PRESSEMITTEILUNG

Nr. 28 / Mittwoch, 11. Dezember 2019

Natur
Raufußhühner kämpfen ums Überleben

Neue Broschüre erklärt Hintergründe und zeigt Maßnahmen auf
Birkhähne nutzen zur Balz hohe und markante Bäume, von denen aus sie ihre Balzstrophen vortragen.
Birkhähne nutzen zur Balz hohe und markante Bäume, von denen aus sie ihre Balzstrophen vortragen. (Quelle: H.-J. Fuenfstueck/ www.5erls-naturfotos)

+++ In den letzten Jahrzehnten haben großflächige Lebensraumverluste dazu geführt, dass Raufußhühner fast überall in Mitteleuropa stark gefährdet sind. Raufußhühner sind an extreme Lebensbedingungen hervorragend angepasst. „Was für die scheuen Tiere ein Lebensraum ist, ist für uns ein Skiparadies oder eine herrliche Wandergegend. Wenn wir die Vögel stören, verbrauchen sie auf der Flucht insbesondere in der Winterzeit lebensbedrohlich viel Energie.“ erklärt Claus Kumutat, der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), bei der Vorstellung der Broschüre „Raufußhühner – begreifen, bestimmen, bewahren“. Richtiges Verhalten und angepasste Waldbewirtschaftung helfen, die Lebensräume zu erhalten. Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), Olaf Schmidt, führt weiter aus: „Die Broschüre enthält wertvolle Hinweise, um Gebiete zu einem guten Lebensraum für Raufußhühner entwickeln zu können. LWF und LfU bieten spezielle Fortbildungen für Waldbesitzer und Revierförster an, damit diese geeignete Maßnahmen in die Bewirtschaftung integrieren können.“ Als Schirmarten stehen Raufußhühner stellvertretend für ganze Artengemeinschaften. Von ihrem Schutz profitieren weitere gefährdete Arten urwüchsiger Wälder, Heiden und Moore. +++

In Bayern kommen vornehmlich in den Alpen und im Bayerischen Wald mit Hasel-, Auer-, Birk- und Alpenschneehuhn alle vier mitteleuropäischen Raufußhuhnarten vor.

Schneeschuhe und warme Federn

Raufußhühner sind Tarn- und Anpassungskünstler und trotzen dem Winter in kalten Bergregionen. Ein extra warmes Federkleid und das Graben von Schneehöhlen schützen sie vor Kälte. Mit ihren vollständig befiederten Füßen und Hornstiften an den Zehen spazieren sie wie mit natürlichen Schneeschuhen ohne zu versinken über den Schnee. Ihr spezieller Verdauungsapparat ermöglicht es ihnen, selbst aus nährstoffarmen Fichtennadeln Energie zu gewinnen. Sie sind allesamt Spezialisten: vom Auerhuhn, dem größten Waldvogel Europas, das wie das Birkhuhn mit roten Rosen über den Augen durch sein auffälliges Balzverhalten zu großer Popularität gelangte, über das Alpenschneehuhn, das sein Gefieder drei Mal im Jahr wechselt, um sich mit der Färbung an seine Umgebung anzupassen, hin zum scheuen Haselhuhn mit seinem extrem hohen pfeifenden Gesang.

Die Broschüre stellt die Raufußhühner vor und befasst sich mit ihrem Schutz und Lebensraum-Management. Sie gibt antworten auf diese Fragen: Wie sehen die Vögel aus? Wie und wo leben sie, was gefährdet sie? Was können Grundstückseigner tun, damit die Lebensräume erhalten bleiben oder deren Qualität wieder verbessert wird? Wie sollen sich Erholungssuchende und Alpinisten verhalten? Das beiliegende Bestimmungsblatt hilft im Gelände, die Arten anhand von Aussehen, Federn, Losung und Fährten zu erkennen.

 

Die Broschüre „Rauhußhühner – begreifen, bestimmen, bewahren“ können Sie kostenlos im Shop der Bayerischen Staatsregierung bestellen oder als pdf herunterladen: https://www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_nat_00365.htm

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