UmweltWirtschaft: Nr. 17 / Montag, 20. April 2026
Neue Arbeitshilfe veröffentlicht
Evaluationsworkshop im LfU zur Erprobung der Excel-Arbeitshilfe durch Unternehmensvertreter (Quelle: LfU)Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) unterstützt Unternehmen in Bayern: Eine Excel-Arbeitshilfe der LfU-Servicestelle Klimabewusstes Unternehmen hilft, Klimarisiken systematisch zu analysieren und passende Maßnahmen abzuleiten. „Eine fundierte Analyse der eigenen Betroffenheit ist der erste Schritt zu wirksamer Klimaanpassung in Unternehmen“, betont Dr. Monika Kratzer, Präsidentin des LfU.
Auch aus der Praxis wird der Nutzen des Tools bestätigt. So erklärt Katharina Boehlke aus dem Geschäftsbereich Innovation und Umwelt der IHK Nürnberg: „Sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen ist für Unternehmen eine Herausforderung. Die Arbeitshilfe vereinfacht den Einstieg in die Risikoanalyse mit regionalen Klimadaten und erleichtert die Umsetzung durch Vorschläge für betriebliche Maßnahmen."
Wachsende Herausforderungen für Betriebe
Der Klimawandel stellt Unternehmen in Bayern vor wachsende Herausforderungen: Extremwetterereignisse wie Starkregen, Hochwasser und Hitzeperioden nehmen zu und können Produktionsabläufe, Lieferketten sowie Infrastrukturen erheblich beeinträchtigen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine verlässliche Versorgung mit Wasser und Energie.
Um Unternehmen bei der Vorsorge zu unterstützen, hat die Servicestelle Klimabewusstes Unternehmen am LfU eine Excel-basierte Arbeitshilfe zur Klimarisikoanalyse entwickelt. Sie ermöglicht Betrieben, ihre individuelle Betroffenheit systematisch zu erfassen und darauf aufbauend geeignete Anpassungsmaßnahmen abzuleiten.
Die Servicestelle Klimabewusstes Unternehmen ist ein Angebot des Infozentrums UmweltWirtschaft (IZU) im Rahmen des Umwelt- und Klimapakts Bayern. Sie unterstützt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen dabei, Klimaschutz und Klimaanpassung ganzheitlich anzugehen.
Praxisnahes Tool für fundierte Entscheidungen
Die Anwendung bietet eine strukturierte Herangehensweise an das Thema: Sie umfasst
- eine regionale Abfrage relevanter Klimagefahren,
- Leitlinien zur Betroffenheitsanalyse,
- eine darauf aufbauende Risikobewertung
- sowie konkrete, unternehmensspezifische Maßnahmenvorschläge.
Das Tool kann im Unternehmen zentral genutzt und individuell angepasst werden. So entsteht eine fundierte Grundlage, um Klimarisiken frühzeitig in betriebliche und strategische Entscheidungen einzubeziehen.
Die Arbeitshilfe basiert auf Daten des Bayerischen Klimainformationssystems sowie des Bayern-Atlas. Sie ermöglicht eine differenzierte, standortbezogene Einschätzung klimabedingter Risiken. Denn die Auswirkungen des Klimawandels variieren je nach Region deutlich: Während im Alpenraum Naturgefahren und veränderte Schneeverhältnisse eine größere Rolle spielen, sind in anderen Teilen Bayerns zunehmend Hitze und Trockenperioden relevant.
Praxisnah entwickelt und erprobt
Die Arbeitshilfe wurde in enger Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt: In vorbereitenden Workshops konnten Unternehmen ihre Bedarfe formulieren. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen, Kammern, Verbänden und Wirtschaftsförderung wurde das Tool getestet und weiterentwickelt. Umsetzungspartner war das bifa Umweltinstitut aus Augsburg.
„Das neue Klimarisiko-Tool hilft uns vor allem dabei standortspezifische Klimarisiken in Bayern zu identifizieren. Mithilfe der automatisierten Risikomatrix ist eine übersichtliche Betroffenheitsanalyse möglich. Gleichzeitig empfinden wir die Maßnahmenübersicht als sehr hilfreich, um direkt Anpassungsmaßnahmen auf Standortebene festzulegen,“ ergänzt Marcus Wieser, Leiter Nachhaltigkeit in der Geis Gruppe Deutschland.
Die Arbeitshilfe steht sofort kostenfrei zum Download bereit:
Begleitendes Webseminar
Ergänzend zur Veröffentlichung bietet die Servicestelle ein kostenfreies Webseminar an. Darin wird Schritt für Schritt gezeigt, wie Unternehmen die Excel-Anwendung nutzen können – von der Analyse der Betroffenheit bis zur Ableitung konkreter Maßnahmen. Zudem erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit zum Austausch.
Das Webseminar findet am 28. April 2026 von 10:00 bis 11:00 Uhr statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter:
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