Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)

Rote Liste Bayern: Stark gefährdet
Rote Liste Deutschland: Stark gefährdet
Erhaltungszustand Kontinental: Ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin: Günstig

Verbreitung und Bestandssituation

Das Verbreitungsgebiet der Mopsfledermaus reicht in Europa vom Atlantik bis zum Kaukasus und in die Osttürkei. Die nördliche Verbreitungsgrenze durchzieht Schottland und Schweden, im Süden gibt es eine Grenze in Zentral- und Südspanien sowie in Südgriechenland; die Art kommt aber auch auf den Kanaren und in Marokko vor.

In Deutschland fehlt die Art nur im Norden und Nordwesten, hat allerdings im restlichen Gebiet größere Verbreitungslücken und ist vor allem im Westen seltener.

Auch in Bayern ist die Art nicht flächendeckend verbreitet. Fundorthäufungen gibt es vor allem im Norden, Osten und Süden Bayerns. Die Zahl der bekannten Wochenstuben und auch der Nachweise anhand von Ortungsrufen hat in den letzten Jahren durch gezielte Suche und vermehrte Batcorder-Nachweise (z. B. im Rahmen von speziellen artenschutzrechtlichen Prüfungen) deutlich zugenommen. Dennoch ist die Mopsfledermaus nach wie vor eine eher seltene Fledermausart.

Fundortkarte

Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
5426 Hilders
5427 Helmershausen
5434 Leutenberg
5526 Bischofsheim a.d.Rhön
5527 Mellrichstadt
5528 Rentwertshausen
5626 Sandberg
5627 Bad Neustadt a.d.Saale
5628 Bad Königshofen i.Grabfeld
5629 Römhild
5630 Bad Rodach
5631 Meeder
5632 Neustadt b.Coburg
5635 Nordhalben
5636 Naila
5637 Hof
5725 Stangenroth
5726 Bad Kissingen Nord
5728 Oberlauringen
5729 Alsleben
5730 Heldburg
5731 Coburg
5732 Sonnefeld
5733 Kronach
5734 Wallenfels
5735 Schwarzenbach a.Wald
5737 Schwarzenbach a.d.Saale
5738 Rehau
5823 Burgsinn
5824 Gräfendorf
5825 Hammelburg
5826 Bad Kissingen Süd
5827 Maßbach
5828 Stadtlauringen
5829 Hofheim i.UFr.
5830 Pfarrweisach
5831 Seßlach
5832 Lichtenfels
5833 Burgkunstadt
5834 Kulmbach
5835 Stadtsteinach
5836 Münchberg
5837 Weißenstadt
5838 Selb
5839 Schönberg
5920 Alzenau i.UFr.
5923 Rieneck
5924 Gemünden a.Main
5925 Gauaschach
5926 Geldersheim
5927 Schweinfurt
5928 Obertheres
5929 Haßfurt
5930 Ebern
5931 Ebensfeld
5932 Uetzing
5933 Weismain
5934 Thurnau
5935 Marktschorgast
5936 Bad Berneck i.Fichtelgeb.
5937 Fichtelberg
5938 Marktredwitz
5939 Waldsassen
5940 Hatzenreuth
6021 Haibach
6022 Rothenbuch
6024 Karlstadt
6025 Arnstein
6026 Werneck
6027 Grettstadt
6028 Gerolzhofen
6029 Knetzgau
6030 Eltmann
6031 Bamberg Nord
6032 Scheßlitz
6033 Hollfeld
6034 Mistelgau
6036 Weidenberg
6037 Ebnath
6038 Waldershof
6039 Mitterteich
6120 Obernburg a.Main
6121 Heimbuchenthal
6123 Marktheidenfeld
6124 Remlingen
6125 Würzburg Nord
6127 Volkach
6128 Ebrach
6129 Burgwindheim
6130 Burgebrach
6131 Bamberg Süd
6132 Buttenheim
6133 Muggendorf
6134 Waischenfeld
6137 Kemnath
6138 Erbendorf
6139 Falkenberg
6221 Miltenberg
6222 Stadtprozelten
6223 Wertheim
6224 Helmstadt
6225 Würzburg Süd
6226 Kitzingen
6227 Iphofen
6228 Wiesentheid
6231 Adelsdorf
6232 Forchheim
6233 Ebermannstadt
6234 Pottenstein
6235 Pegnitz
6237 Grafenwöhr
6238 Parkstein
6240 Flossenbürg
6326 Ochsenfurt
6327 Markt Einersheim
6328 Scheinfeld
6329 Baudenbach
6332 Erlangen Nord
6333 Gräfenberg
6334 Betzenstein
6335 Auerbach i.d.OPf.
6336 Vilseck
6337 Kaltenbrunn
6338 Weiden i.d.OPf.
6340 Vohenstrauß
6421 Buchen (Odenwald)
6427 Uffenheim
6428 Bad Windsheim
6429 Neustadt a.d.Aisch
6432 Erlangen Süd
6434 Hersbruck
6435 Pommelsbrunn
6436 Sulzbach-Rosenberg Nord
6438 Schnaittenbach
6439 Tännesberg
6440 Moosbach
6527 Burgbernheim
6528 Marktbergel
6529 Markt Erlbach
6532 Nürnberg
6534 Happurg
6535 Alfeld
6536 Sulzbach-Rosenberg Süd
6537 Amberg
6538 Schmidgaden
6539 Nabburg
6540 Oberviechtach
6627 Rothenburg ob der Tauber
6634 Altdorf b.Nürnberg
6635 Lauterhofen
6640 Neunburg vorm Wald
6642 Waldmünchen
6734 Neumarkt i.d.OPf.
6735 Deining
6736 Velburg
6737 Schmidmühlen
6739 Bruck i.d.OPf.
6740 Neukirchen-Balbini
6741 Cham West
6742 Cham Ost
6743 Neukirchen b.Hl.Blut
6833 Hilpoltstein
6834 Berching
6837 Kallmünz
6840 Reichenbach
6841 Roding
6842 Miltach
6843 Kötzting
6844 Lam
6845 Bayerisch Eisenstein
6931 Weißenburg i.Bay.
6932 Nennslingen
6933 Thalmässing
6935 Dietfurt a.d.Altmühl
6938 Regensburg
6939 Donaustauf
6941 Stallwang
6942 Sankt Englmar
6943 Viechtach
6944 Bodenmais
6945 Zwiesel
6946 Hirschbach
7030 Wolferstadt
7031 Treuchtlingen
7032 Bieswang
7034 Kipfenberg
7036 Riedenburg
7037 Kelheim
7038 Bad Abbach
7041 Münster
7042 Bogen
7043 Ruhmannsfelden
7044 Regen
7045 Frauenau
7046 Spiegelau
7047 Finsterau
7132 Dollnstein
7133 Eichstätt
7141 Straubing
7142 Straßkirchen
7143 Deggendorf
7144 Lalling
7145 Schöfweg
7146 Grafenau
7147 Freyung
7148 Bischofsreut
7232 Burgheim Nord
7240 Mengkofen
7243 Plattling
7244 Osterhofen
7245 Schöllnach
7246 Tittling
7247 Waldkirchen
7329 Höchstädt a.d.Donau
7330 Mertingen
7340 Dingolfing West
7341 Dingolfing Ost
7344 Pleinting
7345 Vilshofen
7346 Hutthurm
7347 Hauzenberg
7348 Wegscheid
7438 Landshut West
7439 Landshut Ost
7441 Frontenhausen
7443 Roßbach
7444 Aidenbach
7445 Ortenburg
7446 Passau
7447 Obernzell
7448 Untergriesbach
7530 Gablingen
7536 Freising Nord
7537 Moosburg a.d.Isar
7539 Geisenhausen
7540 Vilsbiburg
7543 Pfarrkirchen
7545 Griesbach i.Rottal
7546 Neuhaus a.Inn
7631 Augsburg
7635 Haimhausen
7636 Freising Süd
7639 Velden
7640 Egglkofen
7642 Wurmannsquick
7644 Triftern
7645 Rotthalmünster
7646 Würding
7727 Buch
7736 Ismaning
7738 Dorfen
7739 Schwindegg
7740 Ampfing
7741 Mühldorf a.Inn
7743 Marktl
7829 Ettringen
7833 Fürstenfeldbruck
7834 München-Pasing
7835 München
7838 Albaching
7839 Haag i.OB
7840 Kraiburg a.Inn
7841 Garching a.d.Alz
7842 Burghausen
7935 München-Solln
7937 Grafing b.München
7939 Wasserburg a.Inn
7940 Obing
7941 Trostberg
7942 Tittmoning
7943 Tittmoning Ost
8027 Memmingen
8029 Kaufbeuren-Neugablonz
8034 Starnberg Süd
8037 Glonn
8038 Rott a.Inn
8039 Bad Endorf
8040 Eggstätt
8041 Traunreut
8042 Waging a.See
8043 Laufen
8130 Bidingen
8132 Weilheim i.OB
8133 Seeshaupt
8134 Königsdorf
8137 Bruckmühl
8138 Rosenheim
8139 Stephanskirchen
8140 Prien a.Chiemsee
8141 Traunstein
8142 Teisendorf
8143 Freilassing
8226 Isny im Allgäu-Nord
8228 Wildpoldsried
8231 Peiting
8232 Uffing a.Staffelsee
8234 Penzberg
8235 Bad Tölz
8236 Tegernsee
8238 Neubeuern
8239 Aschau i.Chiemgau
8240 Marquartstein
8241 Ruhpolding
8242 Inzell
8243 Bad Reichenhall
8327 Buchenberg
8332 Unterammergau
8333 Murnau a.Staffelsee
8334 Kochel a.See
8337 Josefsthal
8338 Bayrischzell
8339 Oberaudorf
8341 Seegatterl
8342 Schneizlreuth
8343 Berchtesgaden West
8344 Berchtesgaden Ost
8427 Immenstadt i.Allgäu
8430 Füssen
8431 Linderhof
8432 Oberammergau
8433 Eschenlohe
8435 Fall
8442 Hirschbichl
8443 Königssee
8527 Oberstdorf
8531 Zugspitze
8532 Garmisch-Partenkirchen
8533 Mittenwald
8534 Östl. Karwendelspitze
8544 Funtensee Ost
8627 Einödsbach
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Sommerquartiere von Einzeltieren und Wochenstuben liegen ursprünglich in Waldgebieten und sind dort vor allem hinter abstehender Rinde von absterbenden oder toten Bäumen, seltener auch in Baumhöhlen oder -spalten zu finden.

Natürliche Quartiere an Bäumen von Wochenstuben und Einzeltieren sind aufgrund von Telemetriestudien in Bayern inzwischen aus mehreren Naturräumen bekannt, so von Eichenwäldern der Mainfränkischen Platten und von Fichten- und Buchenwäldern des Hinteren und Vorderen Bayerischen Waldes. Die Quartiere werden oft gewechselt und in der Regel nur wenige Tage lang genutzt; daher ist die Mopsfledermaus auf ein hohes Quartierangebot angewiesen. Ähnlich wie die Bechsteinfledermaus bildet auch sie Wochenstubenverbände, bei denen die Teilkolonien aus einzelnen Weibchen mit Jungen bis hin zu kleinen Gruppen von 10 bis 20 Tieren bestehen. Die Wochenstuben sind dabei von Mai bis Ende Juli besetzt. Die Quartiere der Teilkolonien liegen meist nur wenige 100 m voneinander entfernt und werden in wechselnder Zusammensetzung von verschiedenen Gruppen immer wieder aufgesucht.

Sekundäre Quartierstandorte für die Mopsfledermaus können Gebäudespalten in dörflichem Umfeld oder an Einzelgebäuden sein, wo sie hinter Holzverkleidungen, Fensterläden und überlappenden Brettern an Scheunenwänden Schutz sucht. Die Quartiere an Gebäuden werden beständiger als Baumquartiere besiedelt, d. h. einige Wochen bis mehre Monate lang. Hier gibt es teilweise auch Gesellschaften von bis zu 80 Tieren, wobei ca. die Hälfte erwachsene Weibchen ausmachen, die andere Hälfte deren Junge.

Die Jagdgebiete der Mopsfledermaus sind Wälder unterschiedlichster Art, von Nadelwald über Mischwald zu Laub- und Auwäldern.

Die Art ist sehr mobil und jagt innerhalb eines Radius von 4-5 km rund um das bewohnte Quartier. Waldwege können dabei als Leitlinien genutzt und meist in 1,5 - 6 m Höhe durchflogen werden. Gejagt wird vorwiegend im Kronenraum in 7-10 m Höhe. Die Mopsfledermaus weist, anders als die meisten anderen Fledermausarten, eine stärkere Beutespezialisierung auf und frisst hauptsächlich Kleinschmetterlinge. In Bayern wird die Mopsfledermaus an stark und weniger stark befahrenen Straßen überdurchschnittlich oft als Verkehrsopfer aufgefunden. Inwiefern dies mit dem Jagdverhalten und dem Flugverhalten ihrer Beute zusammenhängt, ist ungeklärt. Jedenfalls scheint sie an Straßen regelmäßig so tief zu fliegen, dass sie in den Gefahrenbereich kommt.

Die Winterquartiere werden von November bis März aufgesucht und liegen meist unterirdisch in Höhlen oder in Gewölben von Festungen, Schlössern und Burgen. Die Hangplätze befinden sich oftmals in den stark von der Witterung beeinflussten Eingangsbereichen oder an relativ zugigen Stellen, weshalb die Mopsfledermaus als tolerant gegenüber Kälte und geringer Luftfeuchtigkeit gilt: Die Tiere hängen teils sogar unter Frosteinfluss frei an der Wand oder in Spalten. Bei milderen Temperaturen werden vermutlich auch Verstecke an Bäumen als Winterquartiere genutzt, da die Tiere oftmals erst bei strengem Frost in den Quartieren erscheinen (ähnlich Fransenfledermaus).

Die meisten Winterquartiere in Bayern sind individuenarm und beschränken sich auf wenige bis höchstens 10 Tiere. Zwei große Winterquartiere von bundesweiter Bedeutung mit über 500 und ca.100 Tieren sind jedoch im Bayerischen Wald und im Spessart bekannt. An bedeutsamen Winterquartieren finden ab Juli bis Oktober auch ausgeprägte Schwärmaktivitäten statt.

Die Mopsfledermaus ist relativ ortstreu, Wanderungen zwischen Sommer- und Winterquartieren umfassen meist Entfernungen unter 40km.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

  • Niedrige Umtriebszeiten, Nutzung von Altbeständen, Entnahme von Totholz, Mangel an Biotopbäumen in ausreichend hoher Dichte
  • Beeinträchtigungen/Zerstörung der Wochenstubenquartiere an Gebäuden durch Vertreibung, unsachgemäße Renovierungsmaßnahmen oder Gebäudemodernisierungen (Wärmedämmung)
  • Gifte im Jagdgebiet (Insektizide, Herbizide) und in den Gebäudequartieren (Holzschutzmittel)
  • Sonstige Störungen, z. B. Störungen im Winterquartier oder Feuer vor oder in Höhlen, die Schwarm- und Winterquartiere sein können
  • Zerschneidung von Jagdgebieten durch neue Verkehrstrassen
  • Unfälle durch Verkehr, v. a. bei Straßenverläufen durch Waldgebiete, da niedrig fliegende Art

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

  • Sicherun / Erhöhung des Quartierangebots in Wäldern durch Erhalt von Biotopbäumen mit Höhlen, Spalten- und Rindenquartieren in ausreichender Anzahl
  • Sicherung alter, totholzreicher Waldbestände (Verbesserung der Lebensbedingungen von Spechten zur Gewährleistung von genügend Höhlen)
  • Erhöhung der Umtriebszeit von Waldbeständen
  • Erhaltung / Förderung von Biotopbäumen und anbrüchigen Bäumen in ausreichender Anzahl
  • Erhöhung / Optimierung des Quartierangebots in Ortschaften, insbesondere durch geeignete Verschalungen/Flachkästen an Scheunen
  • Verzicht auf Pestizide in den Jagdgebieten, besonders in Wäldern und auf den angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Flächen
  • Bei Wochenstuben in Gebäuden Anlage (unzerschnittener) linearer Strukturen zwischen Quartier und Nahrungshabitat
  • Errichtung von Querungshilfen im Rahmen von Verkehrsplanungen
  • Minimierung von Störungen an bekannten Winter- und Schwarmquartieren (Vergitterung, Besucherlenkung, Informationstafeln)

Sonstige Hinweise

Der Erhalt der natürlichen Quartiere hängt - unabhängig vom gesetzlichen Schutz - sehr stark von Verständnis und Bereitschaft der Waldbesitzer ab, genügend Alt- und Totholz sowie anbrüchige Bäume im Bestand zu erhalten.

Ergänzende Informationen

Meschede, A. & B.-U. Rudolph (Bearb.) (2004): Fledermäuse in Bayern. - Ulmer, Stuttgart.

Meschede, A. & B.-U. Rudolph (2010): 1985 - 2009: 25 Jahre Fledermausmonitoring in Bayern. - Schriftenr. des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Augsburg.

http://www.lfu.bayern.de/natur/fachinformationen/artenhilfsprogramm_fledermaus/doc/bericht_bayern_flmabkommen.pdf

http://www.tlug-jena.de/imperia/md/content/tlug/abt3/artensteckbriefe/fledermaeuse/artensteckbrief_barbastella_barbastellus_030309.pdf

BAFF: Fledermausarten (www.der-baff.de)

Flora-Fauna-Habitatrichtlinie und Vogelschutzrichtlinie: Fledermausarten (http://ffh-gebiete.de)

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