PRESSEMITTEILUNG

Nr. 30 / Mittwoch, 12. Juli 2017

Natur
Aktualisierung der Biotopkartierung im Landkreis Schwandorf abgeschlossen

Natur-Inventur belegt eine hohe Vielfalt an Lebensräumen im Landkreis
Naturnaher Fließgewässerabschnitt der Luhe bei Leuchtenberg
Naturnaher Fließgewässerabschnitt der Luhe bei Leuchtenberg (Quelle: LfU)
+++ Gemeinsam mit dem Landratsamt Schwandorf hat das Landesamt für Umwelt (LfU) in den Jahren 2014 bis 2016 im Landkreis Schwandorf rund 2.500 Biotope mit einer Gesamtfläche von 5.000 Hektar erfasst. Das Spektrum der Biotope, die sich auf rund 3,4 Prozent der Landkreisfläche erstrecken, ist vielfältig. Neben den Stillgewässern und Magerrasen bereichern naturnahe Fließgewässer, Hoch- und Niedermoore, Pfeifengraswiesen, Wacholder- und Zwergstrauchheiden, extensiv genutzte Wiesen und Weiden, naturnahe Heckenstrukturen oder auch alte, strukturreiche Streuobstbestände den Landkreis und leisten einen ganz erheblichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Nach der Ersterfassung in den 1980er Jahren stehen nun wieder aktuelle Informationen über die naturnahen Lebensräume im Landkreis zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von der Kartiergemeinschaft OBK Schwandorf durchgeführt. Das Bayerische Umweltministerium stellte für die Biotop-Inventur rund 300.000 Euro zur Verfügung. +++

Einen Schwerpunkt der Biotope im Landkreis bilden die meist teichwirtschaftlich genutzten Stillgewässer und deren Verlandungsbereiche im Oberpfälzischem Hügelland. Viele der in Bayern vom Aussterben bedrohten oder stark gefährdeten Wasserpflanzen-Arten wie Wasserschierling, Wasserfeder, Froschbiss, Pillenfarn oder Großes und Kleines Nixenkraut sind dort zu finden. Deutlich andere Lebensraumqualitäten kennzeichnen die bodensauren Sandmagerrasen, sowie die Kalkmagerrasen in der Mittleren Frankenalb. Hier finden viele stark gefährdete Überlebenskünstler trockener Extremstandorte, wie Kleiner Vogelfuß, Buntes Vergissmeinnicht, Heide-Ehrenpreis auf den kalkarmen Sandstandorten oder Berg-Steinkraut oder Schopfige Traubenhyazinthe auf Jurakalk ihren Überlebensraum.

In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft stellen Biotope für unzählige gefährdete Tier- und Pflanzenarten wichtige Rückzugsräume dar. Mit der Biotopkartierung bekommen Behörden, Kommunen, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage zum Schutz der Arten- und Biotopvielfalt. So bildet die Biotopkartierung eine wesentliche Grundlage beispielsweise bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz.

Daten der Biotopkartierung können im Internet abgerufen werden unter: https://www.lfu.bayern.de/natur/biotopkartierung_daten/index.htm.

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