Projekt: Alpin-Geotope

  • Projektname: Bearbeitung der Alpin-Geotope im Geotopkataster Bayern
  • Projektträger: Landesamt für Umwelt (LfU)
  • Projektleitung: LfU, Referat 101 Geoinformation und Geomanagement
  • Projektdauer: 01.07.2015 bis 30.06.2019
  • Projektkosten: 382.000,- €
  • Finanzierung: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz

Kurzbeschreibung und Zielsetzung

Die bayerischen Alpen mit den schroffen Felsen der Kalkalpen und ihr Vorland mit den sanften Moränenhügeln sind ein Natur- und Lebensraum der durch die vielfältige Geologie geprägt wird. Die Nutzung der vorhandenen Rohstoffe wie Salz, Kohle und Erz sowie Wasserkraft war seit alters her mit eine Lebensgrundlage für die Bewohner.

Alpines BergpanoramaBild vergrössern Am Laufbacher Eck auf der Via Alpina vom Prinz-Luitpold-Haus nach Oberstdorf

Geotope sind Fenster in die Erdgeschichte, die nicht nur einen Einblick in den Strukturbau der Alpen und ihrer Entstehung zeigen, sie sind auch von erheblicher kulturhistorischer und heimatkundlicher Bedeutung. Durch sie wird Heimatgeschichte sichtbar und begreifbar, sie geben auch einen Einblick in die Lebens- und Wirtschaftsgeschichte dieser Region.

Die Geotope des bayerischen Alpen- und Voralpenbereichs im Geotopkataster des LfU umfassen ein weites Spektrum der Geotoptypen von Aufschlüssen, Formen, Quellen, Höhlen und geohistorischen Objekten. Anfang des Jahres 2015 sind im Gebiet der bayerischen Alpenlandkreise ohne die bereits 2014 neu bearbeiteten Montangeotope 528 Geotope im Geotopkataster geführt. Weitere rund 395 Objekte sind in der Vorschlagsliste zur Aufnahme in das Kataster. Der Datenbestand der "Alpin-Geotope" (Geotope der bayerischen Alpenlandkreise) im Geotopkataster Bayern beruht vielfach auf dem Sachstand der Erstaufnahme und konnte wegen Personalmangels bisher nicht gepflegt werden. Infolge dessen sind die vorliegenden Beschreibungen teilweise über 20 Jahre alt.

Die Objekte der Vorschlagsliste bedürfen vor Aufnahme in das Geotopkataster einer eingehenden Begutachtung und Bewertung. Alle Geotope müssen im Gelände begutachtet werden und die als Geotop geeigneten Vorschlagsobjekte müssen auch vor Ort geprüft werden. Denn nach dem Bayerischen Bodenschutzprogramm 2006 sollen bis 2020 flächendeckend alle Geotope inventarisiert sowie herausragende Geotope erhalten, gepflegt und bei Bedarf nach dem Bayerischen Natur- bzw. Bodendenkmalschutzgesetz geschützt werden. Durch eine Aktualisierung der Geotop-Datensätze im Geotopkataster wird die Grundlage für die entsprechenden Geotop-Datenblätter bereitgestellt. Eine Aktualisierung und Fortschreibung der Alpingeotope ist auch nötig um Behörden, Kommunen, Institutionen und Bürger qualifiziert Auskunft geben zu können.

Das internationale Projekt "Via GeoAlpina", zu dem sich verschiedene Institutionen aus sechs Alpenländern (Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien und Schweiz) zusammengefunden haben, wurde von der Internationalen Union für geologische Wissenschaften (IUGS) und der UNESCO ins Leben gerufen. In Bayern ist das Landesamt für Umwelt (LfU) die zuständige Institution. Das Projekt "Via GeoAlpina" setzt besondere Geo-Orte entlang von Alpenwegen in Wert, an denen das sensible Ökosystem "Bergwelt" den Wanderern näher gebracht wird.

Das Projekt umfasst folgende Ziele

  1. Bestandsaufnahme und Aktualisierung des Geotopkataster Bayerns im Gebiet der bayerischen Alpenlandkreise auf Basis der vorhandenen Daten im Geotopkataster und von Literatur- bzw. Archiv-Unterlagen
    • Befahrung der Geotope und der Geotopvorschläge, die nach Sichtung der Unter-lagen für Geotop-Aufnahme grundsätzlich geeignet erscheinen; prioritär zu bearbeiten sind Geotope und Geotopvorschläge, die bei der Schutzbedürftigkeit ein Gefährdungspotenzial erkennen lassen, sowie Geotope deren geowissenschaftlicher Wert als besonders wertvoll, wertvoll bzw. bedeutend eingestuft ist.
    • Bei den Geotopvorschlägen sind prioritär jene bevorzugt zu befahren und zu bewerten, die nach Vorschlagsunterlagen eine besondere allgemeine geowissenschaftliche und regionalgeologische Bedeutung sowie öffentliche Bedeutung erkennen lassen.
    • Bestandsaufnahme vor Ort (Prüfung des aktuellen Zustands) inklusive einer Fotodokumentation.
    • Einpflegen der Ergebnisse in den Geotopkataster.
  2. Erfassen des bayerischen Anteils der Via GeoAlpina und Bewertung hinsichtlich des geotouristischen Inventars
    • Es sollen sieben geeignete Streckenabschnitte (Tagesetappen oder Abschnitte von Tagesetappen) ausgewählt werden, die ein, auch für den Nichtfachmann, attraktives geologisches Inventar zeigen, anhand dessen erdgeschichtliche oder heimatkundliche Aspekte anschaulich vermittelt werden können.
    • Diese sind für eine geotouristische Inwertsetzung zu bearbeiten und für eine Online-Darstellung aufzubereiten. Hierbei soll mit regionalen Einrichtungen und Institutionen zusammengearbeitet und vorhandene Geo-Pfade sollen mit berücksichtigt werden.

Weiterführende Informationen

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