Energie: Nr. 22 / Freitag, 22. Mai 2026
Flexible Wärmespeicher: strombasierte Heizsysteme fördern die Integration erneuerbarer Energien
Zuhörerinnen und Zuhörer bei der Präsentation während der Abschlussveranstaltung am 8.5.2026 in Berlin (Quelle: Fraunhofer IBP)Das ursprünglich in Bayern entwickelte Konzept zeigt, wie Gebäude mit strombasiertem Heizsystemen als flexible Wärmespeicher genutzt werden und damit einen wichtigen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien leisten können. Eine Vielzahl an Konsortialpartnern war neben dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) am Forschungsprojekt von 2012 bis 2026 beteiligt.
Ein Energiesystem, das vollständig auf erneuerbaren Quellen beruht, führt zu einem dynamischen Stromangebot: An windreichen Tagen kann viel Strom erzeugt werden, während zu anderen Zeiten Engpässe auftreten. Um diese Schwankungen zu nutzen und zugleich zu überbrücken, braucht es flexible Verbraucher, die bei Stromüberschuss schnell Energie aufnehmen und in Form von Wärme speichern können. Insbesondere in winterlichen Engpassphasen sollen solche Speicher Wärme über längere Zeiträume liefern können, ohne kontinuierlich Strom zu beziehen.
Bei der "Windheizung 2.0" handelt es sich um eine Strom-Heizung (Power-to-Heat), die sich dem dynamischen Angebot im Stromnetz anpasst. Strom wird in Wärme umgewandelt und in den zugehörigen Speichern bereitgehalten, sodass besonders effiziente Gebäude eine Überbrückung von ein bis zwei Wochen ermöglichen.
Im Rahmen des mehrjährigen Projektes wurden verschiedene Formen von Wärmespeichern wie Betonkernaktivierung, Hochtemperatur-Steinspeicher sowie große wasserbasierte Wärmespeicher bereits in bewohnten Gebäuden praktisch erprobt. Eine zukunftsfähig sanierte Doppelhaushälfte (Baujahr 1921) in München wurde vergangenes Jahr sogar vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) als „Gestalter im Team Energiewende Bayern“ ausgezeichnet und belegt, dass auch ältere Gebäude mit innovativen Heiztechniken kombiniert werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt des Forschungsvorhabens "Windheizung 2.0" war die Entwicklung intelligenter Steuerungs- und Regelungssysteme. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auch auf künftige Anwendungen übertragen, etwa um überschüssigen Photovoltaikstrom im Sommer für die Gebäudekühlung oder für das Stromnetz-freundliche Laden von Elektrofahrzeugen zu nutzen.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) förderte das Forschungsprojekt Windheizung 2.0 unter Beteiligung des LfU und des StMWi in verschiedenen Phasen. Weitere Projektpartner waren das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP), das Zentrum für Innovative Energiesysteme (ZIES) an der Hochschule Düsseldorf, die Lechwerke AG, TenneT TSO GmbH, Klima-Top GmbH, Klöpper-Therm GmbH & Co. KG; tekmar Regelsysteme GmbH, C3rrolutions GmbH, RBW Rohrdorfer Betonwerke GmbH & Co. KG sowie der Bundesverband für Kalksandsteinindustrie e. V.
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