Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)

Rote Liste Bayern: Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt
Rote Liste Deutschland: Gefährdung anzunehmen, aber Status unbekannt
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Die Asiatische Keiljungfer ist eine eurosibirische Art. Das Verbreitungsgebiet reicht von Mitteleuropa bis zum Amur. Nach Norden reicht das Areal bis zum 60. Breitengrad, nach Süden erreicht sie die Länder Iran, Irak, Türkei und Syrien. In Mitteleuropa ist sie lückenhaft verbreitet und weitgehend auf den östlichen Teil beschränkt.

In Deutschland war die Art in den alten Bundesländern über 50 Jahre verschollen und lange nur aus Ostbrandenburg bekannt. Seit Ende der 1990er Jahre breitet sich die Art wieder aus. Für den Rhein ist dies von Norden nach Süden im Bereich Elsass / Baden-Württemberg gut dokumentiert. Auch wenn die Art momentan in Ausbreitung begriffen ist, ist sie immer noch sehr selten.

In Bayern sind bisher nur wenige Nachweise dokumentiert. Sie stammen von der Regnitz, dem Main, dem Main-Donau-Kanal, der Donau und von einem Teichgebiet bei Weilheim. Mit weiteren Vorkommen an Main und Donau ist zu rechnen.

Fundortkarte

Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
6223 Wertheim
6232 Forchheim
6332 Erlangen Nord
7143 Deggendorf
7242 Wallersdorf
7243 Plattling
7341 Dingolfing Ost
7342 Landau a.d.Isar
7344 Pleinting
8132 Weilheim i.OB
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Die Art ist auf Fließgewässer beschränkt. Dessen Substrat ist entscheidend: Besiedelt werden nur sandig-schlammige, strömungsberuhigte, strandähnliche Uferbereiche ("Gleitufer-Situation¿) einschließlich Buhnen oder Hafenbecken.

Die Asiatische Keiljungfer ist eine typische Sommerart mit langer Flugzeit bis Ende August, vereinzelt noch bis September (Oktober). Die Männchen besetzen entweder Sitzwarten am Ufer oder führen Patrouillenflüge zur Suche nach Weibchen durch, welche nur zur Kopulation und zur Eiablage am Gewässer erscheinen. Die Entwicklungszeit der Larven beträgt zwei bis drei Jahre, der Schlupf erfolgt ab Anfang Juni und ist wenig synchronisiert.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Die Ursachen für das Verschwinden der Art in Bayern sind unklar. Als mögliche Ursachen werden Flussbegradigungen mit Zunahme der Fließgeschwindigkeit und Verlust von Feinsedimentbereichen, Wasserverschmutzung mit evtl. zu stark Sauerstoff zehrenden Bedingungen im Substrat, Klimaänderungen und das Ausbaggern von Schlammablagerungen vermutet. Wellenschlag durch Schiffe kann zu einer Beeinträchtigung schlüpfender Imagines führen.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Wiederherstellung natürlicher bzw. naturnaher, reich strukturierter, Fließgewässerabschnitte
  • Wiederherstellung natürlicher, dynamischer Auenbereiche unter besonderer Förderung einer intakten Flussmorphologie mit einer naturnahen Überflutungs- und Geschiebedynamik,
  • Minimierung von Nährstoff- und Schadstoffeinträgen aus der Umgebung der Laichgewässer, beispielsweise durch Anlage von Pufferzonen oder durch Nutzungsextensivierung der angrenzenden Flächen,
  • Vermeidung belastender Einleitungen,
  • Schonende Unterhaltsmaßnahmen an den besiedelten Gewässerabschnitten.

Ergänzende Informationen

http://www.tlug-jena.de/de/tlug/umweltthemen/natur_und_landschaft/artenschutz/artengruppen/

http://ffh-arten.naturschutz-fachinformationen-nrw.de

Hunger, H., F.-J. Schiel & B. Kunz (2006): Verbreitung und Phänologie der Libellen Baden-Württembergs in LIBELLULA Supplement 7

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