Nordrhein-Westfalen) den zweitgrößten deutschen Brutbestand.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt deutlich über der aus dem Erfassungszeitraum 1996-99. Nach jahrzehntelang anhaltenden Arealverlusten und teils dramatischen Bestandseinbrüchen in Bayern und Mitteleuropa, werden in Teilen Deutschlands wieder positive Bestandsentwicklungen registriert. Trotz des Rückzugs aus vielen ehemaligen Brutgebieten konnte sich auch der bayerische Bestand aufgrund der Schutzmaßnahmen in Unterfranken vergrößern.

Brutbestand BY: 200 Paare.

Fundortkarte

Steinkauz (Athene noctua)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5527 Mellrichstadt
5528 Rentwertshausen
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5725 Stangenroth
5726 Bad Kissingen Nord
5727 Münnerstadt
5728 Oberlauringen
5729 Alsleben
5734 Wallenfels
5820 Langenselbold
5821 Bieber
5823 Burgsinn
5826 Bad Kissingen Süd
5831 Seßlach
5920 Alzenau i.UFr.
5921 Schöllkrippen
5928 Obertheres
5931 Ebensfeld
5935 Marktschorgast
6020 Aschaffenburg
6021 Haibach
6031 Bamberg Nord
6120 Obernburg a.Main
6121 Heimbuchenthal
6122 Bischbrunn
6124 Remlingen
6129 Burgwindheim
6220 Wörth am Main
6221 Miltenberg
6225 Würzburg Süd
6326 Ochsenfurt
6332 Erlangen Nord
6426 Aub
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6528 Marktbergel
6531 Fürth
6532 Nürnberg
6626 Schrozberg-Ost
6627 Rothenburg ob der Tauber
6630 Heilsbronn
6641 Rötz
6739 Bruck i.d.OPf.
6832 Heideck
6833 Hilpoltstein
6839 Nittenau
6931 Weißenburg i.Bay.
6933 Thalmässing
7030 Wolferstadt
7031 Treuchtlingen
7035 Schamhaupten
7036 Riedenburg
7037 Kelheim
7232 Burgheim Nord
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7328 Wittislingen
7637 Erding
8137 Bruckmühl
8239 Aschau i.Chiemgau
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Steinkäuze brüten in wintermilden Gebieten Bayerns auf reich gegliederten offenen Flächen mit hohem Grünlandanteil, mit geeigneten Nist- und Ruheplätzen (Baumhöhlen, Einzelgebäuden) und möglichst kurzrasigen Flächen als Nahrungshabitat. Bevorzugt werden vor allem lockere Streuobstlandschaften mit einem kleinflächigen Wechsel von Streuobstwiesen, Ackerflächen, Grünlandflächen, eingesprengten Hecken und unbefestigten Feldwegen.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel.

Wanderungen: Jungvögel dispergieren in alle Richtungen, meist jedoch nur < 20 km.

Brut: Höhlen- oder Halbhöhlenbrüter; Legebeginn selten ab Ende MRZ, überwiegend ab Mitte/Ende APR bis Mitte MAI. -- Brutzeit APR bis JUL.

Tagesperiodik: Dämmerungsaktiv.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Bestand des Steinkauzes ist in Bayern vom Aussterben bedroht.

Die Ursachen für die Gefährdungssituation sind vielfältig. Die Hauptursache dürfte der Lebensraumverlust und die Lebensraumzerschneidung durch Siedlungs- und Straßenbau sein.

Damit verbunden ist die Zunahme an Verkehrsopfern.

Weitere Ursachen sind die zunehmende Ausräumung und die damit einhergehende Verarmung der Artenvielfalt in der halboffenen und offenen Kulturlandschaft sowie die Aufgabe extensiver Nutzungsformen (z.B. von Streuobstanbau).

Folgenschwer sind die Umwandlung extensiv genutzten Grünlands in Äcker oder Sonderkulturen, wie z.B. Weinbau, der Verlust von Rand- und Saumstrukturen und der Verlust von unbefestigten Erd- und Graswegen in den Brutgebieten. Solche Eingriffe vernichten nicht nur Brutplätze, sondern auch die Ernährungsgrundlage.

Besonders die Siedlungsnähe der in Unterfranken noch optimal erscheinenden Steinkauzhabitate beschleunigt ihre Zerstörung.

Zerschneidung und Entwertung durch infrastrukturelle Maßnahmen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Ab Ende FEB sind Störungen in den Revieren unbedingt zu vermeiden.

Nisthilfen können den Mangel an natürlichen Brutplätzen kompensieren.

Sonstige Hinweise

In den drei Landkreisen des unterfränkischen Verbreitungsschwerpunktes, in denen nahezu der gesamte Landesbestand brütet, unterstützt der Bayerischen Naturschutzfonds seit 2002 Projekte zur Erhaltung und zur Förderung des Streuobstanbaus und zum Schutz der betroffenen bedrohten Arten. Sie sind der Versuch, durch gezieltes Marketing den Streuobstanbau attraktiv zu machen und die Artenvielfalt der Streuobstwiesen zu erhalten und zu fördern.

Für die Erhaltung des Standvogels dürfte die Zunahme milder Winter langfristig die Chance verbessern, sofern es dann noch geeignete Lebensräume gibt. Harte Winter verursachen deutliche Bestandseinbrüche.

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