PRESSEMITTEILUNG

Nr. 11 / Mittwoch, 23. März 2022

Natur
Mauerläufer, Quelljungfern und Würfelfalter – Suche nach seltenen Tierarten

Start der Naturschutzfachkartierung im Landkreis Miesbach
Der Mauerläufer ist ein Charaktervogel senkrechter Felswände, wo er in Spalten und Ritzen nach Insekten sucht.
Der Mauerläufer ist ein Charaktervogel senkrechter Felswände, wo er in Spalten und Ritzen nach Insekten sucht. (Quelle: Katrin Habenicht)

+++ Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) beginnt im Landkreis Miesbach demnächst die Naturschutzfachkartierung. Im Zeitraum von zwei Jahren werden wichtige Lebensräume seltener Tierarten aus verschiedenen Artengruppen untersucht und dokumentiert. „Durch diese Naturschutzfachkartierung werden vorhandene Grundlagendaten aktualisiert und viele neue Erkenntnisse gewonnen, die eine bedeutsame Basis für die Arbeit von Behörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen darstellen“, betonte LfU-Präsident Dr. Christian Mikulla zum Auftakt der Arbeiten. Die Ergebnisse, die voraussichtlich im Herbst 2024 vorliegen, unterstützen fachlich fundierte Aussagen im Naturschutz und tragen zu einem effektiven Einsatz von Fördermitteln bei. +++

Vom LfU beauftragte Experten untersuchen sechs verschiedene Artengruppen auf ausgewählten Flächen. In besonders geeigneten Habitaten werden spezialisierte Vogelarten wie Mauerläufer und Zwergschnäpper sowie verschiedene Spechte erfasst. Auch Reptilien, Amphibien, Libellen, Schmetterlinge und Heuschrecken sind Gegenstand der Erhebungen. Die Spezialisten suchen unter anderem Vorkommen von Kreuzotter und Schlingnatter sowie Laichgewässer von Kammmolch und Laubfrosch. Still- und Fließgewässer sind Lebensraum für Libellen wie Binsenjungfern, Heidelibellen oder die Gestreifte Quelljungfer. Bei den Tagfaltern und Heuschrecken seien stellvertretend der kleine Schlüsselblumen-Würfelfalter und der Heidegrashüpfer als Arten genannt, die besonders im Fokus der Arbeiten stehen. Doch nicht nur zoologische Raritäten sind von Interesse. Auf den jeweiligen Untersuchungsflächen werden auch häufige Arten dokumentiert, um eine Vergleichsgrundlage für künftige Entwicklungen zu erhalten. Die Geländearbeiten betreffen sowohl den alpinen Landkreisteil als auch das Vorland. Nach Abschluss der zweijährigen Kartierung werden die Ergebnisse zu über 500 wertvollen Lebensräumen im Landkreis zusammengetragen.

Die Arbeiten werden in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden am Landratsamt und der Regierung von Oberbayern durchgeführt. Neben dem aktuellen Nachweis von Arten und der Darstellung ihrer Lebensräume ermöglicht die Kartierung den Vergleich mit älteren Daten. So können Aussagen zur Bestandsentwicklung seltener Arten gemacht und Fördermaßnahmen für bedrohte Arten gezielt umgesetzt werden.

Die Naturschutzfachkartierung liefert Informationen über bedrohte Tierarten eines Landkreises. Vorhandene Daten werden auf den neuesten Stand gebracht und bisher nicht betrachtete Flächen erstmalig untersucht. Die Ergebnisse werden in der landesweiten Datenbank der Artenschutzkartierung zentral gespeichert. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse auf Anfrage für Planungsvorhaben zur Verfügung.

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