PRESSEMITTEILUNG

Nr. 23 / Dienstag, 15. Mai 2018

Natur
Biotope im Landkreis Freyung-Grafenau werden neu erfasst

Fachbüro bis Herbst 2020 im Landkreis unterwegs

+++ Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Freyung-Grafenau nehmen seit Mai diesen Jahres Fachleute die Naturschätze im Landkreis unter die Lupe. Nach der ersten Biotopkartierung vor rund 30 Jahren wird nun der Bestand wertvoller Lebensräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten ein zweites Mal untersucht. „Das Wissen über die Lage und Ausprägung der Biotope ist Grundlage für die tägliche Arbeit von Naturschutzbehörden, Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftlichen Einrichtungen“ unterstreicht der Präsident des LfU, Claus Kumutat, die Bedeutung der Biotopkartierung. „Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Natur-Inventur können private Grundstückseigentümer leisten, indem sie den Kartierern Zutritt zu ihren Grundstücken gewähren.“ +++


Die Bandbreite der erfassten Biotoptypen ist vielfältig. Dazu gehören beispielsweise Feucht- und Gewässerlebensräume wie naturnahe Still- und Fließgewässer inkl. deren Verlandungsvegetation, Hoch- und Niedermoore oder artenreiche Feucht- und Nasswiesen. Aber auch Biotope trockener und magerer Standorte werden dokumentiert, wie beispielsweise die für den bayerischen Wald typischen Borstgrasrasen oder die extensiv genutzten, artenreichen Bergwiesen und Weiden. Neben den Grünlandbiotopen werden auch naturnahe Gehölzbestände, wie Hecken, Feldgehölze, Gewässerbegleitgehölze untersucht. Wälder sind nicht Bestandteil der Kartierung.


Die Geländearbeiten werden von einem Deggendorfer Planungsbüro durchgeführt und bis Herbst 2020 abgeschlossen. Die Ergebnisse der Kartierung stehen voraussichtlich im Sommer 2021 zur Verfügung. Über 700.000 Euro stellt der Freistaat für die erneute Kartierung im Landkreis zur Verfügung. Bei der letzten Inventur wurden rund 2.300 Biotope mit einer Fläche von über 5.320 Hektar erfasst. Das entspricht einem Biotopanteil von ca. 5,4 Prozent im Landkreis.

Weitere Informationen
www.lfu.bayern.de/natur
www.lfu.bayern.de/natur/fis_natur/fin_web

 


Fakten zur Biotopkartierung
Gemäß Art. 46 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) ist das LfU für die landesweite Durchführung der Biotopkartierung zuständig. Die Biotopkartierung erfasst und beschreibt nach einem bayernweit einheitlichen Schema wertvolle Lebensräume wie die nach § 30 und § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) oder Art. 16 und 23 des Bayerischen Naturschutzgesetzes (BayNatSchG) gesetzlich geschützten Biotoptypen oder die Natura 2000-Lebensraumtypen. Sie liefert eine Bestandsaufnahme der wertvollen Flächen und der Pflanzenarten, die dort leben. Wiederholungskartierungen bringen die Daten auf den neuesten Stand. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse den Gemeinden und der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Die Biotope werden im Maßstab 1:5.000 kartiert. Dabei erfassen und beschreiben speziell ausgebildete Kartierer die für den Naturschutz wichtigen Flächen und die dort wachsenden Pflanzen. Seit 2006 werden zusätzlich die Lebensraumtypen des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 erfasst. Rund vier Prozent der Landesfläche Bayerns außerhalb der Alpen sind seit Beginn der Biotopkartierung als ökologisch wertvolle Lebensräume erfasst und beschrieben worden.


 

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