Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Haarstrangwurzeleule (Gortyna borelii)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Gortyna borelii ist eine europaweit sehr seltene Art, die nur in wenigen Staaten West- und Mitteleuropas lokal vorkommt. In Osteuropa gibt es größere Vorkommen, die allerdings regional begrenzt sind.

In Deutschland ist die Art äußerst selten mit vereinzelten Vorkommen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Die letzten aktuellen Vorkommen in Bayern bestehen in einem eng begrenzten Bereich im östlichen Grabfeldgau. Alle übrigen Vorkommen sind erloschen.

Fundortkarte

Haarstrangwurzeleule (Gortyna borelii)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5629 Römhild
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Gortyna borelii besiedelt Magerrasen und trockenwarme Säume (einschließlich Waldinnensäume) mit Vorkommen ihrer einzigen Raupennahrungspflanze, dem Arznei-Haarstrang (Peucedanum officinale). Mit Raupen besetzte Peucedanum-Pflanzen finden sich überwiegend in stark besonnten Bereichen mit Altgrasbeständen. Beschattete Raupennahrungspflanzen, insbesondere unter Gehölzschirm sowie ohne Altgras werden i.d.R. gemieden. Nach einer oberirdischen Phase des Frasses im Stengel bohrt sich die Raupe im Juni in den Wurzelstock, wo auch die Verpuppung stattfindet. Die Falter fliegen von Ende August bis Anfang Oktober.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Sukzession, bes. Verbuschung
  • Dichteschluss im Wald, Verlängerung der Umtriebszeiten im Mittelwaldel
  • Entnahme durch Schmetterlingssammler als nach wie vor ernstzunehmende Bedrohung
  • Verleitung der Falter durch nächtliche Beleuchtung

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Entbuschung, Freistellung von Peucedanum-Beständen
  • Abschnittsweise Mahd (im Juli, wenn Raupen im Wurzelstock) in mehrjährigen Abständen zum Zurücksetzen der Sukzession
  • Aussaat von Peucedanum auf geeigneten Flächen in Benachbarung von besiedelten Habitaten zur Etablierung weiterer Vorkommen und Entwicklung eines Habitatverbundes
  • Umstellung von habitatnahen Beleuchtungsanlagen auf LED sowie Einschränkung des Beleuchtungswinkels

Sonstige Hinweise

Für die Art existiert in Bayern seit 2006 ein Artenhilfsprogramm, einschließlich eines jährlichen Monitorings. Der aktuelle Kenntnisstand über die Art ist sehr gut.

Ergänzende Informationen

Literatur

Bolz, R. (2009): Fortführung des Artenhilfsprogramms Haarstrang-Wurzeleule (Gortyna borelii). Unveröff. Gutachten im Auftrag des LfU.

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