Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia)

Rote Liste Bayern: Stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Hauptverbreitungsgebiet der Grünen Keiljunger liegt in Osteuropa. Nach Westen endet das geschlossene Verbreitungsgebiet in Deutschland. In West- und Südeuropa bestehen einige isolierte Vorkommen.

Bayerische Verbreitungsschwerpunkte der Art sind das Mittelfränkische Becken, das Naab-Regen-Einzugsgebiet, das südwestliche Vorland des Bayerischen Waldes sowie die Flüsse Amper und Paar.

Fundortkarte

Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5733 Kronach
5824 Gräfendorf
5833 Burgkunstadt
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5839 Schönberg
5926 Geldersheim
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5934 Thurnau
5939 Waldsassen
6031 Bamberg Nord
6035 Bayreuth
6037 Ebnath
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6131 Bamberg Süd
6137 Kemnath
6139 Falkenberg
6140 Tirschenreuth
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6237 Grafenwöhr
6238 Parkstein
6239 Neustadt a.d.Waldnaab
6331 Röttenbach
6332 Erlangen Nord
6336 Vilseck
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6339 Waldthurn
6340 Vohenstrauß
6341 Frankenreuth
6430 Emskirchen
6431 Herzogenaurach
6432 Erlangen Süd
6433 Lauf a.d.Pegnitz
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6438 Schnaittenbach
6439 Tännesberg
6440 Moosbach
6441 Eslarn
6530 Langenzenn
6531 Fürth
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6534 Happurg
6536 Sulzbach-Rosenberg Süd
6539 Nabburg
6540 Oberviechtach
6541 Tiefenbach
6628 Leutershausen
6629 Ansbach Nord
6630 Heilsbronn
6631 Roßtal
6632 Schwabach
6633 Feucht
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6640 Neunburg vorm Wald
6641 Rötz
6643 Furth i.Wald
6729 Ansbach Süd
6730 Windsbach
6731 Abenberg
6732 Roth
6733 Allersberg
6737 Schmidmühlen
6738 Burglengenfeld
6739 Bruck i.d.OPf.
6741 Cham West
6742 Cham Ost
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6832 Heideck
6833 Hilpoltstein
6834 Berching
6835 Wissing
6837 Kallmünz
6840 Reichenbach
6841 Roding
6842 Miltach
6931 Weißenburg i.Bay.
6933 Thalmässing
6934 Beilngries
6935 Dietfurt a.d.Altmühl
6938 Regensburg
6939 Donaustauf
6940 Wörth a.d.Donau
6941 Stallwang
6942 Sankt Englmar
6943 Viechtach
7031 Treuchtlingen
7038 Bad Abbach
7040 Pfatter
7041 Münster
7042 Bogen
7045 Frauenau
7132 Dollnstein
7138 Langquaid
7139 Aufhausen
7140 Geiselhöring
7141 Straubing
7143 Deggendorf
7145 Schöfweg
7230 Donauwörth
7232 Burgheim Nord
7235 Vohburg a.d.Donau
7236 Münchsmünster
7237 Siegenburg
7240 Mengkofen
7241 Pilsting
7243 Plattling
7245 Schöllnach
7246 Tittling
7247 Waldkirchen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7331 Rain
7334 Reichertshofen
7335 Geisenfeld
7340 Dingolfing West
7345 Vilshofen
7346 Hutthurm
7347 Hauzenberg
7430 Wertingen
7431 Thierhaupten
7432 Pöttmes
7433 Schrobenhausen
7434 Hohenwart
7437 Bruckberg
7438 Landshut West
7439 Landshut Ost
7448 Untergriesbach
7529 Zusmarshausen
7530 Gablingen
7531 Gersthofen
7532 Aichach
7533 Kühbach
7535 Allershausen
7536 Freising Nord
7537 Moosburg a.d.Isar
7538 Buch a.Erlbach
7544 Bad Birnbach
7545 Griesbach i.Rottal
7629 Dinkelscherben
7630 Westheim b.Augsburg
7631 Augsburg
7632 Dasing
7634 Markt Indersdorf
7635 Haimhausen
7636 Freising Süd
7637 Erding
7726 Illertissen
7729 Ziemetshausen
7731 Mering
7734 Dachau
7735 Oberschleißheim
7830 Schwabmünchen
7832 Türkenfeld
7833 Fürstenfeldbruck
7835 München
7932 Utting am Ammersee
7934 Starnberg Nord
7935 München-Solln
7938 Steinhöring
7941 Trostberg
8032 Dießen a.Ammersee
8040 Eggstätt
8043 Laufen
8128 Obergünzburg
8233 Iffeldorf
8236 Tegernsee
8243 Bad Reichenhall
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Grüne Keiljungfer ist eine Charakterart naturnaher Flüsse und größerer Bäche der Ebene und des Hügellandes, wobei sie hauptsächlich an den Mittel- und Unterläufen vorkommt. Die Fließgewässer dürfen nicht zu kühl sein und benötigen sauberes Wasser, kiesig-sandigen Grund, eine eher geringe Fließgeschwindigkeit und Bereiche mit geringer Wassertiefe. Von hoher Bedeutung sind sonnige Uferabschnitte oder zumindest abschnittweise nur geringe Beschattung durch Uferbäume.

Die Imagines fliegen meist bis Mitte August, aber je nach Witterung auch bis Oktober. Schlupf- und Fluggebiete müssen nicht identisch sein. Insbesondere Weibchen findet man oft weit entfernt vom Gewässer, u. a. gern auf Waldlichtungen und -wegen. Die Männchen besetzen an kleineren Fließgewässern besonnte, exponierte Sitzwarten in der Ufervegetation, die in der Regel gegen Artgenossen verteidigt werden. An größeren Flüssen (ab ca. 20 m Breite) patrouillieren sie in der Gewässermitte.

Die Eier werden vom Weibchen in Sekundenschnelle durch mehrmaliges Dippen das Abdomenendes ins Wasser an flach überströmten, sandigen oder kiesigen Stellen abgelegt. Danach verschwinden sie sofort wieder vom Gewässer. Es gibt Hinweise, dass die Weibchen die Fortpflanzungsgewässer räumlich und zeitlich von den Männchen getrennt aufsuchen.

Die Larven leben dann als "Lauerjäger" überwiegend in grobsandigem Substrat und vergraben und bewegen sich wenig. Sie brauchen normalerweise drei bis vier Jahre, um sich zu entwickeln.

Die erwachsenen Grünen Keiljungfern schlüpfen je nach Jahresverlauf - abhängig von einer spezifischen Temperatursumme - ab Mitte Mai direkt am Ufer, nur wenige cm bis dm über dem Wasser (seltener auch bis etwa 100 cm). Exuvien findet man an Pflanzen oder Steinen, zwischen Wurzeln von Ufergehölzen, aber auch an Widerlagern und Pfeilern von Brücken.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Gewässerverbauungen und -begradigungen und der damit verbundene Verlust dynamischer Prozesse,
  • Belastende Einleitungen,
  • Eutrophierung und Verschlammung der Gewässer, insbesondere durch Eintrag von Feinsedimenten, Nährstoffen und Pestiziden aus unmittelbar angrenzenden Nutzungen,
  • zu starke Beschattung der Ufer durch Gehölze,
  • Ausbaggerungen der Gewässersohle im Rahmen des Gewässerunterhalts.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Rückbau von Verbauungen und Redynamisierung begradigter bzw. verbauter Abschnitte,
  • Förderung dynamischer Prozesse,
  • Verhinderung belastender Einleitungen,
  • Anlage von Ufer-/Pufferstreifen,
  • Umwandeln von Acker in Grünland in Gewässernähe,
  • Förderung einer extensiven, grünlandbetonten Nutzung im Einzugsgebiet des Gewässers,
  • Entnahme oder Rückschnitt zu dichter Ufergehölze,
  • schonender Gewässerunterhalt (nur Teilentlandungen, abschnittsweises Vorgehen)

Sonstige Hinweise

Gewässerunterhalts- und -pflegemaßnahmen sollten in größeren Zeitabständen und nur abschnittsweise durchgeführt werden, eine zu dichte Beschattung ist durch angemessene Gehölzpflege zu verhindern.

Auch im weiteren Einzugsgebiet des Fließgewässers sollen Einträge von Feinmaterial, Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln reduziert werden.

Ergänzende Informationen

Artensteckbriefe Thüringen 2009

GRimmer, F. & J. Werzinger (1998): Grüne Keiljungfer Ophiogomphus cecilia (Fourcroy 1785). - In: Kuhn, K. & K. Burbach (Bearb.): Libellen in Bayern: 114-115; - Ulmer, Stuttgart.

Vonwil, G. (o. J.): ARTENSCHUTZBLATT - Ophiogomphus cecilia (Fourcroy, 1785); 6 S. - http://www2.unine.ch/webdav/site/cscf/shared/ documents/Ophiogomphus_cecilia_D.pdf

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