Wasser: Nr. 20 / Dienstag, 28. April 2026
Ökologische Verbesserungen zwischen Rieshofen und Pfalzpaint (Lkr. Eichstätt)
Die Renaturierung der Altmühl zwischen Rieshofen und Pfalzpaint (Lkr. Eichstätt) hat zu spürbaren Verbesserungen im Gewässer geführt. Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und des Wasserwirtschaftsamts Ingolstadt zeigen: Sowohl Fische als auch wirbellose Kleintiere profitieren nachhaltig von den Maßnahmen.
Die Altmühl ist an vielen Stellen durch frühere wasserbauliche Eingriffe – etwa Begradigung und Ufersicherungen – in ein strukturarmes Flussbett verwandelt worden. Im Dezember 2020 hat das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt auf einer rund 500 m langen Strecke zwischen Rieshofen und Pfalzpaint Eingriffe vorgenommen, damit sich der Fluss wieder naturnäher entwickelt. Dazu wurde die Ufersicherung aus Wasserbausteinen entfernt, verschiedene Arten von strömungslenkenden Strukturen (Lenkbuhnen, Steininseln etc.) im Gewässer angelegt und Totholzstrukturen eingebracht, die z.B. Fischen als wichtige Rückzugsorte dienen.
Um den Erfolg der Renaturierung zu evaluieren, führten das LfU und das WWA Ingolstadt in den Jahren 2021 – 2025 biologische Untersuchungen durch. Diese erfolgten sowohl im renaturierten Abschnitt als auch in einem unweit entfernten, noch verbauten Vergleichsabschnitt der Altmühl.
Die Ergebnisse der fischökologischen Untersuchungen des LfU zeigen im renaturierten Abschnitt eine deutlich höhere Artenvielfalt und meist höhere Bestandsdichten typischer Altmühlarten (Laube, Rotauge, Aitel, Nase) als im verbauten Vergleichsbereich. Auffällig ist der starke Anstieg der Jungfischdichten (z. B. bei Aitel und Nase), was auf bessere Laich- und Nachwuchsbereiche hinweist; auch im flussabwärts liegenden Kontrollabschnitt traten Verbesserungen auf, höchstwahrscheinlich durch eine positive Strahlwirkung. Insgesamt verbesserte sich der fischökologische Zustand von „mäßig“ (2022/23) auf „gut“ (2024/25), wie nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie als Ziel für unsere Gewässer gefordert ist.
Das WWA Ingolstadt beprobte im Herbst 2021 und Sommer 2024 den renaturierten und verbauten Abschnitt auf wirbellose Kleintiere (Makrozoobenthos). Im renaturierten Bereich erreichte das Makrozoobenthos bereits ein Jahr nach Maßnahmenumsetzung den „guten ökologischen Zustand“ (im Vergleichsabschnitt nur „mäßig“); besonders strömungsliebende Arten siedelten sich hier erneut an. Die erneute Beprobung im Jahr 2024 konnte das positive Ergebnis der Erstuntersuchung bestätigen, wobei sich dieses noch weiter verbesserte.
Die biologische Erfolgskontrolle an der Altmühl belegt, dass naturnahe Umgestaltungen Flusslebensräume schnell und nachhaltig verbessern können. Die Maßnahmen tragen dazu bei, die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen und zeigen zugleich positive Effekte auf angrenzende Gewässerabschnitte. Solche Renaturierungen stärken erwiesener Maßen die Biodiversität, verbessern Fortpflanzungsräume für Fische und fördern eine vielfältige Gemeinschaft von Wirbellosen.
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