Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Balons Kaulbarsch (Gymnocephalus baloni)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Balons Kaulbarsch auch Donau-Kaulbarsch genannt ist eine endemische Art innerhalb der Gewässersysteme von Donau, Dnjestr und Dnjepr. In Deutschland kommt die Art nur in der mittleren und unteren Donau sowie in den Unterläufen größerer Nebengewässer vor. Vorkommen in einigen größeren Seen Oberbayerns beruhen vermutlich auf Besatz.

Bestandssituation: Auf Grund der versteckten Lebensweise dieser Art und wegen häufiger Verwechslungen mit dem sehr ähnlichen und teilweise sympatrisch vorkommenden Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua), sind Aussagen zur Bestandssituation kaum möglich. Zumindest in der Donau wird von Anglern und Berufsfischern über regelmäßige Fänge berichtet. Bei Fischbestandserfassungen mit Hilfe der Elektrofischerei taucht die Art jedoch nur selten und in geringer Stückzahl auf.

Fundortkarte

Balons Kaulbarsch (Gymnocephalus baloni)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Der Donau-Kaulbarsch besiedelt die Barben- und Brachsenregion der Fließgewässer. Er bevorzugt sandigen bis schlammigen Untergrund mit moderaten Strömungsverhältnissen, wobei im fließenden Wasser eine Bindung an Versteckplätze (z.B. Totholz) vorliegt. Im Gegensatz zum Kaulbarsch ist der Donau-Kaulbarsch kein Schwarmfisch. Die Nahrungsaufnahme findet bei Dämmerung sowie in der Nacht statt. Sie besteht hauptsächlich aus benthischen Makroinvertebraten.

Die Laichzeit fällt in die Monate April und Mai. Hierzu werden Wanderungen zu strömungsberuhigten Bereichen in Nebengewässern und Altarmen unternommen (vorwiegend nachts bis früher morgen). Die Eier werden oberflächlich auf Steinen, Kies oder auch Wasserpflanzen abgegeben. Milchner werden mit 1-2 Jahren (> 50 mm), Rogner mit 2-3 Jahren (> 78 mm) geschlechtsreif.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Verlust natürlicher Lebensräume durch Verbauung (Dämme, Stauhaltungen usw.)
  • Zerschneidung der Lebensräume und Isolierung von Teilpopulationen durch Querbauwerke
  • Barrieren in Nebengewässern verhindern die Migration zu dort befindlichen Laichhabitaten
  • Die Abtrennung von Altwässern vom Hauptstrom bewirkt den Verlust wichtiger Laich-, Aufwuchs- und Überwinterungshabitate.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Verbesserung der Durchgängigkeit im Hauptstrom sowie zu den Nebengewässern
  • Wiedervernetzung von Auengewässern mit dem Hauptstrom
  • Renaturierung degradierter Gewässerabschnitte

Sonstige Hinweise

Auf Grund der späten Artbeschreibung und der verborgenen Lebensweise des Donau-Kaulbarsches ist bisher nur wenig zur Biologie und Ökologie der Art bekannt. Diesbezüglich besteht weiterhin akuter Forschungsbedarf.

Ergänzende Informationen

Literatur

Kottelat & Freyhof (2007) - Handbook of European Freshwater Fisches. - Cornol, Berlin.

Petersen, B. & Ellwanger, G. (Bearb.) (2006): Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000. Ökologie und Verbreitung von Arten der FFH-Richtlinie in Deutschland. Band 3: Arten der EU Osterweiterung. Schr.R. f. Landschaftspfl. u. Natursch., Heft 69/3

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