Niederschlagserfassung

Das Messgerät zur Niederschlagserfassung am Boden wird als Niederschlagsmesser oder synonym als Pluviometer (lat.) oder Ombrometer (griech.) bezeichnet.

Manuelle Niederschlagserfassung

Die klassische Niederschlagerfassung erfolgt mit dem Niederschlagsmesser nach Prof. Hellmann. Dabei wird ein zylindrisches Auffanggefäß (200 cm2 Öffnungsfläche) in 1 bis
2 m Höhe (in Abhängigkeit von der Geländehöhe) waagerecht dem Wettergeschehen exponiert. Der gefallene Niederschlag gelangt über einen Trichter in einen Sammelbehälter und diese Menge wird vom Beobachter täglich gemessen. Seltenere quantitative Niederschlagsmessungen erfolgen mit sog. Totalisatoren, die insbesondere zur Beurteilung der Niederschlagsbeschaffenheit (saurer Regen etc.) herangezogen werden.

Der Niederschlagsmesser besteht aus einem zylindrischem Rohr, das nach oben hin offen ist und unten einen Auffangbereich für den Niederschlag hat. Der Messer hängt an einem Stab im Boden auf einer freien Fläche. Bild vergrößern Niederschlagsmesser nach Prof. Hellmann

Nach abgeschlossener Messnetzrevision beim Deutschen Wetterdienst wird es im Jahr 2007 noch 270 reine Tagesniederschlagsmessstellen mit Hellmann-Niederschlagsmessern in Bayern geben.

Registrierung des Niederschlagsverlaufs

Bei den registrierenden Messgeräten ging die Entwicklung von den mechanischen Pluviographen (Trommel- oder Bandschreiber, die über einen Schreibarm den Füllungsgrad eines Sammelbehälters im zeitlichen Verlauf aufzeichneten) zu den elektro-mechanischen Niederschlagsmessern (Registrierung der Kippvorgänge von Wippenfüllungen, Tropfenzähler oder Kombinationen aus beiden Geräten).

Im neuen automatischen Niederschlagsmessnetz (Messnetz 2000) kommen allerdings Pluviometer mit wägendem Messprinzip zum Einsatz (Vorteil: hohe Messgenauigkeit).

Der geöffnete Niederschlagsmesser. Zu sehen ist die Auffangvorrichtung aus Plastik und darunter die automatische Messeinrichtung. Bild vergrößern Pluviometer ohne Gehäuse

Eine weitere Möglichkeit der Niederschlagserfassung besteht in der Messung der Lichtabschattung von fallenden Niederschlagsteilchen und dabei lässt sich auch die Niederschlagsart klassifizieren. Diese Geräte werden als optische Disdrometer bezeichnet (Distribution Droplet Meter).

Mögliche Fehlerquellen

Standortbedingte Fehlerquellen, wie z.B. Abschirmung oder Staueffekte durch Hindernisse (z.B. Häuser, Bäume etc.), Schneeverfrachtung oder mangelnde Wartung sind zu vermeiden und auch mögliche Veränderungen sind regelmäßig zu kontrollieren.

Bauartbedingt können die Fehler bei der Niederschlagsmessung durch Wind-, Benetzungs- oder Verdunstungseinflüsse unterschiedlich hoch sein. In der Regel stellt der Windeinfluss den größten Messfehler dar.