Historisches

Seit jeher beschäftigt sich der Mensch damit, die Geheimnisse der Erde zu lüften und ihre Schätze nutzbar zu machen. Dokumente aus prähistorischer Zeit belegen, dass es vor allem die mineralischen Bodenschätze waren, die das Interesse der Menschen auf sich zogen. Andererseits beflügelten merkwürdige erdgeschichtliche Einzelbildungen ihre Fantasie: Sagen und Erzählungen entstanden, besondere Gebilde wurden mit dunklen Mächten in Verbindung gebracht. Zeugnisse dafür sind Namen wie Druidenstein, Jungbrunnen oder Teufelshöhle.

Kopfförmiger Felsen vor BergkulisseBild vergrössern Um den Felsen "Steinerne Agnes" im Lattengebirge rankt sich die Sage einer Sennerin, ihr Umriss ist heute im Logo des Geotopkatasters
Gezeichnete FelsstrukturenBild vergrössern Felsstrukturen der Luisenburg bei Wunsiedel - Zeichnungen von J. W. v. Goethe, 1785

In der Romantik begann man sich vor allem für bizarre Felsgebilde zu interessieren. Dichter, Gelehrte und Adlige besuchten jene Orte, die teilweise vor Jahrtausenden bereits eine kultische Bedeutung hatten. Goethe zeichnete und studierte 1785 die Felsstrukturen des Felsenlabyrinths bei Wunsiedel, das damals noch als finsteres Areal galt.

Gesteinsfreilegungen, Felsformen, Höhlen und Quellen sind eindrucksvolle Naturschöpfungen, deren Schutz bereits im 19. Jahrhundert den Ausgangspunkt der Naturschutzbewegung bildete. Landschaftsästhetische und wissenschaftliche Kriterien trugen später dazu bei, Schutzmaßnahmen für erdgeschichtlich und landschaftlich interessante Naturwunder, die damals noch nicht Geotope hießen, zu erarbeiten. Begeisterte Beschreibungen von Bayerns erstem Geowissenschaftler Mathias von Flurl (1756-1823) und systematische Erfassungen durch den Geognosten Carl Wilhelm von Gümbel (1823-1898) schufen die wissenschaftlichen Grundlagen.

Donau beim Kloster WeltenburgBild vergrössern Die Weltenburger Enge, im Jahr 1840 von König Ludwig I. von Bayern unter Schutz gestellt

Im Jahr 1840 verfügte König Ludwig I. von Bayern die Erhaltung der Weltenburger Enge bei Kelheim an der Donau, um sie vor einer Zerstörung durch Steinbruchbetriebe zu schützen. Er wies damit das erste bayerische Naturschutzgebiet aus, das heutzutage bei Einheimischen und Touristen beliebt ist und als eines von 100 "Bayerns schönsten Geotopen" prämiert wurde.