Wasser: Nr. 02 / Donnerstag, 08. Januar 2026
Die Renaturierung der Sulz im Innenstadtbereich von Beilngries feierte Ende des Jahres 2025 ihr 20-jähriges Jubiläum. Von einem einst stark verbauten, kanalisierten Gerinne wurde die Sulz durch das WWA Ingolstadt in ein naturnahes Fließgewässer mit hohem Erholungswert verwandelt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat in den letzten Jahren untersucht, wie sich die Renaturierung auf die Fischbestände auswirkt – mit erfreulichen Ergebnissen: Sowohl in der renaturierten Sulz als auch in der angrenzenden Altmühl profitieren die Fische. Dank der Renaturierung stieg der Naherholungswert und die Lebensräume für die Gewässerorganismen haben sich deutlich verbessert.
Die Sulz in Beilngries - Ein Fließgewässer im Wandel
1929/30 wurde die Sulz in Beilngries zum Hochwasserschutz kanalartig ausgebaut und verlor damit ihren naturnahen Charakter. Mit dem Bau des Main-Donau-Kanals 1992 ergab sich nicht nur eine günstige Gelegenheit, die Sulzrenaturierung fungierte parallel auch als geforderte Ausgleichsfläche eben diese Baumaßnahme. Das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt begann mit den Bauarbeiten im Frühjahr 2005. Ziel war es, die Sulz im Stadtgebiet Beilngries wieder zu einem naturnahen Fließgewässer zu entwickeln und stadtnahe Erholungsflächen zu schaffen. Neben den lebensraumverbessernden Maßnahmen wurden auch technische Arbeiten umgesetzt, wie etwa der Bau einer Hochwasserableitung an der Schiffsschleuse Dietfurt und eines Auslassbauwerks am Kanal. Das alte kanalartige Gerinne wurde verfüllt und um bis zu zwei Meter angehoben, die alten Hochwasserschutzmauern wurden abgebaut, so dass sich die Sulz wieder eigendynamisch entwickeln konnte. Der neue Gewässerlauf wurde naturnah umgebaut und entlang der renaturierten Sulz wurden gewässerbegleitende Fußwege und Freiflächen wie etwa Spielplätze und Gewässerzugänge mit Trittsteinen angelegt. Im Mündungsbereich wurde die biologische Durchgängigkeit mit Anschluss an die Altmühl wiederhergestellt. Heute ist die erfolgreiche Flußrenaturierung mit dem Sulzpark ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Die Gesamtkosten von knapp fünf Mio. € wurden zu 50 Prozent durch den Freistaat Bayern und zu 33 Prozent durch den Bezirk Oberbayern getragen. Den Restbetrag teilten sich die Stadt Beilngries und die Rhein-Main-Donau-GmbH.
Erfolgskontrolle durch Fischbestandserhebung
Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) untersuchte die Fischbestände der Sulz an mehreren Flussabschnitten im Stadtgebiet und nahe der Mündung. Eine hohe Artenvielfalt konnte bereits durch die Bestandserhebungen kurz nach der Maßnahmenumsetzung (2006 – 2008) erfasst werden. Bei den Befischungen in den Jahren 2023 und 2024 wiesen die Fischökologinnen & -ökologen mit 25 heimischen Fischarten erneut eine hohe Artenvielfalt nach. Besonders erfreulich: Mehrere anspruchsvolle Arten wie Barbe, Hasel oder Nase nehmen die renaturierte Sulz sowohl als Gewässer für die Fortpflanzung als auch als Kinderstube an. In anderen Gewässern stellen Defizite an Jungfischlebensräumen und Kieslaichplätzen häufig den ökologischen Flaschenhals im Lebenszyklus der betroffenen Fischarten dar. Diese Probleme liegen in der renaturierten Sulz aktuell nicht mehr vor.
Auch die Altmühl profitiert
Auch die angrenzende Altmühl, die direkt an den renaturierten Mündungsbereich der Sulz anschließt, hat das LfU seit 2004 in regelmäßigen Abständen von ein bis drei Jahren untersucht. In der Altmühl zeigten sich ebenfalls direkt nach Abschluss der Maßnahmen positive Entwicklungstrends im Fischbestand, was auf eine Strahlwirkung aus der Sulz hindeutet und seither anhält. Die Bestände von hier ehemals seltenen Fischarten haben sich stufenweise erholt und die Fischdichten einzelner Arten teilweise vervielfacht. Ebenso verbesserte sich der Altersaufbau vieler Fischarten, sodass einst überalterte Bestände nun wieder reichlich Nachwuchs und mittlere Alters- bzw. Größenklassen aufweisen. Die Fische erreichen in diesem Abschnitt der Altmühl den „guten ökologischen Zustand“, der nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie als Ziel für unsere Gewässer gefordert ist.
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