Emissionsarme Wirtschaftsdüngeraufbereitung

Projekttitel

Untersuchungen zum Emissionsverhalten und dem Stand der Technik von bayerischen Wirtschaftsdüngeraufbereitungsanlagen

Kurzbeschreibung

Durch die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL 2000/60/EG vom 23.10.2000) in die neue Düngeverordnung (1. Juni 2017; (BGBl. S. 1305)) kommen neue Herausforderungen auf Tierhaltungs- und Biogasanlagenbetreiber zu. Die Verordnung dient zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigungen durch Nitrat aus landwirtschaftlichen Quellen. Erstmals müssen auch Gärreste bei der Ausbringhöchstmenge auf landwirtschaftliche Flächen berücksichtigt werden. In hoch belasteten Gebieten darf weniger Stickstoff ausgebracht werden und die Ausbringzeiten werden eingeschränkt. Zukünftig müssen daher viele Anlagen die Lagerkapazitäten für Gärreste und Gülle erhöhen. Stickstoffüberschüsse sollen durch gleichmäßigere Verteilung auf weniger belastete Gebiete verringert werden.

Auch Bayern weist in einigen Regionen einen deutlichen Überschuss an Stickstoff auf. Da Biogasanlagen häufig ungenutzte Abwärme zur Verfügung haben, eignen sie sich besonders zur Trocknung und Aufbereitung von Gärresten. Durch entwässerten Gärrest lassen sich Lager- und Transportmengen reduzieren. Bei nicht sachgerechter Aufbereitung kann jedoch ein Großteil des im Gärrestes enthaltenen Ammoniumdüngers über den Luftpfad als Ammoniak entweichen.

Deutschland hat sich verpflichtet die geforderten Obergrenzen der europäischen Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe (EU-Richtlinie (EU) 2016/2284 vom 14.12.2016) einzuhalten. Im Bereich der Landwirtschaft sind vor allem die Ammoniakemissionen relevant, die zu über 90 % aus landwirtschaftlichen Tätigkeiten stammen. Bundesweit sind insbesondere durch die Lagerung und Ausbringung von Gärresten aus Biogasanlagen die Ammoniakemissionen wieder gestiegen. Sie liegen derzeit noch deutlich über der Zielsetzung für die Jahre 2020 und 2030. Es ist daher wichtig emissionsarme Aufbereitungstechniken voranzutreiben.

Im Projekt "Emissionsarme Wirtschaftsdünger¬aufbereitung" werden die in Bayern bereits vorhandenen Aufbereitungssysteme erfasst, bewertet und ggf. optimiert. Neue Systeme sollen auf ihre Effizienz sowie die Auswirkungen auf die Umwelt insgesamt betrachtet werden. Im Fokus steht: wirtschaftlich, energetisch und technisch erprobte Anlagentechniken voranzutreiben. Aus Sicht der Luftreinhaltung muss dabei sichergestellt sein, dass die Stickstoffverbindungen nicht über den Luftpfad als zusätzliche Ammoniakemissionen freigesetzt werden. An ausgewählten Anlagen werden daher Emissionsuntersuchungen durchgeführt. Das Projekt ist zudem vernetzt mit einem ähnlich gelagerten Projekt des Landesamtes zum Thema Gewässerschutz.

Zielsetzung und Untersuchungsprogramm

Das Projekt "Emissionsarme Wirtschaftsdüngeraufbereitung" hat folgende Zielsetzungen:

  • Besichtigung verschiedener Anlagentypen vor Ort und messtechnische Untersuchungen relevanter Parameter (Ammoniak, Gesamtstaub, Gesamtkohlenstoff inkl. Methan, Schwefelwasserstoff, Geruch etc.) an drei bis vier verschiedenen Systemen von Gärresttrocknungsanlagen.
  • Bewertung der bestehenden Systeme im Hinblick auf ihren ökologischen Nutzen, Energieeffizienz, Sekundäremissionen, den Stand der Technik und gegebenenfalls deren Wirtschaftlichkeit.

Aus den gewonnen Recherche- und Untersuchungsergebnissen werden die Anforderungen an einen dauerhaft zuverlässigen Betrieb mit entsprechenden Überwachungsmöglichkeiten ermittelt und eine Handlungsempfehlung für Betreiber und Umweltschutzingenieure erstellt. Ziel dabei ist, beim Betrieb von Gärrestaufbereitungsanlagen sicherzustellen, dass Stickstoffverbindungen weitestgehend im erzeugten Düngemittel verbleiben und nicht über den Luftpfad freigesetzt werden. Die Ergebnisse sollen in Vollzugsempfehlungen für die Genehmigungsbehörden beziehungsweise in das Biogashandbuch Bayern einfließen.

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referat 21

Projektbeteiligte

Bayerisches Landesamt für Umwelt, Referate 91, 35 sowie 68

Projektfinanzierung

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Laufzeit

02.2019 bis 10.2021