Chemikalien in der Umwelt- Medium Wasser: Nr. 19 / Donnerstag, 03. Mai 2007
LfU-Präsident Göttle: Ziel ist, umweltschädliche Stoffe gar nicht erst in den Wasserkreislauf zu bringen
(Augsburg) +++ Der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), Albert Göttle, hat sich heute bei einer Fachveranstaltung in Augsburg dafür ausgesprochen, die Vorsorge zu stärken, damit umweltschädliche Chemikalien gar nicht erst in den Wasserkreislauf gelangen können. Weltweit sind 10 Millionen Chemikalien bekannt, davon allein 100.000 Industriechemikalien. Allein auf dem Arzneimittelsektor sind 3000 Wirkstoffe in Deutschland zugelassen, rund 100 Stoffe gelten auf Grund hoher Verbrauchsmengen als umweltbedeutsam. Göttle: "Eine Risikobewertung und Umweltprüfung von chemischen Stoffen ist sehr wichtig und durch die europäische Richtlinie zu REACH heute auch gewährleistet." +++Die Weiterentwicklung der Analysenmethoden ist noch immer rasant. Deshalb lassen sich bis in den Nanogrammbereich (ein millardstel Gramm pro Liter Wasser) immer neue Umweltchemikalien nachweisen, die dann als "Stoff der Saison" in die Öffentlichkeit gelangen. Entscheidend für die Umweltbedeutung sei aber eine fundierte Risikoabschätzung, die gemessene Gehalte in ihren Wirkungen auf die Gewässerlebewesen bewerte und daraus die Konsequenzen ableite, sagte Göttle heute in Augsburg. So wurden zum Beispiel in Forschungsprojekten des LfU zwei in großen Mengen verwendete Arzneimittel mit empfindlichen Testverfahren an Fischen geprüft und Schwellenwerte ermittelt, bei denen im Gewässer umweltbedeutsame Veränderungen an Organismen beobachtet werden. Erfreulicherweise liegen jedoch die tatsächlichen Konzentrationen in Grund- und Oberflächenwasser in Bayern um ein Vielfaches unter den ermittelten Schwellenwerten, so dass keine Umweltgefährdung zu erwarten ist. Dennoch, so Göttle, gelte auch hier das Minimierungsgebot: Je geringer der Stoffeintrag in Wasser und Boden, desto besser.
An der heutigen Fachveranstaltung am LfU in Augsburg nahmen rund 100 Fachleute aus Verwaltungen, Kommunen und Verbraucherverbänden teil mit dem Ziel, das Wissen um die Umweltverträglichkeit von Stoffen im Wasser auszutauschen.
Redaktionelle Hinweise:
Der Tagungsbericht zum download:
www.bestellen.bayern.de/shoplink/lfu_all_00050.htm
Weitere Infos zu Umweltchemikalien stellt das Infozentrum UmweltWissen des LfU bereit: www.bayern.de/lfu/umwberat/index.html
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