Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Grosse Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Die Art kommt von Mittel- und Osteuropa bis Sibirien vor. Das mitteleuropäische Verbreitungsgebiet ist nicht geschlossen. Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland sind die norddeutschen Niederungen.

Aus Nordbayern liegen zerstreute Nachweise vor. Sie stammen vorwiegend aus dem Fränkischen Keuperland (D59), dem Oberpfälzisch-obermainischem Hügelland (D62) und dem Thüringisch-fränkischem Mittelgebirge (D48). Die aktuellen Nachweise in Südbayern beschränken sich auf das Südliche Alpenvorland (D66).

Fundortkarte

Grosse Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5526 Bischofsheim a.d.Rhön
5626 Sandberg
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5631 Meeder
5632 Neustadt b.Coburg
5728 Oberlauringen
5733 Kronach
5738 Rehau
5832 Lichtenfels
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5839 Schönberg
6022 Rothenbuch
6030 Eltmann
6037 Ebnath
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6120 Obernburg a.Main
6139 Falkenberg
6227 Iphofen
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6237 Grafenwöhr
6238 Parkstein
6240 Flossenbürg
6320 Michelstadt
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6340 Vohenstrauß
6341 Frankenreuth
6432 Erlangen Süd
6434 Hersbruck
6437 Hirschau
6440 Moosbach
6441 Eslarn
6530 Langenzenn
6532 Nürnberg
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6536 Sulzbach-Rosenberg Süd
6628 Leutershausen
6638 Schwandorf
6639 Wackersdorf
6640 Neunburg vorm Wald
6733 Allersberg
6738 Burglengenfeld
6830 Gunzenhausen
7046 Spiegelau
7140 Geiselhöring
7536 Freising Nord
7732 Mammendorf
7833 Fürstenfeldbruck
7835 München
7934 Starnberg Nord
7938 Steinhöring
8031 Denklingen
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8035 Sauerlach
8037 Glonn
8040 Eggstätt
8131 Schongau
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8135 Sachsenkam
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8229 Marktoberdorf
8230 Lechbruck
8232 Uffing a.Staffelsee
8233 Iffeldorf
8234 Penzberg
8238 Neubeuern
8324 Wangen im Allgäu West
8325 Wangen im Allgäu Ost
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8427 Immenstadt i.Allgäu
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Große Moosjungfer ist keine typische Hochmoorart. Sie bevorzugt etwas nährstoffreichere, meso- bis eutrophe, ganzjährig Wasser führende Zwischenmoorgewässer sowie verlandende Teiche, anmoorige Seen, Torfstiche oder andere, nicht zu saure (Moor)-gewässer. Wichtig ist eine nur schwache bis mittlere Vegetationsdeckung aus Helo- und Hydrophyten und dunkler Untergrund. Fischfreiheit ist günstig.

Die Paarung wird im Flug eingeleitet und anschließend auf Gehölzen fortgesetzt. Die Eiablage erfolgt im Flug durch wippende Schläge auf die Wasseroberfläche, wobei flache Stellen mit dunklem Untergrund bevorzugt werden, die sich rasch erwärmen. Die Entwicklung der Larven dauert zwei, selten drei Jahre. Die ausgewachsenen Larven klettern ab Mitte Mai bis Anfang Juni an Seggen- oder Binsenhalmen hoch und häuten sich in geringer Höhe (bis 20 cm über der Wasseroberfläche) zur flugfähigen Libelle. Die Imagines fliegen dann meist bis Ende Juli, wobei die Männchen recht ortstreu sind, über mehrere Tage an einem Gewässer bleiben können. Andererseits hat die Art ein hohes Ausbreitungspotenzial von ca. 20-30 km (vereinzelt bis 100 km!).

In Südbayern ist die Große Moosjungfer eng an Moorgebiete gebunden; in Nordbayern besiedelt sie nicht oder extensiv genutzte, in der Regel fischfreie Teiche.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Veränderung des Wasserhaushalts, insbesondere Absenken des Wasserspiegels
  • Verfüllung von Kleingewässern
  • zunehmende Verlandung der Larvalgewässer und Beschattung durch Gehölzsukzession im Umfeld
  • Aussetzen von Fischen

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Abfischen in Gewässern mit aktuellem oder potenziellem Vorkommen der Art
  • nachhaltige Entnahme von Gehölzen unmittelbar am und im Umfeld vom Larvalgewässer
  • Wiedervernässung von Mooren mit ehemaliger bäuerlicher Torfstichnutzung

Sonstige Hinweise

In der Regel ist keine Koexistenz mit Fischen möglich, d. h. eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen besteht darin, besiedelte oder potenziell geeignete Gewässer fischfrei zu halten.

Ergänzende Informationen

Artensteckbriefe Thüringen 2009

Brauner, Oliver (2006): Einjährige Entwicklung von Leucorrhinia pectoralis und Brachytron pratense in einem Kleingewässer Nordostbrandenburgs, LIBELLULA 25, S. 61-75

Engelschall, R. & P. Hartmann (1998): Große Moosjungfer Leucorrhinia pectoralis (Charpentier 1825). - In: Kuhn, K. & K. Burbach (Bearb.): Libellen in Bayern: 198-199; - Ulmer, Stuttgart.

Hunger, H, F.-J. Schiel &B. Kunz (2006): Verbreitung und Phänologie der Libellen Baden-Württembergs, LIBELLULA Supplement 7, S. 15-188

Viogt, H. (2005): Große Moosjungfer Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825). In: Brockhaus, T. & U. Fischer (Hrsg.) (2005): Die Libellenfauna Sachsens, Natur & Text, Rangsdorf: S. 294-297

Wildermuth, H. (2001): Das Rotationsmodell zur Pflege kleiner Moorgewässer - Simulation naturgemäßer Dynamik. - Naturschutz und Landschaftsplanung 33: 269-273.

Wildermuth, H. (o. J.): ARTENSCHUTZBLATT - Leucorrhinia pectoralis (Charpentier 1825); 6 S. - http://www2.unine.ch/webdav/site/cscf/shared/ documents/Leucorrhinia_pectoralis_D.pdf

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