Gewässerschutz: Nr. 07 / Donnerstag, 06. März 2008
Abwasseranlagen sind die größten kommunalen Stromverbraucher / Strom-einsparpotentiale bis 30 Prozent möglich / Verdoppelung der Stromproduktion aus Faulgas möglich
(Augsburg) +++ "Abwasseranlagen sind die größten Stromverbraucher in den Kommunen" sagte heute Albert Göttle, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), beim Lindauer Seminar für Arbeitgeber und Dienstleister im Bereich Abwasserentsorgung. Um den hohen Standard bei der Abwasserreinigung zu gewährleisten, verbrauchen die Kläranlagen mit ihrer Infrastruktur immerhin etwa 20 Prozent des Stroms der kommunalen Einrichtungen. Rund 35 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr werden benötigt, für ganz Bayern summiert sich der Energiebedarf für die Abwasserreinigung auf rund 650 GWh. Moderne Technologien und ein energieeffizienter Betrieb können aber den Stromhunger deutlich verringern. Besonders günstig ist dabei, vermehrt aus Klärschlamm Faulgas zu gewinnen und damit regenerativen Strom zu erzeugen. Auch die Wärmeenergie des Abwassers lässt sich nutzen, denn Abwasser in der Kläranlage ist meist deutlich über 12 Grad warm. "Kläranlagen lassen sich auf "Energie-Diät" setzen" so Göttle, "Energieeffizienz darf aber nicht auf Kosten der Betriebssicherheit und der Reinigungsleistung gehen." +++Göttle setzte sich außerdem dafür ein, die Kontrolle und Sanierung der Abwasserkanäle voranzubringen. In Bayern gibt es rund 86.000 Kilometer kommunaler Abwasserkanäle. Göttle: " Diese wertvolle Infrastruktur gilt es, auf Dauer zu erhalten, dazu gehört auch die regelmäßige Zustandsüberwachung und Instandhaltung von Kanälen." Das LfU führt derzeit Untersuchungen zur Beschaffenheit der öffentlichen Kanäle in Bayern durch.
Energieeinsparung ohne Qualitätsverlust an den Kläranlagen ist bei den Betreibern und Kommunen gerade in Zeiten steigender Energiepreise im Kommen. Erst vor Kurzem wurden dazu am LfU die Lehrer der Kläranlagennachbarschaften gezielt geschult und informiert, wie Einsparpotentiale erkannt und gezielt umgesetzt werden können. In Bayern reinigen über 2800 kommunale Kläranlagen das Abwasser der 12 Millionen Einwohner des Freistaats. Rund 2200 Industrieanlagen reinigen ihr Betriebsabwasser in speziellen Kläranlagen bereits am Anfallort, bevor es dann in die kommunalen Kläranlagen oder in die Gewässer gelangt.
Das Lindauer Seminar "Praktische Kanalisationstechnik – Instandhaltung von Kanalisationen" findet heuer zum 21. Mal statt. Auf der Tagesordnung der zweitägigen Fachveranstaltung mit Referenten aus ganz Deutschland stehen Fragen zum Betrieb und zur Instandhaltung von Kanalnetzen.
Programm:
www.jt-elektronik.de/veranstaltungen/lindauerseminar/seminar2008/index.html
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