Fischotter; Foto: Astrid Brillen - piclease
2018
Wolfgang von Brackel, Julia von Brackel

Biodiversitätsprojekt Optimierung und Aktualisierung des Pflegemanagements der Gipssteppen Mittelfrankens

Gutachten im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt, Augsburg, 127 S.

Artengruppe:
Moose/Flechten/Pilze/Algen, Gefäßpflanzen
Stichwörter:
Erfassung der Flora, Gipsvegetation, Renaturierung, Pflegeplanung
Landkreis(e):
Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim
Auftraggeber:
LfU
Landkreise: Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim

Zusammenfassung:

Die mittelfränkischen Gipshügel stellen ein wertvolles Relikt eines nacheizeitlichen Vegetationstyps mit einer Vielzahl von teils extrem seltenen und gefährdeten Arten dar. Bis etwa zur Jahrtausendwende waren ihre Bestände in zunehmendem Maße durch Landwirtschaft und Gipsabbau dezimiert und bedroht worden, bis letztlich nur noch die inmitten intensiv genutzter Feldflur gelegenen Kerngebiet der Külsheimer und Nordheimer Gipshügel sowie des Hirtenhügel übrig blieben, die sich seit längerem im Eigentum von Naturschutzverbänden befinden. Seitdem setzte ein gewisser Umschwung ein, insbesondere durch Flächenankäufe und Renaturierungsmaßnahmen im Umfeld, an denen sich die Naturschutzverbände, der Landschaftspflegeverband und die Naturschutzbehörden beteiligten. Für diese Flächen sowie durch größere freiwerdende Flächen in ehemaligen Gipsabbaustätten wurde nun ein übergreifender und detaillierter Pflegeplan erforderlich. In dem vorliegenden Gutachten wird eine zusammenfassende Bestandserhebung der Flora und Vegetation (mit Ausblicken auf die Fauna) und eine flächendeckende Pflegeplanung vorgestellt. Sie umfasst eine angestrebt vollständige Erfassung der Flora (einschließlich Moosen und Flechten), eine Fotodokumentation des Zustandes wesentlicher Teilflächen und Vegetationstypen sowie eine kleinräumige Beschreibung von Bestand, notwendigen Pflegemaßnahmen und von Zielzuständen für die betrachteten Einheiten. Damit wird die Basis für ein mehrjähriges Monitoring geschaffen, das die Modifizierung und Optimierung des Pflegekonzeptes sicherstellen soll. Auf den Renaturierungsflächen, deren Oberboden vor zwei Jahrzehnten abgetragen wurde, zeigen sich mittlerweile erste Erfolge: Heute haben sich dort vereinzelt bereits typische Steppenarten wie Dänischer Tragant (Astragalus danicus), Spanische Schwarzwurzel (Scorzonera hispanica) und Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) angesiedelt. Auch in den Kernflächen sind Erfolge zu verzeichnen, etwa bei der deutlichen Bestandsvergrößerung des Fränkischen Greiskrauts (Tephroseris integrifolia).
Quellenangabe kopieren