Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Baumschläfer (Dryomys nitedula)

Rote Liste Bayern: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischer Restriktion
Rote Liste Deutschland: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischen Restriktion
Erhaltungszustand Kontinental:
Erhaltungszustand Alpin: Unbekannt

Verbreitung und Bestandssituation

Unbekannt.

Von der Art gibt es nur neun ASK-Nachweise, der letzte - ein Totfund auf einer Forststraße nördlich des Eibsees - stammt von 1993. Davor erfolgten drei Nistkasten-Funde im Rahmen von Kleinsäuger-Kartierungen aus 1985/86 im Inntal bei Oberaudorf und Nußdorf; die restlichen Datensätze sind von 1968 und älter.

Acht der Funde (ssp. intermedius) stammen aus dem südostbayerischen Raum (fünfmal Lkr. Rosenheim, je einmal Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land und Garmisch-Partenkirchen); ein weiterer historischer Fund (ssp. carpathicus) von 1955 aus dem Lkr. Freyung-Grafenau.

Fundortkarte

Baumschläfer (Dryomys nitedula)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

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Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
8238 Neubeuern
8338 Bayrischzell
8531 Zugspitze
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Baumschläfer sind Bergwald-Bewohner. Zumindest in anderen Teilen Europas werden auch reine Nadelwälder und gehölzfreie Blockhalden bewohnt (Storch 1978). Die wenigen konkreten Fundangaben aus Bayern stammen aus Bergmischwäldern. Möglicherweise bevorzugt er laubholzreiche Lebensräume. Die Tagesverstecke befinden sich in Baumhöhlen und ähnlichen Quartieren, z.T: auch in Vogelnestern (Storch 1978). In den Alpen ist er von 600 bis 2000 m nachgewiesen.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Unklar;

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Keine bekannt; jeder Fundort bzw. Nachweis ist angesichts der Seltenheit hochgradig schützenswert.

Sonstige Hinweise

Neufunde müssen unbedingt durch eindeutige Fotografien oder durch Abgabe des Tiers, Schädels etc. an die ZSM verifiziert werden (Totfunde). Darüber hinaus sollten detaillierte Angaben zur Struktur und Umgebung des Fundorts gemacht werden.

Ergänzende Informationen

Seit 2008 laufen im NP Berchtesgaden (NP-Verwaltung), im Zierwald am Eibsee (Landratsamt GAP) und im Inntal im Raum Oberaudorf (LfU) Versuche, den Baumschläfer mittels Vogel-Nisthilfen wieder nachzuweisen.

Literatur

Faltin, I. (1988): Untersuchungen zur Verbreitung der Schlafmäuse in Bayern. - Schriftenr. Bay. LfU 81: 7-15.

Storch, G. (1978): Dyromys nitedula - Baumschläfer. - Handbuch der Säugetiere Mitteleuropas, Bd. 1, S. 226-237.

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