Niederschlagsmessnetz

Die Niederschlagshöhe bzw. –intensität ist eine zentrale Größe für die Wasserwirtschaft. Dabei stellen die kleinräumige sowie hohe zeitliche Variabilität und die unterschiedlichen Niederschlagsarten (z.B. Tau, Reif, Regen, Schnee, Hagel) hohe Anforderungen an eine repräsentative Messung.

Bayernkarte mit der Lage von Niederschlagsmesstellen (Messnetz 2000). Kooperation zwischen dem Deutschen Wetterdienst (Stationen mit roten Kreisen) und der Bayerischer Wasserwirtschaft (gelbe Quadrate). Bild vergrößern Neues automatisches Niederschlagsmessnetz

Der große Bedarf an zeitlich hoch aufgelösten Niederschlagsdaten mit schneller Verfügbarkeit erforderte die Erneuerung des bestehenden Messnetzes. In Bayern wurde deshalb in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) im Jahr 2000 begonnnen, ein neues Niederschlagsmessnetz (Messnetz 2000) zu realisieren, wobei der DWD im Endausbau ca. 216 und die Bayerische Wasserwirtschaft ca. 110 Stationen mit automatisch registrierenden Niederschlagsmessgeräten (Pluviometer) ausstatten und betreiben wird. Das nachfolgende Bild zeigt die räumliche Stationsverteilung im neuen Niederschlagsmessnetz und die Zuständigkeiten der beiden Betreiber.

Die Standorte der Messstellen wurden so ausgewählt, dass sie Bayern relativ gleichmäßig abdecken, sich zur Aneichung des Wetterradarsystems eignen und auch zur Speichersteuerung vorhandener Speicher genutzt werden können.

Wesentliche Merkmale dieses Niederschlagsmessnetzes (Messnetz 2000) sind:

  • einheitlicher Gerätestandard und schneller Datenfluss
  • hohe Messauflösung (0,01 mm/min)
  • hohe Qualitätsanforderungen
In einer Gartenlandschaft steht ein Schaltschrank mit Funkantenne, ein automatischer Niederschlagsmesser und ein Niederschlagsmesser für die manuelle Kontrollmessung. Bild vergrößern Messstation im Messnetz 2000

Weitere zeitlich hoch aufgelöste Niederschlagsmessdaten (mindestens
1 Stundenauflösung) werden in Fremdmessnetzen erhoben (z.B. Landesanstalt für Landwirtschaft, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Österreich, Fa. Meteomedia) und auch dem LfU für wasserwirtschaftliche Auswertungen zur Verfügung gestellt (ca. 370 Stationen). Die Niederschlagsdaten aus den Fremdmessnetzen können der breiten Öffentlichkeit aus rechtlichen Gründen z.T. nur im Hochwasserfall zur Verfügung gestellt werden.

Die Niederschlagsmessungen der Wasserwirtschaft werden im Internet veröffentlicht und in Gewässerkundlichen Berichten wird das Witterungsgeschehen ereignisbezogen, monatlich und jährlich detailliert erläutert.

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