Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Grosse Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Rote Liste Bayern: Stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: Gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Die Art kommt von Mittel- und Osteuropa bis Sibirien vor. Das mitteleuropäische Verbreitungsgebiet ist nicht geschlossen. Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland sind die norddeutschen Niederungen.

Aus Nordbayern liegen zerstreute Nachweise vorwiegend aus dem Fränkischen Keuperland (D59), dem Oberpfälzisch-obermainischem Hügelland (D62), dem Thüringisch-fränkischem Mittelgebirge (D48) und dem Voralpinen Hügel- und Moorland (D66).

Fundortkarte

Grosse Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Nachweise ab 1990



Letzter Daten-Import erfolgte am 31.7.2018.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1990

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5626 Sandberg
5631 Meeder
5632 Neustadt b.Coburg
5723 Altengronau
5733 Kronach
5738 Rehau
5832 Lichtenfels
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5923 Rieneck
5937 Fichtelberg
6022 Rothenbuch
6030 Eltmann
6037 Ebnath
6039 Mitterteich
6040 Neualbenreuth
6120 Obernburg a.Main
6139 Falkenberg
6227 Iphofen
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6237 Grafenwöhr
6238 Parkstein
6240 Flossenbürg
6320 Michelstadt
6330 Uehlfeld
6331 Röttenbach
6335 Auerbach i.d.OPf.
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6340 Vohenstrauß
6341 Frankenreuth
6432 Erlangen Süd
6434 Hersbruck
6440 Moosbach
6441 Eslarn
6530 Langenzenn
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6628 Leutershausen
6639 Wackersdorf
6640 Neunburg vorm Wald
6733 Allersberg
6738 Burglengenfeld
7342 Landau a.d.Isar
7536 Freising Nord
7732 Mammendorf
7833 Fürstenfeldbruck
7934 Starnberg Nord
7938 Steinhöring
8031 Denklingen
8032 Dießen a.Ammersee
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8035 Sauerlach
8037 Glonn
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8131 Schongau
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8135 Sachsenkam
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8229 Marktoberdorf
8230 Lechbruck
8233 Iffeldorf
8234 Penzberg
8238 Neubeuern
8324 Wangen im Allgäu West
8327 Buchenberg
8328 Nesselwang West
8329 Nesselwang Ost
8427 Immenstadt i.Allgäu
Letzter Daten-Import erfolgte am 31.7.2018.

Lebensraum und Lebensweise

Die Große Moosjungfer ist keine typische Hochmoorart. Sie bevorzugt etwas nährstoffreichere, meso- bis eutrophe, ganzjährig Wasser führende Zwischenmoorgewässer sowie verlandende Teiche, anmoorige Seen, Torfstiche oder andere, nicht zu saure (Moor)-gewässer. Wichtig ist eine nur schwache bis mittlere Vegetationsdeckung aus Schwimmblatt- und Röhrichtpflanzen mit dunklem Untergrund. Fischfreiheit ist günstig.

Die Paarung wird im Flug eingeleitet und anschließend auf Gehölzen fortgesetzt. Die Eiablage erfolgt im Flug durch wippende Schläge auf die Wasseroberfläche, wobei flache Stellen mit dunklem Untergrund bevorzugt werden, die sich rasch erwärmen. Die Entwicklung der Larven dauert zwei, selten drei Jahre. Die ausgewachsenen Larven klettern ab Mitte Mai bis Anfang Juni an Seggen- oder Binsenhalmen hoch und häuten sich in geringer Höhe (bis 20 cm über der Wasseroberfläche) zur flugfähigen Libelle. Die Imagines fliegen dann meist bis Ende Juli, wobei die Männchen recht ortstreu sind, über mehrere Tage an einem Gewässer bleiben können. Andererseits hat die Art ein hohes Ausbreitungspotenzial von ca. 20-30 km (vereinzelt bis 100 km!).

In Südbayern ist die Große Moosjungfer eng an Moorgebiete gebunden; in Nordbayern besiedelt sie nicht oder extensiv genutzte, in der Regel fischfreie Teiche.

Phänologie

Hauptflugzeit von Mitte Mai bis Mitte Juli

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Veränderung des Wasserhaushalts, insbesondere Absenken des Wasserspiegels
  • Verfüllung von Kleingewässern
  • zunehmende Verlandung der Larvalgewässer und Beschattung durch Gehölzsukzession im Umfeld
  • Aussetzen von Fischen

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Abfischen in Gewässern mit aktuellem oder potenziellem Vorkommen der Art
  • nachhaltige Entnahme von Gehölzen unmittelbar am und im Umfeld vom Larvalgewässer
  • Wiedervernässung von Mooren mit ehemaliger bäuerlicher Torfstichnutzung

Sonstige Hinweise

In der Regel ist keine Koexistenz mit Fischen möglich, d. h. eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen besteht darin, besiedelte oder potenziell geeignete Gewässer fischfrei zu halten.

Ergänzende Informationen

Wildermuth, H. (o. J.): ARTENSCHUTZBLATT - Leucorrhinia pectoralis (Charpentier 1825); 6 S. - http://www2.unine.ch/webdav/site/cscf/shared/ documents/Leucorrhinia_pectoralis_D.pdf

Wildermuth, H. (2001): Das Rotationsmodell zur Pflege kleiner Moorgewässer - Simulation naturgemäßer Dynamik. - Naturschutz und Landschaftsplanung 33: S. 269-273.

Hunger, H, F.-J. Schiel & B. Kunz (2006): Verbreitung und Phänologie der Libellen Baden-Württembergs, LIBELLULA Supplement 7, S. 15-188

Brauner, O. (2006): Einjährige Entwicklung von Leucorrhinia pectoralis und Brachytron pratense in einem Kleingewässer Nordostbrandenburgs, LIBELLULA 25, S. 61-75

Voigt, H. (2005): Große Moosjungfer Leucorrhinia pectoralis (Charpentier, 1825). In: Brockhaus, T. & U. Fischer (Hrsg.) (2005): Die Libellenfauna Sachsens, Natur & Text, Rangsdorf: S. 294-297

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