PRESSEMITTEILUNG

Nr. 03 / Freitag, 01. Februar 2019

Natur
Ehrenamt ist Stütze beim Vogelschutz

Vogelkundler diskutieren Erfolge und Herausforderungen

+++ Die Unterstützung vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter ist Fundament der meisten staatlichen Monitoringprogramme insbesondere im Vogelschutz, bilanziert Dr. Richard Fackler, Vizepräsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) anlässlich des achten Ornithologentreffs der Staatlichen Vogelschutzwarte des LfU in Nürnberg. Ihre Beobachtungen sind eine unverzichtbare Grundlage bei der Erfassung der Brut-, Zug- und Rastvögel in Bayern. „Wir sind den ehrenamtlichen Vogelschützern für ihre Unterstützung sehr dankbar“, betont Fackler. „Ohne sie könnten wir das Vogelmonitoring nicht leisten. Der Informationsaustausch mit den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist uns deshalb besonders wichtig“. Beim Ornithologentreffen in Nürnberg wird unter anderem Bilanz aus 20 Jahren Brutvogelmonitoring am Chiemsee gezogen. Eine positive Entwicklung zeigten Stockente und Haubentaucher, für Schell- und Reiherente wurden hingegen weniger Brutpaare nachgewiesen. Auch ein Pärchen Seeadler hat sich am Chiemsee angesiedelt. Es sorgt schon jetzt für eine natürliche Regulierung der Kormorane. +++

Aktuelle Bestandsaufnahmen zeigen, wie Artenhilfsprogramme den Rückgang bestandsbedrohter Vogelarten zum Positiven wendeten. Der Weißstorch konnte 2017 aufgrund seiner anhaltend positiven Entwicklung aus dem Artenhilfsprogramm entlassen werden. Noch in den 1980er Jahren rechnete man mit dem Aussterben der Wiesenweihe in Bayern, heute gibt es hier Mitteleuropas erfolgreichsten Brutbestand. Auch die Bestände des Uhus und Wanderfalken haben in jüngster Zeit zugenommen, so dass sie nicht mehr in der Roten Liste gefährdeter Tierarten verzeichnet sind.

Andererseits ist der Bestand der meisten Wiesenbrüter wie Kiebitz, Uferschnepfe, Braunkehlchen und Bekassine in Bayern rückläufig. In Gebieten wie der Regentalaue im Landkreis Cham gelang es, für diese Arten dank eines großen finanziellen Mitteleinsatzes und ehrenamtlichen Engagements der lokalen Vogelschützer, die Wiesenlebensräume und den Bruterfolg so zu verbessern, dass die Bestände stabil sind.

Das Ornithologentreffen mit rund 150 ehrenamtlichen Vogelschützern und Verbandsmitgliedern wird jährlich von der staatlichen Vogelschutzwarte des LfU veranstaltet.

Weitere Informationen zum Vogelmonitoring in Bayern finden sich im Internetangebot des LfU unter:

https://www.lfu.bayern.de/natur/monitoring_vogelbestand/index.htm

https://www.lfu.bayern.de/natur/artenhilfsprojekte_voegel/index.htm

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