Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Fam. Laufkäfer (Carabus variolosus nodulosus)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Vom Aussterben bedroht
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/schlecht
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Der Schwarze Grubenlaufkäfer besiedelt lediglich Teile Mittel- und Südosteuropas. In Bayern, wo die Art früher zwar zerstreut, aber verbreitet vorkam, ist wie im gesamten Areal ein starker Rückgang zu konstatieren. Starker Rückgang und Seltenheit begründen die Einstufung in der Roten Liste Bayerns als vom Aussterben bedroht. Im Datenbanksystem Artenschutzkartierung Bayern liegen aktuell nur noch Nachweise aus Niederbayern sowie dem südwestlichen Oberbayern vor.

Fundortkarte

Fam. Laufkäfer (Carabus variolosus nodulosus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
7246 Tittling
7340 Dingolfing West
7341 Dingolfing Ost
7342 Landau a.d.Isar
7343 Eichendorf
7345 Vilshofen
7346 Hutthurm
7347 Hauzenberg
7439 Landshut Ost
7440 Aham
7441 Frontenhausen
7445 Ortenburg
7446 Passau
7447 Obernzell
7448 Untergriesbach
7545 Griesbach i.Rottal
8032 Dießen a.Ammersee
8142 Teisendorf
8232 Uffing a.Staffelsee
8330 Roßhaupten
8332 Unterammergau
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Lebensraum des Schwarzen Grubenlaufkäfers sind grund- oder quellwassergeprägte Feuchtwälder (Bruchwälder, Schluchtwälder, Bach-Auwälder). Der im Frühjahr aktive Käfer und seine Larve jagen auch unter Wasser nach verschiedenen aquatischen Wirbellosen bzw. deren Larvenstadien. Zur Überwinterung suchen die Käfer morsches Totholz auf. Die Käfer sind nicht flugfähig und daher ausgesprochen ausbreitungsschwach.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Intensive Forstwirtschaft, z.B. tiefe Bodenbearbeitung, Entfernen von starkem Totholz, Umwandlung in strukturarme Nadelforste
  • Entwässerung von Feuchtwäldern
  • Verbauung/Begradigung von Bachläufen
  • Zerschneidung von Lebensräumen, z.B. durch Wege- und Straßenbau

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

I.d.R. nur bedingt (z.B. Optimierung des Wasserhaushaltes, Erhöhung des Laubholz-, Altholz- und Totholzanteils), da streng stenotop in naturnahen Feuchtwäldern.

Sonstige Hinweise

Das Taxon wird gegenüber dem osteuropäischen Carabus variolosus variolosus verschiedentlich als eigene Art betrachtet, was seinen Status als FFH-Art in Frage stellen könnte. Eine abschließende Entscheidung der EU-Kommission, ob Carabus (variolosus) nodulus als Anhangsart der FFH-Richtlinie zu gelten hat, steht noch aus.

Ergänzende Informationen

Literatur

Matern, A., Drees, C., Kleinwächter, M. & T. Assmann (2007): Habitat modelling for the conservation of the rare ground beetle species Carabus variolosus in the riparian zones of headwaters.- Biol. Cons.136: 618-627.

Matern, A., Drees, C., Meyer, H. & T. Assmann (2008): Population ecology of the rare carabid beetle Carabus variolosus (Coleoptera: Carabidae) in north-west Germany. - Journal of Insect Conservation, Volume 12, Issue 6, 591-601

Müller-Kroehling, S. (2006): Ist der Gruben-Großlaufkäfer Carabus (variolosus) nodulosus ein Taxon des Anhanges II der FFH-Richtlinie in Deutschland?.- Waldökologie online, Heft 3: 57-62.

Wachnitz, L. (1954): Neue Fundorte des Carabus (Hygrocarabus) variolosus F. ssp. nodulosus F. im Bayerischen Wald und in Landshut a.d.Isar.- Nachr.Bl.Bayer. Ent. 3(5): 39-40.

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