Wasser: Nr. 19 / Montag, 27. April 2026

Die Lawinenwarnzentrale zieht Bilanz für 2025/2026

 
 

Foto des Anrisses einer sehr großen Schneebrettlawine, die sich am 24.02. am Roßgundkopf in den Allgäuer Alpen von selbst löste. Sehr großes Schneebrett Roßgundkopf (Quelle: Kristian Rath)

Bei frühlingshaftem Wetter und milden Temperaturen ist die Schneedecke im bayerischen Alpenraum stark zurückgegangen. Skitouren sind nur noch sehr eingeschränkt möglich. Ein ereignisreicher Winter geht in Bayern ohne tödlichen Lawinenunfall zu Ende und die Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zieht Bilanz. 

Der Winter 2025/2026 war in Bayern, wie auch im gesamten Alpenraum, von einem massiven Altschneeproblem geprägt. Den ersten Schneefällen Ende November folgte eine langanhaltende, niederschlagsfreie und kalte Witterungsperiode, während der sich in Schattenhängen eine instabile Schneeschicht bildete. Diese Schicht blieb die ganze Saison über an der Basis der Schneedecke als Schwachschicht erhalten. Sie war im gesamten Alpenraum Grund für eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Lawinenabgängen in diesem Winter.

Aus dem Bayerischen Alpenraum wurden der Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt sechs Lawinenereignisse mit Personenbeteiligung gemeldet, die allesamt glimpflich verliefen.

Für die vielen Ehrenamtlichen in den Lawinenkommissionen im Bayerischen Alpenraum brachte die Wintersaison Einiges an Arbeit mit sich. Die Lawinenkommissionsmitglieder sind für die Überwachung öffentlicher Infrastruktur in ihren jeweiligen Gemeindegebieten zuständig und sprechen Sperrempfehlungen aus, wenn Lawinen zum Beispiel Straßen oder Rodelwege bedrohen. Unzählige Male mussten sie in diesem Winter zusammenkommen und Sperrungen von Straßen, Pisten, Wanderwegen oder anderer öffentlicher Infrastruktur veranlassen. Dies war vor allem im Februar der Fall, als ein Tiefdruckkomplex mit mehreren Fronten vielerorts weit über einen Meter Neuschnee brachte. In dieser ungewöhnlich langen Phase des Winters mit Lawinengefahrenstufe 4 („große Lawinengefahr“) gingen in den Bayerischen Alpen zahlreiche Lawinen ab.

Eine Dokumentation der Lawinensituation im Februar und darüber hinaus finden Sie auf der Homepage des Lawinenwarndienstes:

Die größten Schneehöhen der Saison wurden Ende März gemessen, als nochmal teils über einen Meter Schnee innerhalb weniger Tage fiel. Aufgrund des nachfolgenden Tauwetters ist mittlerweile nicht mehr viel davon übrig.

In höher gelegenem, schattseitigem Gelände und in den Hochlagen liegt auch aktuell noch viel Schnee. Daher ist insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung, Regen und Erwärmung weiterhin mit nassen Lawinen zu rechnen. Diese können vor allem an besonders steilen Geländebereichen bis in bereits wieder schneefreie, tiefere Lagen vordringen und dort eine Gefahr auf Wanderwegen darstellen. Zudem besteht auf verharschten und harten Schneeflächen Ausrutsch- und Verletzungsgefahr.

Sollte sich in den nächsten Wochen eine angespannte Lawinensituation entwickeln, wird auf der Internetseite des Lawinenwarndienstes Bayern darauf hingewiesen:

Weiterhin finden sich hier Informationen zu Schneehöhen, Temperaturen und zu den Windverhältnissen im Gebirge, die an den 20 automatischen Messstationen im bayerischen Alpenraum auch außerhalb der Lawinenlageberichtssaison gemessen werden. Auch der Wetterbericht des Deutschen Wetterdiensts, der speziell für den Bayerischen Alpenraum geschrieben wird, ist ganzjährig auf oben genannter Webseite abrufbar.



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