Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Günstig
Erhaltungszustand Alpin:
417664
Foto: Mirko Dreßler

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal reicht von Frankreich über Mitteleuropa nach Osteuropa und durch die gemäßigte Zone Sibiriens bis nach Korea. In Deutschland wird zum einen der Südwesten (bes. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz) und zum anderen der Nordosten (bes. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg) besiedelt.

In Bayern konnte - ausgehend von einer Arealausweitung in Baden-Württemberg aufgrund überdurchschnittlich warmer Sommer - die Art erstmals im Jahr 2002 im mittleren Maintal sicher nachgewiesen werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Verbreitung in Bayern auf Teilbereiche des Mittleren Maintals bzw. das Maintal im Spessart konzentriert. Trotz bislang wenig konsolidierter Vorkommen und zwischenzeitlicher Arealregressionen ist im Zuge der Klimaerwärmung eine weitere Expansion für Bayern zu erwarten.

Fundortkarte

Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5526 Bischofsheim a.d.Rhön
5625 Wildflecken
6022 Rothenbuch
6123 Marktheidenfeld
6124 Remlingen
6222 Stadtprozelten
6223 Wertheim
6225 Würzburg Süd
6326 Ochsenfurt
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Aktuell werden in Bayern vor allem zwei besonders wärmebegünstigte Talabschnitte des Mains und der angrenzenden, südexponierten Hänge besiedelt. Die Larvallebensräume sind vor allem sommertrockene Grünlandbrachen sowie Wegränder und -böschungen mit Vorkommen der Wirtspflanzen Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius) und Krauser Ampfer (Rumex crispus). Im Maintal stehen nur lokal geeignete Larvallebensräume mit meist kleinen bis mittelgroßen Ampferbeständen zur Verfügung. Dennoch dürften derzeit vor allem Klimafaktoren die Ausbreitung begrenzen. Typisch sind für die hochmobile Art großräumige Populationsverbünde. Die bayerischen Randvorkommen stehen vermutlich in Kontakt mit den Herkunftspopulationen im nahen Baden-Württemberg. Die Art bildet meist 2 (3) Generationen pro Jahr aus. Nachweise gehen überwiegend auf Präimaginalstadien zurück, insbesondere der individuenreicheren zweiten Generation im August.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Intensive Grünlandnutzung
  • Verschwinden der Raupennahrungspflanzen durch Gehölzsukzession

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Förderung von Brachflächen mit Wirtspflanzen auf nährstoffreichen Standorten der historischen Aue, die in mehrjährigen Abständen bzw. auf Teilflächen gemulcht, gepflügt oder anderweitig "gestört" werden
  • Sporadische Pflegeeingriffe zur Erhaltung der Wirtspflanzen mit Verletzung der Vegetationsdecke und Rücknahme der Gehölzsukzession.

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