Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: Ungünstig/unzureichend
423758
Foto: Bernd Cegielka

Verbreitung und Bestandssituation

Das geschlossene Verbreitungsgebiet der eurosibirischen Art erstreckt sich von Ostdeutschland bis nach Westsibirien. In Westeuropa finden sich wenige isolierte Arealvorposten, westlich bis nach Südwest-Frankreich und den Niederlanden.

Vorkommen in Deutschland sind derzeit nur aus der Osthälfte bekannt (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und Bayern).

Aus Bayern liegen von 11 Gewässern bzw. Gewässerkomplexen aktuelle (nach 1998) Nachweise vor. Die meisten Nachweise stammen aus dem Südlichen Alpenvorland (D66), jeweils ein aktuell bestätigtes Vorkommen befindet sich im Oberpfälzisch-obermainischen Hügelland (D62) auf TK 6238 und im Thüringisch-fränkischen Mittelgebirge (D48) auf TK 5937. Die Vorkommen auf TK 6731, TK 7526 und TK 7527 konnten trotz gezielter Suche in den Jahren 2007 bis 2009 nicht bestätigt werden. Zu den Vorkommen auf den Kartenblättern 5733, 6330 und 6733 aus den Jahren 1991 bis 1998 liegen keine aktuelleren Erkenntnisse vor.

Fundortkarte

Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5730 Heldburg
5733 Kronach
5937 Fichtelberg
6238 Parkstein
6330 Uehlfeld
6639 Wackersdorf
6731 Abenberg
6733 Allersberg
7526 Ulm Nordost
7527 Günzburg
8033 Tutzing
8034 Starnberg Süd
8035 Sauerlach
8040 Eggstätt
8234 Penzberg
8333 Murnau a.Staffelsee
8429 Pfronten
8430 Füssen
8533 Mittenwald
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Leucorrhinia albifrons besiedelt nährstoffarme, fischfreie oder fischarme Stillgewässer mit unterschiedlichem Säuregrad und meist dichter Gewässervegetation nahe der Wasseroberfläche. In kalkreichen Gewässern besteht diese v. a. aus Armleuchteralgen und Laichkräutern, in moorigen Gewässern überwiegend aus Torfmoosen, Sauergräsern und Binsen.

Die Larvalentwicklung ist mindestens zweijährig. Exuvien findet man ab der 2. Maihälfte bis Anfang August in der Ufervegetation. Die Imagines leben nur wenige Wochen.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Fischbesatz
  • Beeinträchtigung der Wasserqualität durch Eutrophierung, vor allem durch direkte oder diffuse Nährstoffeinträge oder Einleitung von Fremdwasser
  • Expansion von Schilf
  • Eintrübung des Wassers und Beeinträchtigung der für die Art wichtigen Gewässervegetation, insbesondere den Characeenbeständen, durch Fische oder intensive Freizeitnutzung,
  • Mechanisches Ausräumen der Armleuchteralgen und anderer Unterwasserpflanzen,
  • Entwässerung oder Störungen des Wasserhaushalts,
  • große Stockenten-Ansammlungen

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Grundsätzlich nur bei bekannten und beeinträchtigten Larvalgewässern möglich:

  • Verzicht auf Fischbesatz jeglicher Art, ggf. Entnahme von Fischen
  • Schutz vor zu intensiver Freizeitnutzung,
  • Verzicht auf mechanische Entnahme von Gewässervegetation, insb. von Characeenbeständen
  • Aufgabe der fischereilichen Nutzung
  • Schutz vor Nährstoffeinträgen, ggf. schonende Entnahme von organischen Sedimenten

Sonstige Hinweise

Alle Neunachweise oder Wiederfunde sollten in geeigneter Form (ASK-Erhebungsbogen, PC-ASK) dem LfU gemeldet werden.

Ergänzende Informationen

Burbach, K. (2003): Verbreitung und Habitate von Leucorrhinia albifrons in Bayern. LIBELLULA Supplement 4: 105-132

Kuhn, J. (2008): Leucorrhinia albifrons in Bayern: Monitoring 2007-2008. - Gutachten. Bayerisches Landesamt für Umwelt

Lang, G. (1998): Östliche Moosjungfer Leucorrhinia albifrons (Charpentier 1840). - In: Kuhn & Burbach (Bearb.): Libellen in Bayern; 192-193.

http://www.tlug-jena.de/de/tlug/umweltthemen/natur_und_landschaft/artenschutz/artengruppen/

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