Schwarzes Moor

Das etwa 60 ha große Schwarze Moor liegt in einer flachen Hangmulde auf der von vulkanischen Gesteinen geprägten Hochebene der Langen Rhön. Im Gegensatz zu vielen anderen Mooren hat es noch einen relativ ursprünglichen Charakter, da es weitgehend von Trockenlegung und Torfabbau verschont blieb. Entlang eines Rundwegs sind verschiedene Moorstadien vom Nieder- bis zum uhrglasförmig aufgewölbten Hochmoor zu sehen.

Rundweg auf einem Holzsteg durch das schwarze Moor Bild vergrössern Holzsteg durch das schwarze Moor

Anfahrt - So finden Sie den Weg zum Schwarzen Moor

Von der Ausfahrt Mellrichstadt der A71 auf der B285 Richtung Bad Salzungen ca. 20 km bis nach Fladungen fahren. Weiter auf der "Hochrhönstraße" (St2288) ca. 6,5 km bis zum Parkplatz "Schwarzes Moor".
Von hier in wenigen Minuten zum Eingang und zum Rundweg (Naturlehrpfad) durchs Moor.

Das Geotop ist ein Naturschutzgebiet. Bitte bleiben Sie auf den Wegen! In den Wintermonaten gesprerrt, mehr Infos unter

Beschreibung

Wo Moore in der Rhön entstanden

Im Gebiet der heutigen Rhön lagerten sich im Tertiär tonige Sedimente ab. Zudem förderten vor etwa 25 bis 18 Millionen Jahren Vulkane ausgedehnte Lavaströme zu Tage, die zu Basalten erstarrten. Der heutige Plateau-Charakter der Langen Rhön ist auf die Verwitterungsresistenz dieser Basalte zurückzuführen.

Während der letzten Eiszeit lag die Rhön im Periglazialbereich. Hier gab es zwar keine Gletscher, aber Erscheinungen wie sie heute für Polargebiete typisch sind: Firn (mehrjähriger Altschnee) schmolz zeitweise ab und das Schmelzwasser trug breitflächig lockeres Bodenmaterial über dem gefrorenen Permafrostboden ab (Bodenfließen). So entstanden große Hangmulden.

Vor etwa 14.000 Jahren endete die letzte Eiszeit. Wo wasserstauende Sedimente wie Tone oder lehmige Verwitterungsrückstände der Basalte diese Hangmulden abdichteten, bildeten sich ausgedehnte Moorgebiete. Entscheidend hierfür sind hohe Niederschlagsmengen und niedrige Bodentemperaturen. Die heutigen klimatischen Bedingungen in der Hohen Rhön mit 1.000mm Jahresniederschlag, 4,7°C Jahresmitteltemperatur und zahlreichen Schnee-, Frost- und Nebeltagen begünstigen das Moorwachstum.

Wie Moore entstehen

Die Entstehung und Zonierung von Mooren als Schema Bild vergrössern Die Entstehung und Zonierung von Mooren

An dauerhaft nassen Standorten kann abgestorbenes Pflanzenmaterial nicht abgebaut werden, da der Sauerstoffmangel die Zersetzung verhindert. Das organische Material reichert sich an – es entsteht Torf. Nur besonders spezialisierte Lebensgemeinschaften können diese Standorte besiedeln.

Bei der Moorentstehung werden verschiedene Stadien unterschieden: Zunächst bilden sich in Senken oder durch Verlandung von Seen "Niedermoore", die mit dem Grundwasser in Verbindung stehen. Bei günstigem Feuchtklima wächst das Moor durch die fortschreitende Materialanhäufung in die Höhe und verliert den Kontakt zum Grundwasser. Die daraus entstehenden "Hochmoore" werden ausschließlich von Niederschlagswasser (Regen, Nebel, Tau) gespeist. Bevorzugt wachsen im Zentrum des Moores wasserspeichernde Torfmoose auf, wodurch Hochmoore eine uhrglasförmig aufgewölbte Form entwickeln. Zwischen Hoch- und Niedermooren befinden sich häufig "Übergangsmoore", die vergleichsweise trocken sind und dadurch auch einen spärlichen Baumbewuchs (zum Beispiel Birken) erlauben.

Warum Moore so wichtig sind

Früher hat man durch Entwässerung landwirtschaftliche Nutzflächen gewonnen. Der abgebaute Torf war ehemals als Heizmaterial und im Gartenbau begehrt, heute wird er noch für medizinische Zwecke verwendet.

Doch es gibt wichtige Gründe, den Torf zu erhalten und die Moore zu schützen.

Sie stellen wertvolle "Klima-Archive" der jüngsten Erdgeschichte dar: Die Moore entwickelten sich über tausende von Jahren. Die organische Substanz verrottete nur schlecht und Pflanzenpollen wehten aus dem Umfeld ins Moor. Heute können wir aus der Analyse dieser Pflanzen-pollen Rückschlüsse auf die Vegetation in vergangenen Zeiten ziehen.

Intakte oder nur wenig veränderte Moore tragen zum Klimaschutz bei: Sie speichern klimawirksames Kohlendioxid (CO2). In entwässerten Mooren baut sich der Torf ab und Kohlendioxid wird in die Luft abgegeben. Gezielte Wiedervernässungen wirken sich positiv auf das Klima und den Artenschutz aus.

Schützenswert sind Moore auch als wertvolle und seltene Lebensräume für die hochspezialisierten Pflanzen- und Tierarten, die mit den besonderen Bedingungen zurechtkommen und nur hier überleben können.

Das Schwarze Moor

Das Schwarze Moor ist ein typisches Hangmoor, das sich in einer flachen Mulde auf einer wasserundurchlässigen tertiären Ton-Unterlage gebildet hat. Es weist alle Stadien vom Niedermoor über das Übergangsmoor zum Hochmoor auf. Die Torfmächtigkeit erreicht lokal bis acht Meter. Im Gegensatz zu vielen anderen Mooren wurde im Schwarzen Moor früher nur geringfügig Torf gestochen und auch die Maßnahmen zur Trockenlegung hielten sich in Grenzen. Dadurch zeigt das Moor noch seinen ursprünglichen Charakter. Bereits 1939 wurde es unter Naturschutz gestellt.

Geologische Karte/Zeittafel

Zeittafel mit (übereinanderliegend dargestellt): Erdfrühzeit (bis vor 545 Mio. Jahren), Erdaltertum (bis vor 250 Mio. Jahren, unterteilt in: Kambrium, Ordovizium, Silur, Devon, Karbon, Perm), Erdmittelalter (bis vor 65 Mio. Jahren, unterteilt in: Trias, Jura, Kreide), Erdneuzeit (bis Heute, unterteilt in: Tertiär, Quartär) Bild vergrössern Zeittafel. Das Moor entstand zur Zeit des Quartär