2021
Andreas Zahn Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern

Fledermausschutz in Südbayern Untersuchungen zur Bestandsentwicklung und zum Schutz von Fledermäusen in Südbayern im Zeitraum 2018 bis 2020

Gutachten im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), 27 S., Augsburg

Artengruppe:
Fledermäuse
Stichwörter:
Fledermausarten des Anhang II der FFH-Richtlinie, Bestandsentwicklung und Schutz, ehrenamtliche Fledermausschützer, Sommer- und Winterquartiere, Quartiersicherung und Quartierneuschaffung, Fledermausschutzes in der Öffentlichkeit
Landkreis(e):
Oberbayern,Niederbayern,Schwaben
Auftraggeber:
LfU
Landkreise: Oberbayern,Niederbayern,Schwaben

Zusammenfassung:

Als eines der ältesten bayerischen Artenhilfsprojekte leistet das Forschungsvorhaben „Erfassung und Schutz von Fledermäusen in Bayern“ einen unverzichtbaren Beitrag zur Bayerischen Biodiversitätsstra-tegie sowie zu den Monitoringprogrammen des Landesamts für Umwelt (LfU), wie insbesondere dem FFH-Monitoring. Dank der langjährigen Arbeit der vielen von der Koordinationsstelle betreuten im Fledermausschutz ehrenamtlich Aktiven ist der Kenntnisstand zu dieser Tiergruppe in Bayern hoch. Nicht zuletzt aufgrund dieser beispielhaften Kooperation zwischen beruflichem und ehrenamtlichem Naturschutz haben sich die Bestände der meisten Fledermausarten stabilisiert oder sind wieder angestiegen. Viele Arten konn-ten in der Roten Liste herabgestuft werden oder gelten inzwischen als ungefährdet. Gerade für die als Kulturfolger eingestuften Arten, die Quartiere in und an Bauwerken beziehen, ist allerdings eine dauer-hafte Betreuung der Vorkommen erforderlich, da ihr Schutz häufig mit den Interessen der Bewohner-schaft oder Nutzenden der Gebäude abgestimmt werden muss. Der vorliegende Zwischenbericht umfasst die Arbeiten der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Südbayern im Rahmen des Artenhilfsprojekts von 2018 bis 2020. Sie wurden alle in enger Zusammen-arbeit mit zahlreichen ehrenamtlich im Naturschutz Aktiven und den Naturschutzbehörden durchgeführt. Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 7.667 Fledermausmeldungen von 3.063 Fundorten von der Koordinationsstelle gesammelt. Im Rahmen des Monitorings von Fledermausquartieren konnten Datensätze von rund 720 Wochenstuben- und 219 Winterquartieren erfasst und in die Datenbank ASK überführt werden. Ein Schwerpunkt lag auf den in Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufge-führten Arten. Im Zuge der fachlichen Beratung von Naturschutzbehörden, Architekten, Kirchengemeinden und Per-sonen, die Gebäuden mit Fledermausvorkommen besitzen, war die Koordinationsstelle im Berichts-zeitraum mit rund 370 Sanierungsfällen von Bauwerken (inklusive der Begasung von Kircheninnenräu-men) befasst. Oftmals fanden Ortsbegehungen und Beratungen vor Ort statt. Teammitglieder der Koordinationsstelle organisierten im Berichtszeitraum rund 300 zum Teil mehrtägi-ge Veranstaltungen (Vorträge, Schulungen, Führungen) oder nahmen als Vortragende an ihnen teil. Dazu zählen z. B. Aus- und Fortbildungen für Ehrenamtliche, Behörden oder Berufsgruppen, öffentli-che Vorträge und Führungen, spezielle Angebote für Kinder oder fledermauskundliche Veranstaltun-gen (Praktika, Bestimmungsübungen, Exkursionen) für Studierende von Universitäten und Fachhoch-schulen. Die Koordinationsstelle initiierte und betreute im Berichtszeitraum zudem sieben Abschluss-arbeiten an Universitäten und Fachhochschulen. Zur Information für Ehrenamtliche und als Hilfe für Behörden werden zahlreiche Merkblätter, Vortrags-vorlagen und Bestimmungshilfen bereitgehalten. Als Hilfsmittel zur Kommunikation und Vernetzung erscheint seit 2005 mehrmals jährlich ein E-Mail-Newsletter („Fledermausrundbrief“). Er wird derzeit von rund 1.300 Personen bezogen. Teammitglieder der Koordinationsstellen beteiligen sich weiterhin jedes Jahr an der Naturschutz-wachtausbildung der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen (ANL) und nehmen als Vortragende an diesen Kursen teil. Seit 2012 findet an der ANL unter Beteiligung der Koordinationsstelle jährlich die Ausbildung zum geprüften Fledermausfachberatenden statt. Der Kurs wurde von der Koordinationsstelle initiiert und wesentlich konzipiert.
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