Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus)

Rote Liste Bayern: Gefährdet
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Areal von Mittel- und Südeuropa einschließlich Nordafrika ostwärts bis Mittelasien. In Bayern brütet Acrocephalus a. arundinaceus (Linnaeus 1758).

Der Drosselrohrsänger ist in Bayern lokal verbreitet. Das Areal hat sich im Vergleich zum Erfassungszeitraum von 1996-99 leicht vergrößert. Verbreitungsschwerpunkte liegen am mittleren Main und dem Steigerwald, im Aischgrund, an der schwäbischen Donau, dem unteren Inn sowie an Ammersee, Chiemsee und Ismaninger Speichersee. Am nördlichen Chiemsee einschließlich des Oberlaufs der Alz wird eine maximale Dichte mit 21-50 Revieren erreicht. Im Vergleich zur letzten Kartierperiode gibt es sowohl viele aufgegebene als auch neu besiedelte Raster.

Die aktuelle Bestandsschätzung liegt etwa um 50 % über den Angaben aus dem Zeitraum von 1996-99, was nach den Abnahmen zwischen 1975 und 1999 offenbar wirklich einem positiven Trend entspricht.

Brutbestand BY: 300-450 Brutpaare.

Fundortkarte

Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5630 Bad Rodach
5632 Neustadt b.Coburg
5731 Coburg
5828 Stadtlauringen
5829 Hofheim i.UFr.
5830 Pfarrweisach
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5927 Schweinfurt
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5934 Thurnau
6023 Lohr a.Main
6027 Grettstadt
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6031 Bamberg Nord
6120 Obernburg a.Main
6127 Volkach
6128 Ebrach
6135 Creußen
6137 Kemnath
6139 Falkenberg
6140 Tirschenreuth
6225 Würzburg Süd
6227 Iphofen
6229 Schlüsselfeld
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6236 Eschenbach i.d.OPf.
6237 Grafenwöhr
6238 Parkstein
6326 Ochsenfurt
6328 Scheinfeld
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6332 Erlangen Nord
6336 Vilseck
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6431 Herzogenaurach
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6438 Schnaittenbach
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6531 Fürth
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6537 Amberg
6627 Rothenburg ob der Tauber
6629 Ansbach Nord
6632 Schwabach
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6642 Waldmünchen
6738 Burglengenfeld
6739 Bruck i.d.OPf.
6741 Cham West
6742 Cham Ost
6828 Feuchtwangen Ost
6829 Ornbau
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6833 Hilpoltstein
6834 Berching
6838 Regenstauf
6841 Roding
6927 Dinkelsbühl
6928 Weiltingen
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
6932 Nennslingen
6938 Regensburg
6939 Donaustauf
7029 Oettingen i.Bay.
7031 Treuchtlingen
7037 Kelheim
7038 Bad Abbach
7040 Pfatter
7041 Münster
7129 Deiningen
7136 Neustadt a.d.Donau
7142 Straßkirchen
7143 Deggendorf
7230 Donauwörth
7231 Genderkingen
7232 Burgheim Nord
7233 Neuburg a.d.Donau
7234 Ingolstadt
7235 Vohburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7243 Plattling
7244 Osterhofen
7328 Wittislingen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7331 Rain
7334 Reichertshofen
7338 Hohenthann
7339 Ergoldsbach
7340 Dingolfing West
7341 Dingolfing Ost
7342 Landau a.d.Isar
7344 Pleinting
7427 Sontheim a.d.Brenz
7428 Dillingen a.d.Donau West
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7431 Thierhaupten
7432 Pöttmes
7433 Schrobenhausen
7437 Bruckberg
7438 Landshut West
7439 Landshut Ost
7441 Frontenhausen
7527 Günzburg
7529 Zusmarshausen
7531 Gersthofen
7537 Moosburg a.d.Isar
7546 Neuhaus a.Inn
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7627 Ichenhausen
7631 Augsburg
7632 Dasing
7637 Erding
7645 Rotthalmünster
7646 Würding
7727 Buch
7731 Mering
7732 Mammendorf
7736 Ismaning
7742 Altötting
7743 Marktl
7744 Simbach a.Inn
7745 Rotthalmünster Süd
7827 Babenhausen
7829 Ettringen
7832 Türkenfeld
7834 München-Pasing
7839 Haag i.OB
7840 Kraiburg a.Inn
7928 Mindelheim
7930 Buchloe
7932 Utting am Ammersee
7933 Weßling
7938 Steinhöring
7939 Wasserburg a.Inn
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8038 Rott a.Inn
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8041 Traunreut
8042 Waging a.See
8043 Laufen
8131 Schongau
8132 Weilheim i.OB
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8143 Freilassing
8230 Lechbruck
8232 Uffing a.Staffelsee
8233 Iffeldorf
8234 Penzberg
8236 Tegernsee
8324 Wangen im Allgäu West
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8330 Roßhaupten
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8423 Kressbronn am Bodensee
8424 Lindau (Bodensee)
8429 Pfronten
8430 Füssen
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Nahrung, Deckung und Nistgelegenheit findet der Drosselrohrsänger in der Regel in dichten Altschilfbeständen, die im Wasser stehen und meist die wasserwärts gelegenen Teile der Schilfzone ausmachen. Im Donaumoos (Lkr. GZ), an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern, ist mit Neststandorten auch in Weidenbüschen zu rechnen, wenn diese von Wasser eingeschlossen sind. An Schilf grenzende Weiden werden sonst regelmäßig zur Nahrungssuche aufgesucht und als Singwarten genutzt.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, Durchzügler, Langstreckenzieher.

Wanderungen. Heimzug APR/MAI, Abzug AUG-OKT.

Brut: Freibrüter; Nest zwischen Schilfhalmen über dem Wasser aufgehängt, Eiablage ab Mitte MAI, Spät- und Zweitbruten bis JUL. -- Brutzeit: MAI bis JUL (AUG).

Tagesperiodik: Tagaktiv, gelegentlich Nachtgesang.


Brutzeit-Diagramm
Dunkle Sektorenfarbe weist auf die Hauptbrutzeit der Art in Bayern hin.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Der Drosselrohrsänger ist in Bayern stark gefährdet und zwar in allen Naturraumeinheiten.

Hauptursachen für Bestandsrückgang und Gefährdung sind Flächenverlust, Auflichtung oder andere Beeinträchtigungen des Schilfröhrichts. Schutzmaßnahmen können daher nur über Schutz und Erhaltung von kräftigem und dichtem Wasserschilf Erfolg haben. Die Sicherung von Schilfflächen an Uferabschnitten der großen natürlichen Seen hat Priorität. Dabei werden vor allem die Ausweisung von geschützten Flächen, Nutzungsverbote und -einschränkungen (insbesondere auch für die Freizeitnutzung), Besucherlenkung oder Pflegemaßnahmen zur Erneuerung verschwundener und zurückgehender Schilfbestände nachhaltigen Erfolg haben.

Weitere Maßnahmen sind die Erhaltung von Feuchtgebieten, möglicherweise auch die Wiedervernässung trockengelegter Flächen, Vernässung trockengelegter Schilfgebiete durch Aufstau.

Für den Langstreckenzieher Drosselrohrsänger kommen noch Gefährdungen und Lebensraumverlust auf den Zugstrecken und im Winterquartier dazu.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhalt und Entwicklung von Wasserschilfflächen

Wiedervernässung trockengelegter Feuchtgebiete.

Vermeidungen von Störungen zur Brutzeit, z.B. durch Besucherlenkung und Schaffung von Ruhezonen.

Themen

Service

Wir

Presse