PRESSEMITTEILUNG

Nr. 35 / Mittwoch, 13. Juni 2007

Biotopkartierung
LfU erfasst wertvolle Biotope in der Stadt Regensburg

Landesamt bittet private Grundstücksbesitzer um Unterstützung
(Augsburg) +++ Seit kurzem sind in Regensburg die ersten Kartierer unterwegs: Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit der Stadt Regensburg beginnen sie mit der sogenannten Biotopkartierung. LfU-Präsident Albert Göttle appelliert vor allem an die privaten Grundstücksbesitzer, die Kartierer zu unterstützen und ihnen Zutritt zu gewähren: "Die Anwohner von Regensburg können damit entscheidend zum Erfolg beitragen. Sie werden überrascht sein von der hohen naturschutzfachlichen Wertigkeit ihrer Gärten und Grundstücke". Das LfU betreut die Biotopkartierung bayernweit. Zwei Fachbüros führen die Arbeiten durch. Die Geländearbeiten werden bis zum Herbst 2008 abgeschlossen. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2009 zur Verfügung. Die Biotopkartierung erfasst ökologisch wertvolle Lebensräume und wird nach einem einheitlichen Standard flächendeckend in ganz Bayern durchgeführt. Rund 60.000 Euro kostet die neue Kartierung in Regensburg. 60 Prozent davon trägt das LfU, 40 Prozent die Stadt Regensburg. Die letzte Biotopkartierung der Stadt Regensburg liegt inzwischen mehr als 10 Jahre zurück. +++

Biotope sind wichtige Lebensräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Sie sind zudem für den Naturhaushalt und den Menschen von besonderer Bedeutung. Die Ergebnisse sind wichtige Grundlagen für die Naturschutzbehörden und für die Kommunen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. Aber auch Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Biotopkartierung.

Hintergrundinfos zur Biotopkartierung

  • Die Biotopkartierung gliedert sich in die drei Bereiche Flachland, Alpen und Stadtgebiet. Wie bei der Flachlandkartierung werden im Stadtgebiet Biotope, Natura-2000-Lebensräume und ausgewählte Tiergruppen wie Fledermäuse, Amphibien oder Tagfalter erfasst. Im Unterschied zur Flachlandbiotopkartierung werden bei der Stadtbiotopkartierung zusätzliche typisch städtische Biotoptypen wie Parks oder Einzelbäume kartiert.
  • Seit 1985 werden in Bayern die Biotope landesweit im genauen Kartierungsmaßstab von 1:5000 erfasst. Speziell ausgebildete Kartierer beschreiben die für den Naturschutz wichtigen Flächen im Gelände und die dort wachsenden Pflanzen. Wiederholungskartierungen dienen dazu, die Daten auf dem neuesten Stand zu halten. Das LfU koordiniert die Arbeiten und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
  • Seit dem letzten Jahr werden im Rahmen der Biotopkartierung auch die Natura- 2000-Lebensraumtypen mit erfasst. Diese Kartierung ist eine wichtige Grundlage für die Managementplanung in den FFH-Gebieten und die Berichte an die EU.
  • Die Biotopkartierung hat weder das Ziel noch die Möglichkeiten, Flächen unter Schutz zu stellen oder Grundstückseigentümern bestimmte Bewirtschaftungsweisen vorzuschreiben. Sie ist lediglich eine Bestandsaufnahme und erfasst alle Flächen, die für den Naturschutz wichtig und erhaltenswert sind. Mögliche Einschränkungen ergeben sich ausschließlich aus bestehenden gesetzlichen Vorgaben.
  • Rund vier Prozent der Landesfläche sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume Bayerns erfasst und beschrieben worden.
  • Bei der letzten Biotopkartierung in den Jahren 1994/95 wurden in der Stadt Regensburg 384 Biotope mit 2260 Teilflächen und einer Gesamtfläche von 496 ha ermittelt. Das entspricht einem Biotopanteil von rund sechs Prozent der Stadtfläche.


Weitere Infos zur Biotopkartierung und deren Ergebnisse unter
www.bayern.de/lfu/natur/biotopkartierung/index.html