Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Braungrüner Streifenfarn (Asplenium adulterinum)

Rote Liste Bayern: Stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Asplenium adulterinum ssp. adulterinum hat ein sehr disjunktes Verbreitungsareal in Europa (Skandinavien, silikatische Mittelgebirge, Balkan) sowie ein isoliertes Vorkommen an der Westküste Kanadas und kommt jeweils nur in kleinen Beständen vor. Die deutschen Vorkommen mit ca. 20 Wuchssorten liegen in Sachsen und zum größeren Teil in Bayern (Oberfranken, Oberpfalz). Die Art wird von Welk (2001) als global stark gefährdet eingestuft.

Der bayerische und deutsche Status der Roten Liste ist: stark gefährdet. Es handelt sich um eine Art, deren welt- und europaweiter Erhalt vom Erfolg der Schutzmaßnahmen abhängig ist.

Fundortkarte

Braungrüner Streifenfarn (Asplenium adulterinum)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5736 Helmbrechts
5737 Schwarzenbach a.d.Saale
5835 Stadtsteinach
5837 Weißenstadt
6138 Erbendorf
6441 Eslarn
6540 Oberviechtach
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Asplenium adulterinum ssp. adulterinum wächst hauptsächlich in Spalten und auf kleinen Absätzen von freistehenden Serpentinblöcken und -aufschlüssen - etwa alten, früher extensiv genutzten Bauernsteinbrüchen - selten auch auf Granit, Gneis u. ä. in (halb)schattiger luftfeuchter Lage. Die sehr langsam verwitternden Gesteine führen zu meist nur geringmächtig ausgebildeten Feinerden, die sich u. a. durch hohe Magnesium-Konzentrationen und Säuregehalt auszeichnen. Die Feinerde ist (mäßig) frisch und (lehmig-)schluffig.

Die Vermehrung des Braungrünen Streifenfarns erfolgt über Sporen, die im Sommer (Juli - August) reifen. Sie besitzen eine hohe Keimfähigkeit. Die vegetative Vermehrung spielt keine Rolle. Im Frühjahr treiben die Fiederblätter und im Anschluss daran die Sporenblätter.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Gesteinsabbau, Ausweitung von Steinbrüchen, Rekultivierung
  • Verdrängung durch Stickstoffzeiger (Himbeere etc.) und Ruderalarten
  • Nutzungsaufgabe extensiver Beweidung mit einhergehender starker Verbuschung
  • Starke Verbuschung und starke Verschattung
  • Volle Sonneneinstrahlung
  • Seltener: Sammeln, Freizeitaktivitäten und Ablagerungen

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Die bekannten Vorkommen müssen aufgrund der hohen Verantwortung Bayerns für den weltweiten Erhalt der Art bestehen bleiben. Sicherungsmaßnahmen sind neben einem fortlaufenden Monitoring der Bestände vor allem

  • Optimierung der umgebenden Felsstandorte für Neuansiedelungen zur Stärkung der bekannten Populationen
  • Extensive Beweidung zur Verminderung der Konkurrenz durch andere Pflanzenarten
  • Erhaltungskulturen
  • Abstimmung mit Vorhaben zum Gesteinsabbau

Sonstige Hinweise

Asplenium adulterinum ssp. adulterinum vereint als allotetraploider Hybride die Merkmale der Elternsippen Asplenium trichomanes ssp. trichomanes und Asplenium viride.

Der Hybride entstand und entsteht vermutlich europaweit an mehreren Wuchsorten gleichzeitig. Um Verwechslungen mit anderen Hybriden zu vermeiden, sollte das Merkmal "gute Sporenentwicklung" überprüft werden.

Ergänzende Informationen

Literatur

Lang, A. (2002): Artenhilfsprogramm für stark bedrohte Arten in der Oberpfalz, Mai 2002 bis November 2002. - Unveröff. Gutachten i. Auftr. Reg. Oberpfalz, 47 S., München.

Vogel, J.C. & S.-W. Breckle (1992): Über die Serpentin-Streifenfarne Asplenium cuneifolium Viv., Asplenium adulterinum Milde und ihre Verbreitung und Gefährdung in Bayern. - Ber. Bayer. Bot. Ges. 63: 61-79.

Welk, E. (2001): Arealkundliche Analyse und Bewertung der Schutzrelevanz seltener und gefährdeter Gefäßpflanzen Deutschlands. - Dissertation an der Universität Halle, 356 S.

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