Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Steinhuhn (Alectoris graeca saxatilis)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischen Restriktion
Erhaltungszustand Kontinental:
Erhaltungszustand Alpin: In Bezug auf Status Brutvorkommen: unbekannt

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Steinhuhns ist auf Europa beschränkt und erstreckt sich von den Westalpen bis Bulgarien und von den Nordalpen bis Süditalien und Südgriechenland. -- In den Alpen brütet Alectoris graeca (Bechstein 1805).

Das Steinhuhn ist in den bayerischen Alpen lokal verbreitet.

Seit den letzten Beobachtungen in den Allgäuer Alpen - Brutnachweis 1979 und Brutzeitbeobachtungen 1984 - wurde erstmals im Jahr 2002 wieder ein Nachweis eines Steinhuhns in Bayern erbracht. Aktuelle Brutzeitbeobachtungen liegen aus dem Allgäu und dem Werdenfelser Land (Ammergebirge, Wettersteingebirge) vor. Zwar fehlen bislang konkrete Brutnachweise, aufgrund der Stetigkeit der Feststellung ist jedoch von regelmäßig besetzten Revieren auszugehen. Weitere (nachbrutzeitliche) Nachweise außerhalb der ADEBAR-Wertungsgrenzen liegen aus den Berchtesgadener Alpen vor.

In Österreich ausgesetzte Chukarhühner A. [rufa] chukar sind auch in den bayerischen Alpen (Werdenfelser Land) beobachtet worden und könnten auch mit Steinhühnern hybridisieren.

Aufgrund der heimlichen Lebensweise, der sehr geringen Dichten und der schweren Zugänglichkeit der Brutgebiete ist mit weiteren unentdeckten Vorkommen zu rechnen.

Brutbestand BY 1-3 Brutpaare.

Fundortkarte

Steinhuhn (Alectoris graeca saxatilis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
8433 Eschenlohe
8528 Hinterstein
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8534 Östl. Karwendelspitze
8727 Biberkopf
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Steinige, mehr oder weniger steile Hänge, in den Alpen vorwiegend mit Südexposition, mit trockenem Boden, Rasen, Zwergsträucher, Sträuchern auch lichtem Wald. Im Winter mitunter in tieferen Lagen, auch im Schutz von Siedlungen und auf extensiv genutzten Landwirtschaftsflächen.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, Standvogel.

Wanderungen: Saisonale Vertikalwanderungen; Streifgebiete der Männchen können sich über 10-15 km erstrecken

Brut: Bodenbrüter, Eiablage von Ende MAI bis Ende JUN. -- Brutzeit: MAI bis AUG.

Tagesperiodik: Dämmerungs- und tagaktiv.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Das Steinhuhn ist in Bayern als Brutvogel verschollen.

Hauptursachen für Rückgang sind gravierende Biotopverluste durch Veränderungen in der Berglandwirtschaft sowie Verlust von Winterlebensräumen und geeigneten Einständen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Rückbau und Sicherung von Seilquerungen

Sonstige Hinweise

Meldungen von Bruthinweisen und -nachweisen an die Vogelschutzwarte am LfU sind besonders erwünscht.

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