Der Bau von Freiflächen-PV-Anlagen beansprucht in der Regel große Bodenflächen. Daher sollten bereits in der Vorplanung Aspekte des Bodenschutzes berücksichtigt werden.
Maßnahmen zum Bodenschutz sind in erster Linie von den Standortbedingungen sowie der Art der Ausführung abhängig.
Welche Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sind, hängt davon ab, welche Auswirkungen auf die Bodenfunktionen zu erwarten sind und ob Nachteile für Anlieger, Nachbargrundstücke, die Infrastruktur oder die Allgemeinheit entstehen können.
Hinweise für die Planungsphase
- Anlagenart und Überschirmungsgrad der Bodenoberfläche: je nach Bauweise, kann die überschirmte Fläche stark variieren. Problematisch können vor allem sehr bodennahe, dachartige Module sein, die einen Versiegelungscharakter haben. Dies kann zur Austrocknung der Böden, zu fehlender Vegetation und infolgedessen zu einer erhöhten Erosionsgefahr führen.
- Erosionsgefährdung des Standorts: Vor allem in Hanglagen sind die erwartbar konzentrierteren Abflüsse an den Modulkanten bei der Anlagenplanung zu berücksichtigen. Dadurch können Sachschäden durch erhöhten Oberflächenabfluss am unteren Hangbereich vermieden werden.
- Wahl der Baumaterialien: Die Materialien für die Ständer- oder Fundamentsysteme (Legierungen, Beschichtungen usw.) müssen standortgeeignet und schadstofffrei sein.
Satteldachkonstruktionen wirken sich durch einen hohen Grad an Beschattung und Überschirmung negativ auf den Boden aus. Die Vegetation wächst nur spärlich und es kommt zu einer Austrocknung des Bodens unterhalb der Module. Die Fläche kann insgesamt weniger Wasser aufnehmen, gleichzeitig kommt es an den Modulkanten zu einer Abflusskonzentration, was insgesamt zu extrem unterschiedlichen Standortbedingungen auf kleinster Fläche führt.
Ausreichende Abstände zwischen den Modultischen, aufgelockerte Modulanordnungen und baubedingt geringere Überschirmungsgrade (z. B. bei Pultdachkonstruktionen), ermöglichen in der Regel eine stabile Vegetation. Dies schützt den Boden vor Austrocknung und dient zugleich als natürlicher Erosionsschutz. Die Konzentration von Abflüssen an den Modulkanten ist insbesondere in Hanglagen bei der Planung zu berücksichtigen.
Bodenschutz bei der Bauausführung
Vermeidung von dauerhaften Bodenverdichtungen durch:
- Vorbegrünung: Eine dichte Grasnarbe (Grünland) bzw. ein ausreichender Bedeckungsgrad (Acker) schützt den Boden bei Befahrungen.
- Witterungsangepasstes Arbeiten: Bodenarbeiten und Befahrungen sollten möglichst bei geeigneter Bodenfeuchte ("trocken" bis maximal "feucht" nach DIN 19639) stattfinden.
- Angepasste Baufahrzeuge: Einsatz von bodenschonenden Baufahrzeugen, bestenfalls landwirtschaftliche Technik oder kettenbetriebene Fahrzeuge.
- Standortbezogene Schutzmaßnahmen: Bei verdichtungsempfindlichen oder wasserbeeinflussten Böden oder in wassersensiblen Bereichen sind ggf. zusätzliche lastverteilenden Maßnahmen einzuplanen.
Weitere Maßnahmen:
- Sachgerechte Erdarbeiten: Schichtweiser Ein- und Ausbau von Boden beim Verlegen der Erdkabel bzw. der Errichtung der Fundamente.
- Ordnungsgemäße Entsorgung ggf. anfallenden Bodenmaterials.
Durch eine angepasste Bautechnik (z.B. Kettenfahrzeuge) und geeignete Baumaterialien (Vorrammen der Pfähle) können negative Einwirkungen auf und in den Boden minimiert werden, sodass Bodenverdichtungen und Verunreinigungen (durch abplatzende Legierung) entgegengewirkt werden können.
Es wird empfohlen, sich bei Planung, Genehmigung und Bau von Freiflächen PV-Anlagen umfangreich zu informieren. Detaillierte Hinweise finden sich z.B. im Energie-Atlas des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sowie in der LABO-Arbeitshilfe - Bodenschutz bei Standortauswahl, Bau, Betrieb und Rückbau von Freiflächenanlagen für Photovoltaik und Solarthermie.




