Geologie: Nr. 24 / Dienstag, 09. Juni 2026
„Vulkanausbruch im Spessart schuf Gestein mit weltweit einzigartigen Kristallen“
Bayerns Gestein des Jahres 2026 ist ein blutrot gefärbtes, rund 290 Millionen Jahre altes Lavagestein, der so genannte Rhyolith im Steinbruch Hartkoppe im unterfränkischen Sailauf (Lkr. Aschaffenburg). „Im Spessart hat ein Vulkanausbruch nicht nur ein außergewöhnlich farbiges Gestein hinterlassen, das für Naturstein-Fassaden in ganz Deutschland begehrt war." Das Gestein enthält auch äußerst seltene Kristalle, die es weltweit praktisch nicht noch einmal gibt wie den 2003 erstmals entdeckten Sailaufit“, begründete Roland Eichhorn, Leiter des Geologischen Dienstes am Landesamt für Umwelt, die Auswahl. Ende der 1950er Jahre begann hier der Abbau von Rhyolith im größeren Stil, vorher wurde das vor mehr als 200 Jahren entdeckte Vorkommen nur sporadisch abgebaut. Das Material diente unter anderem für die Fassadenverkleidung der Kölner Messe oder als Wegebaumaterial im Trainingsgelände Säbener Straße des FC Bayern München. Seit 2017 ist der Abbau eingestellt und der Steinbruch zum großen Teil mit Wasser gefüllt. Eichhorn: „Als Teil des Sailaufer Kulturwegs können sich Interessierte jetzt an einem Aussichtspunkt mit Infotafel über die Geschichte sowie die geologischen Besonderheiten des Steinbruchs informieren. Der Steinbruch Hartkoppe wurde deshalb als Vertreter des Gesteins des Jahres 2026 in Bayern ausgezeichnet.“
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