Natur: Nr. 16 / Donnerstag, 16. April 2026

Bayernweit wurde die Art Tadarida teniotis erst viermal nachgewiesen
 

Dargestellt ist ein Portrait einer Fledermaus mit großen Ohren und hellbraunem Fell; die Fledermaus hängt an hellem Gestein. Bulldoggfledermaus (Quelle: Dr. Christian Dietz)

Mitarbeitende des Nationalparks Berchtesgaden, des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und des Vereins für Höhlenkunde München e.V. entdeckten im Frühherbst 2025 nahe des Seeleinsees im Stiergraben die Europäische Bulldoggfledermaus (Tadarida teniotis) – die damit sechzehnte im Nationalpark nachgewiesene Fledermausart. 

Die Art, in Bayern bisher nur in Ausnahmefällen gesichtet, jagt in großer Höhe und bleibt daher oft unbemerkt. „Eigentlich war ein Netzfang von schwärmenden Fledermäusen an einem Höhleneingang geplant, stattdessen gelang uns dieser Zufallsfund!“, berichtet Dr. Gertrud Keim vom Verein für Höhlenkunde München e.V.. Der Fund könnte ein Hinweis auf eine nordwärts gerichtete Ausbreitung dieser wärmeliebenden Art sein.

„Die Bulldoggfledermaus fliegt meist sehr hoch. Wir konnten sie an einer Felswand stehend wahrnehmen, da sie mit ihren Echoortungsrufen von 10–14 kHz im menschlich gut hörbaren Bereich liegen. Dadurch wurden wir auf sie aufmerksam.“ Erläutert Dr. Hanna Kastein vom Nationalpark Berchtesgaden. Damit ist dem Team aus Fledermausfachleuten ein unerwarteter Erstnachweis dieser Art im Nationalpark geglückt, es ist die sechzehnte im Nationalpark nachgewiesene Fledermausart.

Bayernweit war dies nach dem Erstnachweis im Jahr 2007 im Landkreis Starnberg und zwei weiteren Zufallsfunden in Landshut und bei Kempten überhaupt erst der vierte Nachweis von Tadarida teniotis. Dr. Simon Ripperger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt: „Eigentlich ist die Art im Mittelmeerraum und Nordafrika zuhause. Es ist aber gut vorstellbar, dass sich diese schnellfliegende und hochmobile Art auch aufgrund des Klimawandels langsam nach Norden ausbreitet. Bei Zirl gelang 2010 der Erstnachweis der Art in Österreich und auch der letztjährige Fund im Ostallgäu deutet darauf hin, dass Einzeltiere immer wieder Erkundungsflüge nördlich der Alpen machen.“ Bulldoggfledermäuse jagen in großen Höhen nach Insekten, meist Nachtfaltern und fliegen dabei vergleichsweise schnell, weshalb sie bei Netzfängen eher nicht gefangen werden können. „Wir freuen uns über diesen seltenen Nachweis und sind gespannt, ob uns auch an anderen Stellen in den Alpen weitere Nachweise gelingen“, führt Dr. Simon Ripperger weiter aus.

Weitere Informationen rund um Fledermäuse in Bayern und deren Schutz finden Sie hier:

 



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