Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental:
Erhaltungszustand Alpin:
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Foto: Johannes Mohr

Verbreitung und Bestandssituation

Das Verbreitungsgebiet der Nymphenfledermaus ist weitgehend auf Europa beschränkt, allerdings noch unzureichend bekannt. Die Art ist erst 2001 als eigene Art beschrieben worden. Nachweise, die meistens genetisch überprüft wurden, stammen aus Süd- und Westeuropa (Spanien, Frankreich bis zum Balkan und der Türkei), Mitteleuropa (Deutschland, Tschechien, Polen, Ungarn) bis nach Südschweden und Großbritannien.

In Deutschland konzentrieren sich die bisherigen Funde auf Süd- und Mitteldeutschland (z. B. Baden-Württemberg: Rheinauen, Sachsen-Anhalt: Kyffhäuser, Harzvorland, Thüringen, Westsachsen).

In Bayern ist die Nymphenfledermaus 2012 erstmals in drei Waldgebieten sowie an einer Höhle der Fränkischen Schweiz nachgewiesen worden: im Kellerwald bei Forchheim mit über 200 Jahre alten Eichen, im Universitätswald Würzburg bei Haßfurt sowie im Rainer Wald im Landkreis Straubing-Bogen. An der Schönstein- und an der Esperhöhle (Lkr. FO) gelangen Nachweis je eines Tieres während der Schwärmzeit; mit Ausnahme der Nachweise im Rainer Wald (Lautaufnahmen) wurden diese Nachweise auch genetisch bestätigt.

Weitere Nachweise wurden mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer mittels Einsatzes von Batcordern im Jahr 2013 erbracht (s. Abbildung). Dieses Projekt der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Nordbayern und des LfU wird 2014 weitergeführt.

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Fundortkarte

Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5928 Obertheres
5930 Ebern
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6131 Bamberg Süd
6133 Muggendorf
6227 Iphofen
6232 Forchheim
6233 Ebermannstadt
6331 Röttenbach
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6529 Markt Erlbach
6532 Nürnberg
7040 Pfatter
8138 Rosenheim
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Nymphenfledermaus ist eine typische "Waldfledermaus". Sie bevorzugt Laubwälder, die überdurchschnittlich alt sowie mit Feuchtstellen ausgestattet sind. Solche Wälder bieten ein großes Angebot an natürlichen Quartieren in Baumhöhlen, was vermutlich einen Schlüsselfaktor für die Existenz von Kolonien der Art darstellt.

Über die Lebensweise ist noch wenig bekannt - offenbar halten sich die Tiere überwiegend im Kronenraum auf. Von Netzfängen her weiß man, dass sie regelmäßig auch über Gewässern (kleinen Bachläufen, Tümpeln) jagt.

Aus den Beschreibungen der Lebensräume in Mitteleuropa kann man schließen, dass die Nymphenfledermaus auf sehr alte Laubwälder (vor allem Eichenwälder und Hartholzauwälder mit einem Alter über 180-200 Jahre) als Lebensraum spezialisiert ist. Die einzigen Winterquartiere der Art in Deutschland sind bisher in Sachsen-Anhalt in Höhlen gefunden worden.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Da die als Lebensraum bevorzugten alten Wälder nur noch sehr kleinflächig und vereinzelt vorkommen, ist eine starke Gefährdung durch Verinselung und Isolation der Vorkommen sowie fehlende Vernetzung anzunehmen. Forstwirtschaftliche Maßnahmen, d. h. die Nutzung alter Bestände (besonders in der Vegetationsperiode) stellen konkrete Gefährdungen dar, ebenso alle Maßnahme, die zu Flächenverlusten alter Wälder führen (Infrastruktur u. Ä.). Bundesweit ist die Nymphenfledermaus als vom Aussterben bedroht eingestuft. In der Roten Liste Bayern ist sie noch nicht enthalten.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Sicherung alter Laubbaumbestände für den Fledermausschutz (Nutzungsverzicht)
  • Vergrößerung alter Waldbestände
  • Sicherung / Erhöhung des Quartierangebots in Wäldern durch gezielte Förderung von Alt- und Totholz sowie von Laubholz (Verbesserung der Lebensbedingungen von Spechten)

Ergänzende Informationen

Dietz, C. , von Helversen, O. & D. Nill (2007): Handbuch der Fledermäuse Europas und Nordwestafrikas. Biologie, Kennzeichen, Gefährdung, Seiten 200 - 368 (1. Auflage), Verlag Kosmos, Stuttgart.

von Helversen, O., Heller, K.-G., Mayer, F., Nemeth, A., Volleth, M. P. Gombkötö (2001): Cryptic mammalian species: a new species of whiskered bat (Myotis alcathoe n. sp.) in Europe. - Naturwissenschaften. 88 (5), S. 217-223

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