Natur: Nr. 14 / Montag, 30. März 2026
Über 7.000 Plaketten „Vogelfreundlicher Garten“ wurden bereits vergeben Bewerben Sie sich jetzt als Gartenjury Mitglied.
Es summt, blüht und zwitschert: Mit dem Frühling startet auch die nächste Saison der Aktion „Vogelfreundlicher Garten“. Ab April ist die ehrenamtliche LBV-Gartenjury erneut in ganz Bayern unterwegs, um private Gärten auszuzeichnen und damit ein Zeichen für mehr Artenvielfalt im Siedlungsraum zu setzen. Bewerbungen sind noch möglich — sowohl für die Garten-Zertifizierung als auch für eine Mitgliedschaft in der Jury.
Seit dem Start der Aktion im Jahr 2022 wurden bereits 7.099 Gärten in Bayern als „vogelfreundlich“ ausgezeichnet. Allein in der vergangenen Saison kamen fast 2.000 neue Gärten dazu. Und das Interesse reißt nicht ab: Aktuell warten noch über 1.000 Gartenbesitzerinnen und -besitzer auf die Bewertung ihres Gartens. „Wir sind wirklich überwältigt von der anhaltend großen Resonanz“, sagt LBV-Projektleiterin Anke Brüchert. „Das zeigt, wie viele Menschen sich direkt vor ihrer Haustür für die Natur einsetzen und Vögeln sowie vielen anderen Arten einen Rückzugsort schaffen möchten.“
Dabei braucht es oft gar nicht viel, um den eigenen Garten möglichst naturnah zu gestalten. Schon kleine Veränderungen machen einen Unterschied: heimische, samentragende Wildkräuter, beerentragende Sträucher, ein paar wilde Ecken oder selteneres Mähen machen den Garten zu einem attraktiven Lebensraum für zahlreiche Tiere. Jeder Garten kann so Schritt für Schritt „vogelfreundlich“ werden und einen wertvollen Beitrag für die Artenvielfalt leisten.
Bewertet werden die Gärten von über 700 ehrenamtlichen Mitgliedern der LBV-Gartenjury, die in ihrer Freizeit von April bis Anfang Oktober im Einsatz sind. Nach der Anmeldung besuchen sie die Gärten vor Ort und prüfen sie anhand festgelegter Kriterien. Wer diese erfüllt, erhält die Plakette „Vogelfreundlicher Garten“. „Naturnahe Gärten werden oft als ungepflegt und optisch unattraktiv empfunden“, sagt Maria Hußlein, die Leiterin des Bayerischen Artenschutzzentrums. „Die Auszeichnung als vogelfreundlicher Garten zeigt: Hier wird bewusst etwas für Vögel, Insekten und Natur getan. So eröffnen sich neue Blickwinkel – und genau das kann auch andere inspirieren, selbst aktiv zu werden.“
Tipps für den vogelfreundlichen Garten im Frühling
Bayerns Privatgärten bieten zusammengenommen ein enormes Potenzial für den Artenschutz. Immerhin ist ihre Fläche fast so groß wie die aller Naturschutzgebiete im Freistaat. Gerade jetzt im Frühjahr ist ein guter Zeitpunkt, um den eigenen Garten naturnah weiterzuentwickeln. Heimische Gehölze wie Hunds-Rose oder Schwarzer Holunder liefern Blüten und Blätter für Insekten und später im Jahr Früchte für Vögel. Auch Wildpflanzen wie Wiesen-Salbei, Schafgarbe oder Flockenblume lassen sich jetzt gut aussäen und fördern die biologische Vielfalt direkt vor der Haustür.
Aufgrund der vielen Anmeldungen kann es in einzelnen Regionen zu Wartezeiten bei der Bewertung kommen. In einigen Landkreisen suchen wir deshalb noch dringend nach Gartenjury-Mitgliedern. Wo noch Jurymitglieder gesucht werden, ist einsehbar unter:
Über das Projekt:
Die von LBV und LfU verliehene, kostenlose Gartenplakette „Vogelfreundlicher Garten“ ist eine Wertschätzung und Auszeichnung von besonders vogelfreundlichen und artenreichen Gärten, egal ob groß oder klein. Mit der Auszeichnung setzen wir ein Umdenken in Gang und fördern die Akzeptanz für etwas mehr Wildnis vor der eigenen Haustür. Die Bewertung erfolgt durch ein ehrenamtliches Team der LBV-Gartenjury nach einem festgelegten Kriterienkatalog. Werden genügend Kriterien erfüllt, erhält der Garten die Plakette, mit der öffentlich gezeigt wird, dass dieser vogelfreundlich ist. Die Aktion findet im Rahmen des Projekts gArtenvielfalt des LfU statt. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber ist Schirmherr der Aktion. Weitere Informationen unter:
Fotos
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