PRESSEMITTEILUNG

Nr. 26 / Montag, 10. August 2020

Wasser
2019 erneut zu warm und zu trocken

Gewässerkundlicher Jahresbericht veröffentlicht

+++ Das sechste Jahr in Folge lag die Jahresmitteltemperatur für Bayern 2019 über dem 30-jährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010. Der Wert von 9,5°C ist nach 2014 und 2018 der dritthöchste seit dem Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen im Jahr 1881. Elf der zwölf Monate waren überdurchschnittlich warm, eine Ausnahme machte nur der Mai. Einen Rekord verzeichnete das unterfränkische Kahl am Main: Mit 40,4 Grad Celsius wurde der höchste in Bayern je gemessene Lufttemperaturwert festgestellt.

Infolge außergewöhnlicher Schneefälle und einer angespannten Lawinensituation im südbayerischen Alpenraum musste zum Jahresbeginn in fünf Landkreisen der Katastrophenalarm ausgelöst werden. Im Kontrast dazu war das Jahr 2019 in Nordbayern von anhaltenden Trockenperioden geprägt. In vielen Gegenden gab es im gesamten April nahezu überhaupt keine Niederschläge – 25 Tage am Stück, eine außergewöhnlich lange Zeit. +++

Das extreme Trockenjahr 2018 wirkte auf das Abflussgeschehen im Jahr 2019 fort. Das Wasserdefizit in den Grund- und Bodenwasserspeichern hat sich im Jahr 2019, das in weiten Teilen Bayerns ebenfalls zu trocken war, weiter erhöht. Eine Ausnahme bildete der Alpenbereich mit höheren Niederschlägen sowie umfangreichen Schneerücklagen im Winter 2018/2019, die den Abfluss mit Schneeschmelzwasser auch in Trockenwetterphasen stützten. Die Zahl der Hochwasserereignisse blieb im Jahr 2019 überschaubar: Es gab insgesamt drei größere, überregionale und mehrere regional begrenzte Hochwasser-Ereignisse. Die Hochwasser wurden durch ergiebigen Dauerregen zum Teil mit Starkregen und Schneeschmelze verursacht. Über einen relativ langen Zeitraum, von August bis November, trat in Bayern kein Hochwasser auf.

Weitere Informationen

Im Gewässerkundlichen Jahresbericht fasst das Landesamt für Umwelt die jeweils aktuellen Ergebnisse des Jahres der gewässerkundlichen Messungen in Bayern zusammen. Die Messnetze umfassen bayernweit über 4.000 Messstellen zur Untersuchung von chemischen, biotischen und abiotischen Umweltinformationen. Die Erkenntnisse aus der Auswertung dieser Untersuchungen sind unabdingbar als Grundlage für Informations- und Warndienste, wie den Hochwassernachrichtendienst, Niedrigwasserinformationsdienst sowie den Lawinenwarndienst. Zudem stellen die gewässerkundlichen Daten die Grundlage für eine vorausschauende Planung wasserwirtschaftlicher Maßnahmen dar.

Der Gewässerkundliche Jahresbericht 2019 ist im Internetangebot des Bayerischen Landesamtes für Umwelt frei verfügbar: https://www.lfu.bayern.de/wasser/gewaesserkundlicher_jahresbericht_2019/index.htm .

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