Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: Ungünstig/unzureichend
423758
Foto: Bernd Cegielka

Verbreitung und Bestandssituation

Das geschlossene Verbreitungsgebiet der eurosibirischen Art erstreckt sich von Ostdeutschland bis nach Westsibirien. In Westeuropa finden sich wenige isolierte Arealvorposten, westlich bis nach Südwest-Frankreich und den Niederlanden.

Vorkommen in Deutschland sind derzeit nur aus der Osthälfte bekannt (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und Bayern).

Unentdeckte Vorkommen können bei dieser kurz- und frühfliegenden Art nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aktuelle Vorkommen in Bayern mit Hinweis auf Bodenständigkeit existieren in Oberbayern, Schwaben, Mittelfranken und der Oberpfalz.

Fundortkarte

Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 31.7.2018.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5730 Heldburg
5733 Kronach
5937 Fichtelberg
6238 Parkstein
6330 Uehlfeld
6639 Wackersdorf
6731 Abenberg
6733 Allersberg
7527 Günzburg
8033 Tutzing
8035 Sauerlach
8040 Eggstätt
8234 Penzberg
8333 Murnau a.Staffelsee
8429 Pfronten
8430 Füssen
Letzter Daten-Import erfolgte am 31.7.2018.

Lebensraum und Lebensweise

Besiedelt werden nährstoffarme, fischfreie oder fischarme Stillgewässer mit unterschiedlichem Säuregrad und meist dichter Gewässervegetation nahe der Wasseroberfläche aus Armleuchteralben, Laichkräutern etc. in kalkreichen Gewässern bzw. Torfmoosen, Sauergräsern, Binsen u. a. in moorigen Gewässern.

Die Larvalentwicklung ist mindestens zweijährig. Exuvien findet man ab der 2. Maihälfte bis Anfang August in der Ufervegetation. Die Imagines leben nur wenige Wochen.

Phänologie

Hauptflugzeit von Ende Mai bis Anfang Juli

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Beeinträchtigung der Wasserqualität durch Eutrophierung, vor allem durch direkte oder diffuse Nährstoffeinträge oder Einleitung von Fremdwasser
  • Entwässerung oder Störungen des Wasserhaushalts
  • Fischbesatz oder Verschiebung der (Fisch-) Artendominanz durch übermäßige Entnahme von Raubfischen
  • Trittschäden in der Ufervegetation

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Grundsätzlich nur bei bekannten und beeinträchtigten Larvalgewässern möglich:

  • Auszäunung und langfristiger Betretungs-Schutz von Ufern
  • Entnahme von benthivoren Fischarten und weiteren, standortfremden Arten (z. B. Graskarpfen) mit dauerhafter Untersagung der fischereilichen Nutzung

Ergänzende Informationen

Burbach, K. (2003): Verbreitung und Habitate von Leucorrhinia albifrons in Bayern. Libellula Supplement 4: 105-132

Kuhn, J. (2008): Leucorrhinia albifrons in Bayern: Monitoring 2007-2008. - Gutachten. Bayerisches Landesamt für Umwlt

Brockhaus, T., Roland, H.-J., Benken, T., Conze, K.-J., Günther, A., Leipelt, K.-G., Lohr, M., Martens, A., Mauersberger, R., Ott, J., Suhling, F., Weihrauch, F. & C. Willigalla (2015): Atlas der Libellen Deutschlands. - Libellula Supplement 14: 1-394.

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