Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Mitteleuropa und Südskandinavien bis nach Westsibirien. Der europäische Verbreitungsschwerpunkt liegt in Osteuropa und Südfinnland. Die mitteleuropäischen Vorkommen liegen am Westrand des Verbreitungsareals, viele Populationen sind hier von einem dramatischen Rückgang betroffen oder erloschen. Verbliebene Populationen sind isoliert. Die Art ist in Deutschland und in Bayern vom Aussterben bedroht.

In Bayern gibt es aktuelle Funde nur noch im Gebiet der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte und der Seeoner Seen (TK 8040 und TK 8140). 20 Jahre alte Nachweise aus der Pupplinger Au (TK 8034), aus dem Inntal nordöstlich von Altötting (TK 7742) und aus dem Naturschutzgebiet "Osterseen" (TK 8133) konnten nicht mehr bestätigt werden bzw. sind erloschen. Ein Hinweis auf ein aktuelles Vorkommen im Landkreis Bad Tölz (2009) ist in der Artenschutzkartierung nicht dokumentiert und ohne genauere Kenntnis des Fundorts derzeit nicht überprüfbar. Obwohl die Art im hessischen Roten Moor nachgewiesen wurde, konnte sie in den bayerischen Rhön-Mooren nicht gefunden werden.

Fundortkarte

Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
6230 Höchstadt a.d.Aisch
7742 Altötting
8034 Starnberg Süd
8040 Eggstätt
8133 Seeshaupt
8140 Prien a.Chiemsee
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Zierliche Moosjungfer besiedelt mesotrophe bis schwach eutrophe, relativ flache Stillgewässer mit geringen Wasserstandsschwankungen. Notwendig ist eine gut ausgebildete submerse Vegetation sowie Verlandungsvegetation (Seggen, Binsen, Schachtelhalme) zumindest an Teilen des Ufers. Reine Schwimmblattfluren sind nicht erforderlich und teilweise sogar schädlich, da sie die Submersvegetation unterdrücken können.

Die Männchen besetzen tagsüber meist Sitzwarten wie Schwimmblätter, dürre Halme von Schilf und Rohrkolben oder andere aus dem Wasser ragende Strukturen. Nachts ziehen sich die Tiere in die Riedbestände der Verlandungszonen in unmittelbarer Gewässerumgebung zurück. Die Weibchen legen Eier an Pflanzenteile der submersen Vegetation ab, die an die Wasseroberfläche reichen. Die Larven leben dann zwischen den Wasserpflanzen, der Schlupf erfolgt nach zweijähriger Entwicklungszeit.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Beeinträchtigung der Wasserqualität durch Eutrophierung vor allem durch direkte oder diffuse Nährstoffeinträge oder Einleitung von Fremdwasser,
  • Manipulationen des Wasserhaushalts,
  • Fischbesatz, insbesondere auch Karpfen oder Graskarpfen, durch deren Wühltätigkeit sich das Wasser trübt und damit die Unterwasservegetation beeinträchtigt,
  • Fortschreitende Gehölzentwicklung und Verschattung an den Ufern.

Sonstige Hinweise

Alle Neunachweise und alle Wiederfunde sollten in geeigneter Form (ASK-Erhebungsbogen, PC-ASK) dem LfU gemeldet werden.

Ergänzende Informationen

Lang, G. (1998): Zierliche Moosjungfer Leucorrhinia caudalis (Charpentier 1840). - In: Kuhn & Burbach (Bearb.): Libellen in Bayern; 194-195.

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