Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Alpensalamander (Salamandra atra)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: Günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Der Alpensalamander bewohnt weite Teile des Alpenbogens von östlich des Rhonetales durch die gesamten Nordalpen bis 50 km vor Wien; das Verbreitungsgebiet biegt dann nach Süden um und geht mit isolierten Populationen durch die dinarischen Gebirge des nördlichen Balkan bis nach Nordalbanien. Verstreut werden auch die ostitalienischen Alpen besiedelt. Die zentralalpinen Täler werden infolge des trockenen Klimas nur randlich berührt.

Alpensalamander wurden in Bayern bisher von ca. 600 m bis 2.100 m gefunden; die Schwerpunkte liegen zwischen 800 und 1.800 m. Die Art ist über die gesamte Alpine Biogeografische Region Bayerns verbreitet. Von dort reichen Ausläufer in die Kontinentale Biogeografische Region: in Oberbayern auf den Taubenberg und in Ammerschlucht, in Schwaben auf die Adelegg und Umgebung - und die Wertachschlucht.

Fundortkarte

Alpensalamander (Salamandra atra)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
8142 Teisendorf
8226 Isny im Allgäu-Nord
8227 Kempten (Allgäu)
8229 Marktoberdorf
8234 Penzberg
8235 Bad Tölz
8236 Tegernsee
8237 Miesbach
8238 Neubeuern
8239 Aschau i.Chiemgau
8240 Marquartstein
8241 Ruhpolding
8242 Inzell
8243 Bad Reichenhall
8326 Isny im Allgäu Süd
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8330 Roßhaupten
8331 Bad Bayersoien
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8335 Lenggries
8336 Rottach-Egern
8337 Josefsthal
8340 Reit im Winkl
8341 Seegatterl
8343 Berchtesgaden West
8344 Berchtesgaden Ost
8425 Weiler-Simmerberg
8426 Oberstaufen
8427 Immenstadt i.Allgäu
8428 Hindelang
8429 Pfronten
8430 Füssen
8431 Linderhof
8432 Oberammergau
8433 Eschenlohe
8434 Vorderriß
8435 Fall
8442 Hirschbichl
8443 Königssee
8444 Hoher Göll
8526 Balderschwang
8527 Oberstdorf
8528 Hinterstein
8531 Zugspitze
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8534 Östl. Karwendelspitze
8543 Funtensee
8544 Funtensee Ost
8626 Hoher Ifen
8627 Einödsbach
8628 Hochvogel
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Habitatwahl ist höhenabhängig sehr verschieden und umfasst reine Buchenwälder, Bergwälder und ihre Ränder, Karstgebiete, konsolidierte und wieder bewachsene Schutthalden, nicht zu trockene Alpweiden, Zwergstrauchheiden bis zu Felsfluren. Misch- und Laubwaldpartien werden auch in größeren Höhen entlang von Flüssen und Bächen besiedelt. Insbesondere Schluchten und Bachtobel bieten der Art wegen des kühlfeuchten Klimas gute Bedingungen; dadurch dringt sie hier manchmal weit in das Voralpenland und in tiefe Lagen vor.

Die Tiere benötigen strukturreichen Untergrund (Steinplatten, Felsspalten, Totholz, Baumstubben Kleinsäugergänge) als Tagesverstecke. Die Winterquartiere liegen tief im Boden.

Alpensalamander können bis zu 15 Jahre alt werden. Mit 2-4 Jahren werden sie geschlechtsreif. Die Paarung findet bevorzugt im Frühjahr an Land statt, wobei das Männchen wie beim Feuersalamander unter das Weibchen kriecht und es festhält. Das Männchen setzt dann ein Samenpaket auf den Boden ab und "bugsiert" das Weibchen so darüber, dass dieses Paket in einen speziellen Samenbehälter des Weibchens gelangt.

Von den gut 50 produzierten Eiern werden nur ein bis zwei befruchtet. Die Jungtiere entwickeln sich in 2-4 Jahre langer Tragzeit (je höhere Lagen, desto länger dauert es) vollständig im Muttertier und werden - um die 5 cm groß und voll entwickelt - lebend geboren. Diese geringe Fortpflanzungsrate reicht unter natürlichen Bedingungen dennoch für den Fortbestand der Art aus, da die Tiere giftige Hautsekrete absondern und deshalb kaum natürliche Fressfeinde haben.

Die für Amphibien ungewöhnliche Art der Fortpflanzung macht Alpensalamander vom Wasser unabhängig; dennoch halten sich die Tiere oft in Gewässernähe auf, meiden jedoch Staunässe. Die Jahresaktivität beginnt in tiefen Lagen kaum vor Anfang Mai und auch im Gebirge oft erst Wochen nach der Schneeschmelze. Die Tiere sind bevorzugt nachts und in den frühen Morgenstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit aktiv, bei starken Regenfällen nach längerer Trockenheit auch tagaktiv. Das Nahrungsspektrum ist recht unspezifisch und breit; im Prinzip wird alles gefressen, was überwältigt werden kann, zum Beispiel Regenwürmer, kleine Nacktschnecken und Insekten (-larven).

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Umwandlung von naturnahen Mischwäldern in nicht standortgerechte Nadelwälder,
  • hohe Beweidungsintensitäten
  • Düngung durch Gülle (verätzt die Tiere),
  • Zerschneidung der Lebensräume durch stärker befahrene Wege sowie direkte Individuenverluste durch Überfahren

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Erhöhung des Totholzanteils in Wäldern
  • Umbau strukturarmer Fichtenforste in naturnahe Bergwälder
  • Extensivierung der Grünlandnutzung (v. a. der Beweidung von Sonderstandorten mit potenziellen Verstecken)

Sonstige Hinweise

Die Art ist teilweise schwer nachzuweisen und wurde bisher auch nur in der kontinentalen Region gezielt kartiert.; insofern sind "Lücken" in der ASK in der alpinen Region keinesfalls so zu interpretieren, dass die Art hier nicht vorkommt!

Ergänzende Informationen

Grossenbacher, K. (2005): Der Alpensalamander. Lebensweise und Schutzmöglichkeiten. - Merkblatt der KARCH, Bern. 4 S

http://www.herpetofauna.at/amphibien/salamandra_atra.php

http://www.waldwissen.net/themen/waldoekologie/tieroekologie/wsl_alpensalamander_merkblatt.pdf

www.froschnetz.ch

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